Diese Gründerin baute aus einer Idee ein Unternehmen
Mikrozement ist eine feste Mischung aus Zement und Polymeren, die gewöhnlich für Oberflächen verwendet wird. Damit werden Wände verputzt und Böden beschichtet, wobei unterschiedliche Muster entstehen können. Im Jahr 2021 ging A. Mališauskienė aus dem Dienstleistungsbereich in Mutterschaftsurlaub. In dieser Zeit beschloss sie, aus diesem Material Kerzenhalter, Räucherstäbchenhalter und andere schöne Details für den Innenraum herzustellen.
„Ich wollte besondere Wohnaccessoires, keine massenhaft produzierten Dekoelemente. Minimalismus hat mich immer angezogen, und Beton passte hervorragend dazu, solche Ideen umzusetzen“, erzählt die Unternehmerin in einem Artikel des Wirtschaftsportals Verslo Zinios.
Aus Kerzenhaltern wurde ein Geschäft
Die schönen Wohnaccessoires fielen Freunden auf. Sie baten sie, auch für sie solche Stücke herzustellen. So wurde, Kerzenhalter für Kerzenhalter, Schälchen für Schälchen, aus dem Hobby ein Geschäft.
Am Anfang wurden ein Social-Media-Auftritt der Marke „Mi.ni.mali“ und eine Internetseite erstellt.
„Natürlich war nicht alles so einfach. Heute werden verschiedene Arten von Mikrozement beworben, aber sie sind ziemlich teuer und nicht ganz passend für uns. Wir entwickelten unsere eigene Mischung, die speziell für Wohnaccessoires geeignet ist. Es wurde sehr viel Zeit damit verbracht, im Internet nach Rezepturen zu suchen, zu verstehen, was Beton eigentlich ist, und verschiedene Mischungen zu testen“, erzählt A. Mališauskienė.
Nachdem der virtuelle Laden eröffnet war, begann die Zahl der Bestellungen zu wachsen. Es gab immer mehr Anhänger von Wohnakzenten aus Mikrozement.
„Offenbar habe ich ein Gespür dafür, was den Menschen gefallen wird. Wir haben sogar eine Community, deren Mitglieder nicht nur einen einzelnen Gegenstand kaufen. Wenn wir die Kollektion erneuern, erneuern auch sie ihr Zuhause, außerdem kaufen sie Geschenke“, erzählt die Gründerin.
Die Werkstatt musste aus der Wohnung ausziehen
Schon nach einigen Monaten musste die Werkstatt aus dem eigenen Zuhause ausziehen.
„Am Anfang war dafür ein Zimmer vorgesehen. Als die Mengen zunahmen, wurde aber klar, dass wir wegen des Staubs und des Bedarfs, Dinge zu lagern, Räume suchen mussten“, erzählt die Gründerin von „Mi.ni.mali“.
In Klaipėda wurden Räume mit zwei Zimmern gemietet. In einem entstand die Werkstatt, im anderen ein Laden mit Warenausstellung.
Nach weiteren zwei Jahren war das Geschäft so stark gewachsen, dass die MB „Minimali“ gegründet wurde. Die individuelle Tätigkeit war zu klein geworden, und der Mann stieg vollständig in Produktion und Verkauf ein.
„Wir erreichten einen Punkt, an dem wir entweder alles aufgeben mussten oder mein Mann seinen Job verlassen und gemeinsam mit mir das Familienunternehmen entwickeln musste, da ich allein nicht mehr alles schaffen konnte. Es wurde entschieden, dass sich die ganze Familie auf den Ausbau von 'Mi.ni.mali' konzentriert“, erinnert sich die Gesprächspartnerin.
Derzeit reichen die Einnahmen des Unternehmens aus, um die Familie zu ernähren. Das Geschäft wächst. Wahrscheinlich wird es in Zukunft nötig sein, Mitarbeiter einzustellen.
Möbel aus Mikrozement als neuer Schritt
Im Frühjahr erweiterte das Unternehmen sein Sortiment und begann, mit Mikrozement beschichtete Möbel herzustellen. Diese stießen sofort auf beträchtliches Interesse.
Bislang entwirft „Mi.ni.mali“ das Möbelstück, die hölzerne Grundlage wird bei professionellen Tischlern bestellt, anschließend wird das Dekor in der Werkstatt von „Minimali“ aufgetragen. In Zukunft will das Unternehmen die Tischlerarbeiten jedoch selbst übernehmen.
Die erst seit einem halben Jahr angebotene Möbelproduktion zog die Aufmerksamkeit von Innenarchitekten auf sich. Es begann die Fertigung von Möbeln nach Bestellung.
Neben der Standardkollektion wurde bereits ein drei Meter langer Tisch neben dem Sofa im Wohnzimmer hergestellt. Derzeit wird ein großer Tisch produziert.
„Innenarchitekten gehören zu unseren wichtigsten Kunden, und wir haben ziemlich viele davon. Für sie sind sowohl Wohnakzente interessant, die wir ebenfalls nach Bestellung herstellen können, als auch Möbel“, erzählt A. Mališauskienė.
Kreativität statt großer Startinvestitionen
Obwohl für die Gründung eines solchen Geschäfts keine großen Investitionen nötig sind, sondern eher Einfallsreichtum und die Fähigkeit, schöne Dinge herzustellen, spürt die Unternehmerin bislang keine starke Konkurrenz.
„Ich denke, dass Konkurrenz in diesem Bereich überhaupt nicht möglich ist. Es ist Kreativität. Selbst wenn jemand anderes aus demselben Material produziert, wird der Stil dennoch anders sein. Wir wären keine Konkurrenten“, sagt die Frau.
Neben der Miete für die Räume fließen die bislang größten Beträge in Werbung. Sie ist in der Vorweihnachtszeit am intensivsten. Dann werden dafür auch 50 Euro pro Tag ausgegeben.
Obwohl das ganze Jahr über verkauft wird, erzielt das Unternehmen die höchsten Einnahmen gerade mit dem Verkauf von Weihnachtsgeschenken.
Aus einer persönlichen Gestaltungsidee ist damit Schritt für Schritt ein tragfähiges Familienunternehmen geworden. Die Geschichte von „Mi.ni.mali“ zeigt, dass eine Geschäftsidee nicht mit hohen Investitionen beginnen muss. Entscheidend können vielmehr ein klarer Stil, die Bereitschaft zum Experimentieren und der Mut sein, auf eine wachsende Nachfrage zu reagieren. Für Mališauskienė ist der nächste Entwicklungsschritt bereits absehbar: Aus der kleinen Werkstatt könnte schon bald ein Unternehmen mit eigenen Beschäftigten und einer deutlich größeren Möbelproduktion werden.

