Finanzen

Online-Broker-Vergleich: Die besten Aktiendepots für Anleger – Tipps zur Anbieterauswahl

Ein Online-Broker-Vergleich beginnt beim Wertpapierdepot: Ein Depot ist die Eintrittskarte zur Börse, nur mit einem Depot können Anleger in Aktien, ETFs, Anleihen oder Fonds investieren und ein Vermögen aufbauen. Doch zwischen den zahlreichen Fintechs, Online-Brokern und Internetbanken gibt es enorme Unterschiede. Wer nur auf niedrige Gebühren achtet, kann wichtige Kriterien übersehen. Dieser Online-Broker-Vergleich zeigt auf, worauf Anleger wie Sie bei der Auswahl eines Aktien-Depots unbedingt achten müssen.
24.08.2026 12:33
Aktualisiert: 01.01.2030 11:25
Lesezeit: 15 min
Online-Broker-Vergleich: Die besten Aktiendepots für Anleger – Tipps zur Anbieterauswahl
Welcher Online-Broker bietet die besten Konditionen für Ihr Aktiendepot? (Bild: ChatGPT)

Online-Broker-Vergleich: Die besten Aktiendepots – und was für Anleger besonders wichtig ist

Bei der Auswahl eines Brokers sollten Anleger vor allem auf die Kosten, die Sicherheit und das Angebot an handelbaren Wertpapieren achten. Niedrige Order- und Depotgebühren können langfristig Rendite sichern. Ein breites Angebot an Wertpapieren und Sparplänen erhöht die Flexibilität. Ebenso wichtig sind eine zuverlässige Regulierung, Einlagensicherung und eine benutzerfreundliche Handelsplattform. Wer einen ETF-Sparplan anlegen möchte, sollte sich zudem anschauen, wie flexibel die Sparraten bei den jeweiligen Anbietern sind.

Damit Ihnen die Auswahl nicht allzu schwer fällt, haben wir in unserem Online-Broker-Vergleich nur die besten Anbieter auf Herz und Nieren getestet. Wir haben Online-Broker, Neobroker und Internetbanken aus unserem Vergleich ausgeschlossen, die beispielsweise eine Gebühr für die Depotführung erheben und die nicht der Einlagensicherung der Europäischen Union unterliegen – mehr dazu und nach welchen Kriterien wir die besten Online-Broker ausgewählt haben, erfahren Sie im Laufe dieses Brokerchecks.

Testsieger: Die besten Anbieter im DWN-Online-Broker-Test

Wer bereits Erfahrung mit dem Börsenhandel gesammelt hat oder auf lange Erklärungen gerne verzichtet, den spannen wir nicht länger auf die Folter. Im Folgenden finden Sie die drei Broker-Empfehlungen der DWN (den ausführlichen Vergleich von insgesamt 15 Depotanbietern gibt es weiter unten, denn nicht für jeden Anlegertyp sind unsere Testsieger passend):

Warum wir die Online-Broker Finanzen.net Zero und S-Broker sowie den Neobroker Smartbroker+ zu den Testsiegern des Online-Broker-Vergleichs gekürt haben, erfahren Sie weiter unten. Verraten können wir an dieser Stelle aber bereits, dass die drei Testsieger zu den besten Brokern gehören was die Themen Kosten und Sicherheit angeht. Nicht für jeden Anleger sind diese drei Depotanbieter die beste Wahl, zum Beispiel wenn der Handel besonders exotischer Wertpapiere für Sie als Anleger wichtig ist – auch dazu später mehr.

Warum Sie jetzt ein Wertpapierdepot eröffnen sollten

Vermögensaufbau gelingt nicht mit einem Tagesgeldkonto oder über Festgeldsparen allein – trotz der aktuell relativ attraktiven Zinsen. Ein erfolgreicher Vermögensaufbau ist immer gut diversifiziert, er basiert also auf vielen verschiedenen Geldanlagen. Dazu gehören Zinsanlagen wie Tagesgeld oder Festgeld, vielleicht eine Immobilie oder ein Goldinvestment, außerdem ein Börseninvestment. Letzteres ist aufgrund der hohen Renditechancen – vor allem beim langfristigen Vermögensaufbau – unverzichtbar.

Der MSCI World-Index beispielsweise hat zwischen Januar 2016 und Januar 2026 jedes Jahr durchschnittlich rund 13,7 Prozent an Wert zugelegt. Wer in dieser Zeit investiert war, hat sein Kapital mehr als verdreifachen können, aus 10.000 Euro wurden so in diesem Zeitraum mehr 36.000 Euro – dank Zinseszinseffekt. Wenn Sie also noch nicht an der Börse investiert sind, dann sollten Sie schnellstmöglich ein Wertpapierdepot eröffnen. Und wenn Sie bereits ein Depot besitzen, dann sollten Sie unseren aktuellen Online-Broker-Vergleich nutzen, um Kosten, Sicherheit und andere Auswahlkriterien miteinander zu vergleichen. Eventuell macht es für Sie ja Sinn, den Anbieter zu wechseln. Wie Sie Ihr Wertpapierdepot wechseln, zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt im Ratgeber-Artikel Depotübertrag.

Klar ist: Wer jetzt ein Depot eröffnet, zahlt bei Brokern meist keinen Cent für die Depotführung sowie oft lediglich einen Euro pro Order. Manchmal fällt auch gar keine Ordergebühr an, unter anderem bei finanzen.net Zero und Smartbroker. Bei klassischen Direktbanken wie der Postbank sind 9,95 Euro pro Trade weiterhin Standard. Über einen Anlagezeitraum von zehn Jahren und bei nur vier Trades jährlich entsteht so ein Unterschied von rund 450 Euro.

Was sich über diesen relativ langen Zeitraum gar nicht so viel anhört, muss aber zum einen mit dem Investment erst wieder erwirtschaftet werden. Zum zweiten könnte der Anleger dieses Kapital nutzen, um im Depot eine höhere Rendite zu erzielen. Auch vermeintlich kleine Beträge können so schnell den Erfolg des Vermögensaufbaus bremsen, schließlich fällt der Zinseszinseffekt für die Höhe dieses Betrags weg. So werden aus 450 Euro vermeidbaren Kosten schnell mal 800 oder 900 Euro, die dem Investment am Ende fehlen – je nach Anlageerfolg.

Wertpapierdepot: Was ist das – und wofür brauche ich das?

Ohne ein Wertpapierdepot geht nix, jeder Anleger benötigt zwingend ein Depot, also ein spezielles Konto für Wertpapiere. Ohne Depot ist der Kauf von Aktien, ETFs oder Anleihen nicht möglich. Zu einem Wertpapierdepot, manchmal auch als Aktiendepot bezeichnet, gehört ein Verrechnungskonto. Auf einem Verrechnungskonto stellen Sie als Anleger das Geld für den Wertpapierhandel zur Verfügung, dort werden auch Verkaufserlöse sowie Erträge wie Dividenden und Zinsen gutgeschrieben.

Ihre Wertpapiere gelten als Sondervermögen und gehören Ihnen, nicht Ihrem Broker. Ginge der Depotanbieter pleite, dann gehören Wertpapiere wie Aktien und ETFs oder Börsenprodukte wie Zertifikate und CFDs weiterhin Ihnen. Alles, was Sie an der Börse handeln und auf dem Depot Ihres Online-Brokers oder Ihres Neobrokers liegt fällt bei einer Insolvenz des Anbieters nicht in die Insolvenzmasse.

Für Guthaben auf dem Verrechnungskonto gilt die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Kunde und Bank. Wichtig ist: Mehrere Broker können dieselbe Partnerbank nutzen. Die Einlagensicherung gilt daher bankbezogen – nicht depot- oder brokerbezogen. Liegen über verschiedene Broker Guthaben bei derselben Bank, werden diese für die Berechnung der Sicherungsgrenze zusammengezählt. Besitzen Sie als Anleger also beispielsweise gleichzeitig ein Depot bei Scalable Capital, Smartbroker und bei finanzen.net Zero, dann gilt für alle drei Broker zusammen insgesamt die Sicherungsgrenze von 100.000 Euro, weil alle drei Broker dieselbe Partnerbank haben: die Baader Bank. Käme es also zur Insolvenz der Baader Bank und Sie haben auf den Verrechnungskonten aller drei Broker mehr als 100.000 Euro liegen, dann wäre die Kohle oberhalb dieser magischen Grenze futsch.

Wichtig: Diese Regel betrifft nur das Guthaben auf dem Verrechnungskonto. Die im Depot gehaltenen Wertpapiere (Aktien, ETFs, Fonds usw.) bleiben grundsätzlich Eigentum des Anlegers.

Kleine Sparraten können langfristig viel bewirken

Ein ETF-Sparplan kann für Anfänger ein perfekter Börseneinstieg sein: Bereits ab geringen monatlichen Sparbeträgen können Sie einen ETF-Sparplan einrichten und ihn meist kostenlos über viele Jahre besparen.

Wer beispielsweise monatlich zehn Euro anlegt, käme bei einer angenommenen jährlichen Durchschnittsrendite von 7,5 Prozent nach 25 Jahren auf einen Depotwert von rund 8.500 Euro. Bei monatlich 50 Euro wären es mehr als 42.000 Euro. Eine Rendite von 7,5 Prozent pro Jahr ist selbstverständlich nicht garantiert, entspricht historisch aber ungefähr der durchschnittlichen Entwicklung des Industrieländer-Aktienindex MSCI World. Viele Depotanbieter ermöglichen ETF-Sparpläne bereits ab einer monatlichen Sparrate von nur einem Euro.

Tipp: In unserem MSCI World-ETF-Vergleich zeigen wir Ihnen, wie Sie den richtigen ETF auf den Weltaktienindex auswählen und damit langfristig Vermögen aufbauen können.

Broker im Vergleich: Welche Anbieter-Typen gibt es und was hat das mit den Kosten zu tun?

Broker verfolgen verschiedene Geschäftsmodelle und sprechen unterschiedliche Zielgruppen an. Aus diesem Grund ist nicht jeder Depotanbieter für jeden Anleger der beste. Filialbanken wie Sparkassen oder Volksbanken bieten persönliche Beratung, sind aber oft teuer. Direktbanken wie ING, Comdirect oder Consorsbank kombinieren ein breiteres Leistungsangebot mit höheren Orderkosten. Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital setzen auf niedrige Gebühren und eine App-fokussierte Bedienung. Online-Broker wie Finanzen.net Zero verbinden niedrige Kosten mit einem größeren Handelsangebot und zusätzlichen Werkzeugen.

In diesem Online-Broker-Vergleich stehen unterschiedliche Geschäftsmodelle nebeneinander, wir haben aber einige Anbieter im Vorfeld ausgeschlossen. Nicht dabei sind beispielsweise ...

  • Bitpanda, Interactive Brokers, Captrader und Freedom24, weil Anleger nicht den Schutz der deutschen Einlagensicherung bis 100.000 Euro genießen dürfen,
  • Tradegate Direct, weil das Mindestordervolumen mit 500 Euro vergleichsweise hoch ist für Einsteiger,
  • Comdirect und Comdirect Pure Depot, Consorsbank, Joe Broker, DKB, Postbank, Geno Broker, Deutsche Bank Maxblue und 1822direkt, weil die Trustpilot-Bewertung unter 3 liegt.

Im Online-Broker-Vergleich der DWN konzentrieren wir uns vor allem auf günstige und sichere Anbieter, die ein Börseninvestment auch für Einsteiger besonders leicht möglich machen.

Aspekt Sicherheit: Einlagensicherung der Europäischen Union

Sicherheit ist ein besonders wichtiges Kriterium bei einem Anbietertest – ob bei einem Depot-Vergleich, einem Neobroker-Vergleich, einem ETF-Vergleich oder einem Online-Broker-Vergleich wie diesem. Das eigene Geld muss immer bestmöglich abgesichert sein, sowohl vor Insolvenzen Dritter als auch vor Enteignung.

Klar ist inzwischen, dass Wertpapiere immer Ihr Eigentum bleiben, auch wenn der Anbieter des Wertpapierdepots Insolvenz anmelden muss. Das liegt daran, dass Aktien, ETFs und Investmentfonds Sondervermögen gehören. Mit dem Geld auf dem Verrechnungskonto gestaltet sich das allerdings etwas anders: Geht Ihr Broker oder die Depotbank pleite, dann ist das Geld auf Ihrem Verrechnungskonto nicht automatisch abgesichert und könnte Teil der Insolvenzmasse werden. Das dies nicht passiert, liegt an der Einlagensicherung, die Ihr Geld schützt – allerdings nur bis zu einem bestimmten Betrag. Innerhalb der Europäischen Union sind Guthaben bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank gesetzlich geschützt. Die gesetzliche Einlagensicherung greift, wenn eine Bank zahlungsunfähig wird. Kunden erhalten dann ihr Guthaben bis zur festgelegten Obergrenze zurück.

Wenn Sie in Deutschland ein Konto oder ein Wertpapierdepot mit Verrechnungskonto eröffnen, sind Ihre Einlagen durch die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) geschützt. Die EdB ist also die deutsche Umsetzung der EU-Vorgaben – keine zusätzliche oder höhere Einlagensicherung. Eine Besonderheit in Deutschland sind aber die Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken. Diese verfügen zusätzlich über sogenannte Institutssicherungssysteme. Dabei steht nicht die Entschädigung der Kunden nach einer Insolvenz im Vordergrund. Stattdessen unterstützen sich die Mitgliedsinstitute gegenseitig finanziell, damit es möglichst gar nicht erst zu einer Insolvenz kommt. In unserem Online-Broker-Vergleich gibt es fünf Anbieter, die davon profitieren:

  • Bei Finanzen.net Zero, Smartbroker+, Scalable Capital und Just Trade greift zusätzlich der Schutz durch den Einlagensicherungsfonds der privaten Banken.
  • Bei S-Broker greift zusätzlich der Schutz durch den Sparkassenhaftungsverband.

Kein Nachteil, aber wissenswert: Einige Broker verwahren Kundengelder bei Partnerbanken in anderen EU-Ländern. Bei Trade Republic und Scalable Capital beispielsweise kann ein Teil des Geldes bei Partnerbanken in Frankreich liegen. In diesem Fall gilt die französische Einlagensicherung. Da die Einlagensicherung innerhalb der EU harmonisiert ist, sind Einlagen auch dort bis 100.000 Euro je Kunde und Bank geschützt. Unterschiede bestehen hauptsächlich darin, welche nationale Sicherungseinrichtung im Entschädigungsfall zuständig ist, für den Kunden entsteht dadurch kein Nachteil.

Wichtig: Nicht abgesichert ist selbstverständlich die Wertentwicklung Ihrer Aktien, ETFs oder Anleihen. Ein Börseninvestment bietet leider nicht nur große Renditechancen, es ist immer auch mit einem gewissen Risiko verbunden.

Zinsen aufs Verrechnungskonto: Anbieter im Check

Bei einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox wurden am 13. Juli 2026 zehn günstige Anbieter bewertet. Depotführung und Sparplanausführung sind bei all diesen zehn Anbietern kostenlos, bei manchen Anbietern wird das Kapital auf dem Verrechnungskonto aber auch noch relativ gut verzinst. Scalable Capital mit 2,50 Prozent und Trade Republic mit 2,25 Prozent stechen dabei heraus. Bei Smartbroker+ und Traders Place gibt es immerhin noch 2,00 Prozent Zinsen.

Auch einer unserer Testsieger verzinst das Guthaben auf dem Verrechnungskonto: Bei S-Broker gibt es immerhin noch 1,50 Prozent Zinsen auf das geparkte Geld auf dem Verrechnungskonto. Keine Guthabenzinsen gibt es hingegen unter anderem bei Finanzen.net Zero, Revolut und Flatex.

Kosten, Steuern und Spreads: So wird die Rendite (negativ) beeinflusst

In einem Online-Broker-Vergleich sind direkte und indirekte Kosten entscheidend. Zu den wichtigsten zählen Gebühren für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren, mögliche Handelsplatzentgelte sowie Kosten für Sparpläne. Einige Broker bieten ETF- oder Aktiensparpläne kostenlos an, während andere dafür eine prozentuale Gebühr oder einen Festpreis berechnen. Auch Fremdkosten, etwa für Börsenplätze im In- und Ausland, können anfallen.

Ordergebühren

Die Ordergebühr ist der Preis für den Kauf oder Verkauf von Aktien, ETFs oder Anleihen. Während einige Online-Broker feste Gebühren pro Transaktion berechnen, zum Beispiel S-Broker und Trade Republic, bieten andere den Handel bereits ab 0,00 Euro an. Dazu gehören Finanzen.net Zero, Smartbroker+ und Traders Place.

Wer regelmäßig handelt, sollte die Orderkosten genau vergleichen, da sie die Rendite langfristig spürbar beeinflussen können. Brokergebühren wirken wie negative Zinseszinsen. Bei vier Trades pro Jahr mit jeweils 2.500 Euro Volumen fallen beim günstigsten Anbieter 0 Euro Ordergebühren zuzüglich marktüblicher Spreads an. Eine typische Direktbank verlangt für dieselben Trades rund 45 Euro. Über einen Anlagehorizont von zehn Jahren beträgt die Differenz rund 450 Euro.

Handelsplatzentgelte

Neben der eigentlichen Ordergebühr können zusätzliche Handelsplatzentgelte anfallen. Diese werden von Börsen oder außerbörslichen Handelsplätzen erhoben und unterscheiden sich je nach Handelsplatz und Wertpapier. Vor jeder Order sollten Anleger prüfen, welche Gesamtkosten für den gewünschten Handelsplatz entstehen – und ob es sinnvoll ist, das gewünschte Wertpapier an einem anderen Handelsplatz zu kaufen.

Sparplangebühren

Wer regelmäßig in Aktien, ETFs oder Fonds investiert, nutzt häufig einen Sparplan, gerade ETF-Sparpläne sind bei Börsenanfängern sehr beliebt beim Vermögensaufbau. Viele Online-Broker bieten ausgewählte Sparpläne kostenlos an, während andere einen festen Betrag oder einen prozentualen Anteil der Sparrate berechnen. Ein Vergleich lohnt sich insbesondere bei langfristigen Sparplänen.

Bei den Testsiegern Finanzen.net Zero, S-Broker und Smartbroker beispielsweise liegen die Ausführungskosten für Sparpläne ausnahmslos bei 0,00 Euro. Interactive Brokers und Comdirect hingegen verlangen einen prozentualen Anteil der Sparrate, ebenso 1822direkt und Deutsche Bank Maxblue. Die DKB berechnet pro Sparplanausführung 1,50 Euro – unabhängig von der Höhe der Sparrate. Bei einem kleinen Sparbetrag kann es für Maxblue-Kunden dann schnell teuer werden: Wer einen ETF-Sparplan bei Maxblue jeden Monat mit 25,00 Euro bespart, muss dann regelmäßig über 6,0 Prozent Gebühren berappen – von der Rendite, die mit einem erfolgreichen Aktieninvestment oder einem ETF auf MSCI World-Index erzielt werden kann, bleibt dann nicht mehr viel übrig.

Depotführungsgebühren

Die meisten Online-Broker verzichten inzwischen auf eine Depotführungsgebühr. Dennoch gibt es vereinzelt Anbieter, die für die Depotverwaltung Kosten berechnen oder bestimmte Bedingungen an eine kostenlose Depotführung knüpfen. Flatex beispielsweise verlangt eine Verwahrgebühr unter anderem für Xetra-Gold, bei Comdirect und Geno Broker fällt nur dann keine Gebühr für die Depotführung an, wenn eine gewisse Anzahl an Orders ausgeführt werden. Ein Blick ins Preis- und Leistungsverzeichnis des jeweiligen Anbieters verhindert unangenehme Überraschungen.

Kosten für Währungsumrechnungen

Beim Kauf ausländischer Wertpapiere können Gebühren für die Währungsumrechnung entstehen. Diese werden häufig als Aufschlag auf den Wechselkurs berechnet und sind nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Gerade bei häufigen Investitionen außerhalb des Euroraums sollten Anleger diese Kosten berücksichtigen.

Wertpapierkredite

Einige Online-Broker bieten Wertpapierkredite an, mit denen Anleger auf Basis ihres Depots zusätzliches Kapital aufnehmen können. Für den geliehenen Betrag fallen Zinsen an, deren Höhe sich je nach Broker deutlich unterscheidet. Vor der Nutzung sollten Anleger die Konditionen sorgfältig vergleichen.

Gebühren für Sonderleistungen

Zusätzliche Kosten können auch für besondere Serviceleistungen entstehen. Dazu zählen beispielsweise der Versand von Depotunterlagen per Post, die Ausstellung von Ersatzdokumenten oder die Eintragung zu Hauptversammlungen. Solche Gebühren fallen meist nur in speziellen Fällen an, Sie sollten diese aber dennoch beachten.

Was sind Spreads?

Der Spread ist die Differenz zwischen dem Kauf- und Verkaufskurs eines Wertpapiers. Zu den üblichen Handelszeiten zwischen etwa 9:00 und 17:30 Uhr sind die Spreads in der Regel am engsten. Außerhalb dieser Zeiten kann derselbe Trade indirekt teurer werden, der Kauf einer Aktie ist also nach Börsenschluss, am Wochenende und an Feiertagen meist teurer. Achten Sie am besten darauf, dass Sie Ihre Wertpapierorders tagsüber an einem Werktag ausführen.

Mit einem Freistellungsauftrag Steuern sparen

Mit einem Freistellungsauftrag können Sie Ihre Kapitalerträge bis 1.000 Euro pro Jahr steuerfrei stellen, bei gemeinsam veranlagten Paaren sind es sogar bis zu 2.000 Euro. Ohne Freistellungsauftrag führt der Broker automatisch 25 Prozent Abgeltungssteuer ab.

Das PFOF-Verbot kann Konditionen verändern

Viele günstige oder kostenlose Online-Broker finanzierten ihr Geschäftsmodell bislang teilweise über das sogenannte Payment for Order Flow (PFOF). Dabei erhalten Broker eine Vergütung von Handelsplätzen dafür, dass sie Kundenaufträge dorthin weiterleiten. Auf diese Weise können sie ihren Kunden besonders niedrige Ordergebühren anbieten oder sogar komplett auf Ordergebühren verzichten.

Seit dem 30. Juni 2026 ist dieses Modell für Neukunden in der Europäischen Union grundsätzlich nicht mehr zulässig. Online-Broker, Neobroker und andere Depotbanken müssen ihre Geschäftsmodelle deshalb anpassen. Wer einen Online-Broker auswählt, sollte deshalb nicht nur auf die aktuellen Gebühren achten, sondern auch verfolgen, wie sich das Preis- und Leistungsangebot seit dem PFOF-Verbot entwickelt hat. Ein regelmäßiger Vergleich der Konditionen kann sich ab sofort noch stärker lohnen.

Trade Republic hat bereits reagiert: Statt ausschließlich Lang & Schwarz stehen nun 30 Handelsplätze zur Wahl. Wer selbst auswählt, zahlt zwei Euro pro Order. Wer sich einen Handelsplatz zuteilen lässt, zahlt weiterhin einen Euro pro Order. Ob andere Anbieter ihre Preise ändern, ist bisher noch offen.

Online-Broker-Vergleich: Welche Anbieter schneiden besonders gut ab?

Wie bereits erwähnt, sollten Anleger auf Kosten und Sicherheit beim Börsenhandel ein besonderes Augenmerk legen. Entsprechend wiegen diese beiden Wertungskategorien bei unserem Online-Broker-Vergleich schwerer als andere Kategorien. Folgende Kriterien haben wir für die Bewertung in diesem Broker-Test herangezogen:

  • Kosten: Depotführungsgebühr, Ordergebühr, Ausführungskosten Sparplan, Kosten bei 1.000 Euro Ordervolumenausführung, Mindestordervolumen
  • Sicherheit: Einlagensicherung
  • Angebot: Auswahl an Ordertypen, Handelsplätze, Anzahl Sparpläne, Sparrate, Wertpapierkredit, Bruchstückhandel, Guthabenzinsen
  • Trustpilot-Bewertung

1. Finanzen.net Zero: Geringe Kosten bei breitem Angebot

Finanzen.net Zero ist der Testsieger im DWN-Broker-Vergleich, weil der Anbieter geringe Kosten mit einem großen Angebot bei hoher Sicherheit verbindet. Wie bei allen in unserem Test zugelassenen Broker müssen Anleger keinen Cent für die Depotführung zahlen, die Ordergebühr liegt ebenfalls bei 0,00 Euro (zzgl. Spreads). Lediglich bei Kleinstorders berechnet der in Karlsruhe ansässige Online-Broker einen Euro Mindermengenzuschlag. Ausführungskosten für einen Sparplan fallen nicht an, entsprechend fallen keine Kosten bei einem Ordervolumen in Höhe von 1.000 Euro an. Es gibt kein Mindestordervolumen.

Finanzen.net Zero arbeitet mit der Baader Bank zusammen. Bei der deutschen Depotbank sind Ihre Einlagen durch die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) geschützt, außerdem greift bei der Baader Bank im Fall der Fälle der Schutz durch den Einlagensicherungsfonds der privaten Banken.

Die Auswahl an Ordertypen ist groß (Limit, Trailing, Stop, OCO). Anfang August 2026 steht mit Gettex zwar nur ein einziger börslicher Handelsplatz zur Verfügung, der außerbörsliche Handel (OTC) kann aber für ausgewählte Optionsscheine und Zertifikate genutzt werden. Die Anzahl Sparpläne ist mit mehr als 2.500 ETFs, über 8.200 Aktien und 59 Kryptowährungen überdurchschnittlich hoch, Krypto-Sparpläne bieten zudem nur wenige andere Broker an. Bereits ab einer Sparrate von einem Euro sind Sparpläne möglich, Sie können bei Finanzennet Zero zudem einen Wertpapierkredit in Anspruch nehmen, der Bruchstückhandel ist nicht nur bei Sparplänen möglich. Guthabenzinsen auf das Verrechnungskonto gibt es nicht.

Bei Trustpilot gibt es sehr gute Finanzen.net Zero Erfahrungen: 4,5 lautet die Trustpilot-Bewertung für den Karlsruher Online-Broker. In unserem Online-Broker-Test erhält Finnet Zero entsprechend auch eine Bewertung von 4,5 (von maximal 5) DWN-Sternen.

2. Smartbroker+: Günstig mit leichten Abstrichen beim Angebot

Smartbroker+ erreicht im DWN-Broker-Vergleich den zweiten Platz. Für eine Order ab 500 Euro fällt beim Handelsplatz Gettex keine Gebühr an (zzgl. Spreads), für kleinere Aufträge wird ein Euro berechnet. An anderen Handelsplätzen können auch höhere Entgelte anfallen – auf solche Besonderheiten sollten Sie als Anleger grundsätzlich achten und immer einen Blick ins Preis- und Leistungsverzeichnis werfen, bevor Sie sich für einen Anbieter entscheiden. Die Ausführungskosten für einen Sparplan liegen bei ausgewählten Partnerprodukten bei 0,00 Euro. Bei einem Ordervolumen in Höhe von 1.000 Euro entstehen über Gettex keine Orderkosten. Ein formales Mindestordervolumen gibt es nicht.

Konto und Depot werden ebenfalls von der Baader Bank geführt. Guthaben sind dort grundsätzlich bis 100.000 Euro durch die gesetzliche Einlagensicherung sowie durch den Einlagensicherungsfonds der privaten Banken geschützt.

Der in Berlin ansässige Smartbroker+ unterstützt die Ordertypen Limit, Stop und Trailing Stop, nicht aber OCO. Neben Gettex stehen weitere deutsche und internationale Handelsplätze sowie außerbörsliche Handelspartner zur Verfügung. Die Anzahl der Sparpläne ist mit mehr als 2.400 ETFs und über 7.500 Aktien sehr hoch. Sparraten sind zwischen einem und 5.000 Euro möglich, bei Sparplänen wird auch der Bruchstückhandel angeboten. Über Smartbroker+ können Sie einen Wertpapierkredit nutzen. Guthabenzinsen von 2,00 Prozent werden über ein separates Zinskonto bei der Baader Bank angeboten und gelten nicht automatisch für jedes unverzinste Verrechnungsguthaben.

Die Trustpilot-Bewertung fällt mit 3,6 überdurchschnittlich gut aus, im DWN-Test erhält Smartbroker+ 4 von 5 Sternen.

3. S-Broker: Umfangreicher Handel mit Sparkassen-Sicherheit

Der S Broker belegt im DWN-Vergleich den dritten Platz. S-Broker berechnet eine Ordergebühr von 0,95 Euro, entsprechend betragen die Kosten bei einem Ordervolumen in Höhe von 1.000 Euro ebenfalls 0,95 Euro. Die Ausführungskosten für Sparpläne liegen bei 0,00 Euro. Ein allgemeines Mindestordervolumen besteht nicht. Je nach Handelsplatz, Produkt und Orderart können jedoch zusätzliche Fremdkosten oder Spreads entstehen.

Der S-Broker gehört zur Sparkassen-Finanzgruppe. Guthaben sind bis 100.000 Euro gesetzlich abgesichert, darüber hinaus greift das institutsbezogene Sicherungssystem bzw. der Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe.

Bei den Ordertypen ist die Auswahl groß: Limit-, Stop-, Trailing- und OCO-Orders sind möglich. Hinzu kommen zahlreiche inländische und ausländische Börsen sowie umfangreiche Möglichkeiten im außerbörslichen Direkthandel. Im Vergleich werden mehr als 2.450 ETF- und über 3.000 Aktiensparpläne genannt. Der Anbieter selbst wirbt inzwischen mit insgesamt mehr als 9.000 sparplanfähigen Wertpapieren. Die Sparrate beginnt bei fünf Euro, die Ausführung von Aktien-, ETF- und Zertifikatesparplänen ist kostenlos. Bruchstückhandel ist im Rahmen von Sparplänen möglich. Zudem bietet der S-Broker einen Wertpapierkredit an. S-Broker zahlt 1,50 Prozent Guthabenzinsen auf das Verrechnungskonto.

Die S-Broker Erfahrungen sind positiv, mit 3,7 vergeben Kunden eine überdurchschnittliche Trustpilot-Bewertung. Im DWN-Online-Broker-Vergleich erhält S-Broker ebenfalls 4 von 5 Sternen.

Traders Place, Trade Republic, Revolut, Flatex und Co.: Deutliche Unterschiede bei Kosten, Sparplänen und Zusatzleistungen

Die Broker auf den Plätzen vier bis zehn richten sich an unterschiedliche Anlegertypen und unterscheiden sich vor allem bei Gebühren, Sparplänen und Zusatzfunktionen. Traders Place und Scalable Capital (Free Broker) überzeugen mit niedrigen Orderkosten, einer großen Auswahl an Handelsplätzen bzw. Sparplänen sowie der Möglichkeit, einen Wertpapierkredit zu nutzen. Trade Republic setzt auf ein besonders einfaches Gebührenmodell mit einer Fremdkostenpauschale von einem Euro. Zudem bietet der Broker Trade Republic eine breite Auswahl an ETF-, Aktien- und Krypto-Sparplänen.

Just Trade punktet ebenfalls mit günstigen Konditionen, fällt jedoch durch ein kleineres Sparplanangebot und eine Mindestsparrate von 25 Euro etwas zurück. Revolut verbindet Wertpapierhandel mit einer umfangreichen Banking-App, verlangt außerhalb des Freikontingents allerdings prozentuale Ordergebühren.

Anleger, für die eine große Auswahl an exotischen Wertpapieren wichtig ist, ist Flatex möglicherweise die richtige Wahl. Flatex bietet zahlreiche Handelsplätze, viele Ordertypen und einen Wertpapierkredit, gehört mit 5,90 Euro pro Order aber zu den teuersten Anbietern im Vergleich. Die ING-Diba richtet sich vor allem an Kunden einer klassischen Direktbank und überzeugt durch Sicherheit sowie ein solides Leistungsangebot. Mit 7,40 Euro Kosten bei einer Order über 1.000 Euro ist sie jedoch der teuerste Broker im DWN-Vergleich und landet deshalb auf dem zehnten Platz.

So finden Sie den passenden Anbieter für sich

Die Entscheidung für einen Online-Broker sollte mit Ihrer Anlagestrategie beginnen. Für einen einfachen ETF-Sparplan reichen meist kostenlose Depotführung, niedrige Mindestsparrate und kostenlose Ausführung. Für Einzelaktien, Anleihen, Derivate, viele Börsenplätze, Analysewerkzeuge oder Hilfe kann ein breiteres Angebot wichtiger sein. Wer viele exotische Wertpapiere handeln möchte, für den kann der relativ teure Online-Broker Flatex die richtige Wahl sein.

Beachten Sie also beim Onlinebrokervergleich und Ihrer Entscheidung für oder gegen einen Depotanbieter auch, wie gut App und Webzugang sind, welche Ordertypen angeboten werden, was Sparpläne kosten, ob Steuern automatisch abgeführt werden, inwiefern Vollmachten und Depotüberträge unkompliziert möglich sind. Wer für Sie persönlich "bester Online-Broker" ist, können deshalb Sie selbst am besten beantworten. Mit unserem Online-Broker-Vergleich und den bereits mehrfach genannten Testsiegern können und wollen wir Ihnen vor allem Orientierung in einem mehr und mehr unübersichtlichen Anbieterdschungel geben.

Online-Broker-Vergleich: Sicherheit und geringe Kosten schlagen großes Angebot

Der Online-Broker-Vergleich zeigt relativ große Unterschiede auf zwischen günstigen Online-Brokern und Neobrokern auf der einen Seite und den hochpreisigen Direktbanken. Diese sind oft etwas leistungsstärker und bieten mehr Handelsplätze, Produkte sowie Service.

Für Einsteiger mit kleinen ETF-Sparraten sind Finanzen.net Zero, Smartbroker+, Traders Place, Scalable Capital (Free Broker) sowie Trade Republic besonders günstig. Für höhere Ansprüche kommen S-Broker und Flatex infrage. Dazwischen bewegt sich das Angebot von Just Trade. ING-Diba ist aus unserer Sicht für Einsteiger und ETF-Sparer mit gewisser Börsenerfahrung zu hochpreisig.

Der Online-Broker im Vergleich macht deutlich: Entscheidend ist nicht allein der niedrigste Preis. Prüfen Sie Sicherheit, Verrechnungskonto, Handelsplätze, Produktangebot und Service. Ein letzter Blick auf den Online-Broker-Vergleich vor der Depoteröffnung schützt vor unnötigen Kostenfallen.

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Markus Gentner

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

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