Finanzen

Shell-Aktie profitiert von hohen Öl- und Gaspreisen

Der Iran-Krieg treibt die Energiepreise und beschert Shell Milliardenprofite. Die Shell-Aktie profitiert vom Boom – doch Anleger müssen genau auf die Risiken eines möglichen Kursrückschlags schauen.
30.07.2026 11:14
Aktualisiert: 30.07.2026 11:14
Lesezeit: 2 min
Shell-Aktie profitiert von hohen Öl- und Gaspreisen
Hohe Öl- und Gaspreise treiben Shells Gewinn. (Foto: dpa) Foto: Patrick Pleul

Shell-Aktie legt zu: Energiekonzern steigert Gewinn im zweiten Quartal um 42 Prozent

Die Shell-Aktie steht nach starken Quartalszahlen im Fokus der Anleger. Die wegen des Iran-Kriegs stark gestiegenen Öl- und Gaspreise lassen die Gewinne des britischen Energiekonzerns weiter sprudeln. Im zweiten Quartal erzielte Shell trotz Produktionsausfällen im Nahen Osten einen um Sonderposten bereinigten Gewinn von 9,8 Milliarden US-Dollar (8,6 Mrd Euro), wie der Konzern in London mitteilte.

Das Ergebnis lag 42 Prozent über dem Vorquartal und übertraf zugleich die Erwartungen der Analysten. Vor allem das Gasgeschäft, die Förderung und die Chemiesparte trugen zum Gewinnanstieg bei. Zudem kündigte der Öl- und Gasmulti ein weiteres Aktienrückkaufprogramm über mindestens 3 Milliarden Dollar an.

Die hohen Energiepreise infolge der geopolitischen Spannungen bescheren Shell weiterhin erhebliche Einnahmen. Besonders das Geschäft mit Flüssigerdgas (LNG) entwickelt sich zu einem wichtigen Wachstumstreiber. Shell gehört weltweit zu den größten LNG-Anbietern und profitiert davon, dass viele Länder ihre Energieversorgung angesichts der Unsicherheiten an den Märkten breiter aufstellen.

Gleichzeitig steht die Shell-Aktie vor der Herausforderung, ob der Konzern die hohen Gewinne auch in einem normalisierten Marktumfeld halten kann. Der aktuelle Boom hängt stark von den Rohstoffpreisen ab und könnte bei einer Entspannung der Lage im Nahen Osten an Dynamik verlieren.

Shell-Aktie: Konzern setzt weiter auf Aktienrückkäufe

Neben dem operativen Geschäft setzt Shell verstärkt darauf, Kapital an die Aktionäre zurückzugeben. Das neue Rückkaufprogramm über mindestens 3 Milliarden Dollar unterstreicht die Strategie des Konzerns, überschüssige Mittel nach Investitionen und Dividendenzahlungen an Anleger auszuschütten.

Shell hat in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Milliardenbeträge für Aktienrückkäufe eingesetzt. Der Konzern will damit die Attraktivität der Shell-Aktie steigern und Anleger trotz der langfristigen Herausforderungen für die Öl- und Gasbranche weiter an sich binden.

Shell-Aktie bleibt abhängig von Energiepreisen

Für Anleger bleibt die Shell-Aktie damit eine Wette auf die Entwicklung der Energiepreise. Kurzfristig profitiert der Konzern vom Ausnahmezustand an den Rohstoffmärkten: Hohe Öl- und Gaspreise, starke LNG-Geschäfte und milliardenschwere Aktienrückkäufe stützen die Bewertung.

Gleichzeitig zeigt der Gewinnsprung, wie stark Öl- und Gasunternehmen von geopolitischen Krisen profitieren können. Sollte sich die Lage im Nahen Osten entspannen und der Risikoaufschlag am Ölmarkt sinken, könnte der Rückenwind jedoch nachlassen. Entscheidend wird daher sein, ob Shell auch bei niedrigeren Energiepreisen seine hohe Profitabilität behaupten kann.

Langfristig sprechen die hohe Cash-Generierung, die Dividendenrendite und die konsequente Kapitalrückgabe dennoch für die Shell-Aktie.

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