Wirtschaft

DIW-Studie warnt: AfD-Politik würde Bürger in Sachsen-Anhalt teuer zu stehen kommen

Eine Umsetzung der Wirtschaftspolitik der AfD hätte für die Menschen in Sachsen-Anhalt gravierende finanzielle Einbußen zur Folge. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Demnach würde die Region aufgrund ihrer Wirtschaftsstruktur besonders hart von den Forderungen der Partei getroffen werden.
24.07.2026 14:32
Lesezeit: 1 min

Strukturschwäche macht Bundesland besonders verwundbar

Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung hätte eine Umsetzung von AfD-Forderungen negative Folgen für den Geldbeutel vieler Menschen in Sachsen-Anhalt. "Obwohl vieles an der Unzufriedenheit der Menschen in starken AfD-Regionen verständlich ist, würden sie sich mit der Wahl der AfD selbst am meisten schaden", urteilt das DIW Berlin in einer Kurzstudie. Das gelte nirgendwo mehr als in Sachsen-Anhalt.

"Sachsen-Anhalt ist älter, strukturschwächer und von kleineren Unternehmen geprägt - und damit verwundbarer als der Bundesdurchschnitt", so die Forscher.

Hohe Verluste bei Einkommen und Arbeitsplätzen befürchtet

"Durch die von der AfD geforderte Politik - den Austritt aus Euro und EU, Abschottung und einen Stopp der Zuwanderung sowie massive staatliche Kürzungen - würden Menschen dort im Durchschnitt jährlich rund 1.600 Euro pro Kopf an Einkommen verlieren; zudem könnten rund 10.000 Arbeitsplätze verloren gehen", schreiben die Ökonomen. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die Einkommensverluste durch eine AfD-Politik in Sachsen-Anhalt bis zu doppelt so hoch ausfallen könnten wie im Bundesdurchschnitt.

Haltung der AfD zu EU und Euro im Detail

Die AfD steht der EU extrem skeptisch gegenüber, einen EU-Austritt fordert sie offiziell aber nicht, obwohl darüber parteiintern immer wieder diskutiert wurde. Gefordert wird langfristig eine lose verbundene Staatengemeinschaft mit mehr Kompetenzen bei den Nationalstaaten.

Falls grundlegende Reformen nicht möglich sein sollten, will die Partei laut Grundsatzprogramm "einen Austritt Deutschlands oder eine demokratische Auflösung der Europäischen Union und die Neugründung einer Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft". Den Euro hält die AfD für gescheitert, sie fordert die "Wiedereinführung nationaler Währungen".

Politische Ausgangslage vor der Landtagswahl

In sechs Wochen wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. In Umfragen liegt die AfD aktuell deutlich vor der CDU. Sie strebt eine Alleinregierung an.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Micron-Aktie: Eine Warnung aus Korea für meine KI-Investition
02.11.2026

Die Gewinne sind auf Rekordniveau, und für die Chips der kommenden Jahre gibt es größtenteils bereits Käufer. Trotzdem macht mir als...

DWN
Politik
Politik Kampf um die Arktis: Die EU will ein Stück vom Kuchen
02.11.2026

Russland mit Eisbrechern, die USA mit Militär, China mit Handelsschiffen. Und die EU mit einer Strategie, allerdings ohne klare...

DWN
Technologie
Technologie Einem Slowenen gehört die Domain spacex.si: Kann Elon Musk sie ihm einfach wegnehmen?
02.11.2026

Tomaž Gojkošek aus Hajdina besitzt die Domain spacex.si seit 2021, während Musks Unternehmen eine deutlich ältere Marke hält. Wer hat...

DWN
Unternehmen
Unternehmen UniCredit-Chef Orcel wirbt im Übernahmekampf um Commerzbank-Mittelstand
02.11.2026

Im Übernahmeringen um die Commerzbank geht UniCredit in die Offensive: Konzernchef Andrea Orcel verspricht deutschen Firmenkunden mehr...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Welthandel zieht an: Chinas Containerboom könnte täuschen
02.11.2026

Der weltweite Containerumschlag steigt im September kräftig. Vor allem chinesische Häfen treiben den Zuwachs. Doch ein Feiertagseffekt...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie: Kampf um Stabilität – vor Quartalszahlen zählen Lieferungen und Cashflow
02.11.2026

Rheinmetall steht vor wichtigen Quartalszahlen. Nach dem kleinen Rückschlag zum Wochenschluss sollen sie und weitere erfüllte Aufträge...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs aktuell: ETF-Abflüsse bremsen die Erholung
02.11.2026

Der Bitcoin-Kurs zeigt sich zum Start in die neue Börsenwoche kaum bewegt. Nach einem schwachen Ausklang der vergangenen Handelswoche...

DWN
Politik
Politik Private Krankversicherung: PKV-Beiträge 2027 steigen für mehr als die Hälfte der Privatversicherten
02.11.2026

Zum Jahreswechsel 2026/2027 drohen vielen Privatversicherten deutliche Mehrkosten. Der PKV-Verband erwartet für rund 53 Prozent der...