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Audi-Prognose gekappt: Der Autobauer erwartet weniger Umsatz und Rendite – die Hintergründe

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden für Audi immer schwieriger. Sinkende Gewinne, ein schwaches China-Geschäft und internationale Krisen zwingen den Hersteller zu einer Neubewertung seiner Erwartungen. Gleichzeitig wächst der Druck auf Standorte und Beschäftigte. Welche Konsequenzen drohen nun?
27.07.2026 09:57
Lesezeit: 3 min
Audi-Prognose gekappt: Der Autobauer erwartet weniger Umsatz und Rendite – die Hintergründe
Schwache Nachfrage in China, harter Wettbewerb und geopolitische Risiken belasten Audi. (Bild: dpa) Foto: Bernd Weißbrod

Probleme China und Naher Osten: Audi kappt die Prognose

Ein einbrechender Markt in China, US-Zölle, die Krise im Nahen Osten und immer stärkere Konkurrenz: Die Liste der Probleme, unter denen Audi leidet, ist lang.

Audi kappt seine Prognose. Angesichts eines immer schwieriger werdenden Marktes in China und der Eskalation im Nahen Osten erwartet der Autobauer im laufenden Jahr weniger Umsatz und Rendite, wie er am Montag mitteilte. Der Gewinn im zweiten Quartal sank um rund 21 Prozent auf 563 Millionen Euro nach Steuern. Die Zahlen betreffen Audi als Teilkonzern von Volkswagen - schließen also Lamborghini, Bentley und Ducati ein.

Konkret erwartet Audi jetzt nur noch Umsätze zwischen 58 und 63 Milliarden Euro. Nach dem ersten Quartal lag die erwartete Spanne mit 63 bis 68 Milliarden noch um 5 Milliarden Euro höher. Zudem senkte Audi auch die Erwartung für die Rendite - zusammen würde das voraussichtlich auch einen niedrigeren Gewinn bedeuten.

Audi-Zahlen: Weniger Einbruch als die Konzernmutter VW

Der Rückgang beim Gewinn fällt allerdings vergleichsweise niedrig aus, wenn man ihn mit dem Einbruch um rund ein Drittel bei Konzernmutter Volkswagen im zweiten Quartal vergleicht. Bei Audi machen sich offenkundig bereits die Sparbemühungen bemerkbar. Zudem musste Audi dieses Jahr weniger Geld für Restrukturierungen zurückstellen als vergangenes Jahr.

Zudem hofft Finanzchef Jürgen Rittersberger auf Verbesserungen im zweiten Halbjahr. Unter anderem durch neue Modelle und geringere Kosten. Zudem sei das zweite Halbjahr traditionell das stärkere, sagte er.

Audi-Prognose: China Geschäft trägt nur noch wenig zum Ergebnis bei

Treiber der Krise ist unter anderem die Situation in China. Dort und in den USA verlor Audi zuletzt deutlich an Absatz. Zudem herrscht ein starker Preiswettbewerb. Das China-Geschäft, das bei Audi wegen der dortigen Joint-Ventures im Finanzergebnis verbucht wird, trug im ganzen ersten Halbjahr nur noch 73 Millionen Euro bei. Im Vorjahreszeitraum war es noch fast viermal so viel.

Damit verschärft sich die Situation für den bereits von einem Sparprogramm betroffenen Autobauer. Das gilt umso mehr als die ebenfalls kriselnde Mutter VW über die Streichung von konzernweit weiteren Zehntausenden Stellen nachdenkt und vier Werke auf dem Prüfstand stehen. Das Audi-Werk in Neckarsulm soll eines davon sein. Allerdings betonte VW-Chef Oliver Blume zuletzt, dass er Werksschließungen vermeiden wolle. "Es gibt intelligentere Lösungen, als Werke zu schließen. Das ist immer die letzte Option."

Zuletzt gab es zudem Berichte über noch höhere Einsparungen bei VW. Das "Handelsblatt" berichtet zudem über Überlegungen, den Standort Neckarsulm durch eine Senkung der Kapazitäten dort und in Ingolstadt zu retten.

Trotz schwieriger Audi-Bilanz: Zukunft für Neckarsulm organisieren

Rittersberger kommentierte diese Berichte nicht direkt, betonte aber, dass die aktuellen Zahlen zeigten, dass die bisherigen Bemühungen nicht reichten, und man den eingeschlagenen Weg weitergehen und wettbewerbsfähiger und effizienter werden müsse. Das werde eine Kraftanstrengung für beide deutsche Werke. Dabei werde es aber "kein Gegeneinander der beiden deutschen Standorte" geben. Wenn alle mithelfen, könne man eine Zukunft für Neckarsulm organisieren. Allerdings bestätigte Rittersberger Berichte über die Streichung der dortigen Nachtschicht.

Bis Ende des Jahres will VW-Chef Blume sein Sparpaket festzurren - spätestens dann sollten auch die Audi-Mitarbeiter wissen, woran sie sind. Aktuell läuft bereits ein Stellenabbauprogramm bei den Ingolstädtern. Im März vergangenen Jahres hatte das Unternehmen den Abbau von bis zu 7.500 Jobs bis 2029 verkündet. Damals war allerdings auch die Beschäftigungssicherung, die betriebsbedingte Kündigungen ausschließt, bis Ende 2033 verlängert worden. Beim Abbau komme man gut voran, sagt Rittersberger.

Auch Audi-Chef Gernot Döllner ging auf die Sparbemühungen ein. "Audi ist ein zentraler Baustein des Konzerns - und Teil der Lösung", betonte er. "Unser gemeinsames Ziel ist ein langfristiger, tragfähiger Fahrplan für die Zukunft." Audi habe bereits "Mut zur Erneuerung bewiesen".

Nach gekappter Audi-Prognose: Autobauer steht vor entscheidenden Monaten

Audi befindet sich in einer schwierigen Phase, in der mehrere Belastungsfaktoren gleichzeitig auf das Unternehmen wirken. Die schwache Nachfrage in China, geopolitische Unsicherheiten und der anhaltende Preisdruck setzen Umsatz und Gewinn unter Druck. Mit neuen Modellen, geringeren Kosten und einem konsequenten Sparkurs will der Autobauer gegensteuern. Gleichzeitig bleibt offen, welche Auswirkungen die geplanten Einsparungen auf die deutschen Standorte und die Beschäftigten haben werden. Die kommenden Monate dürften deshalb richtungsweisend sein. Ob Audi die angestrebte Trendwende schafft, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die internationalen Märkte entwickeln und wie erfolgreich die eingeleiteten Maßnahmen greifen.

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