Panorama

Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle: Sprengladung entschärft

Nach einem nächtlichen Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle ermittelt die sächsische Polizei. Spezialisten entschärften die Drohne mit Sprengvorrichtung. Geprüft wird nun eine mögliche politische Motivation.
05.08.2026 14:55
Lesezeit: 2 min
Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle: Sprengladung entschärft
Der Flughafen Leipzig/Halle hat in der Nacht den Flugbetrieb eingestellt, nachdem ein unbekanntes Flugobjekt und zugleich ein verdächtiger Gegenstand gefunden wurden. (Foto: dpa) Foto: Tobias Junghanns

Flughafen Leipzig: Drohne mit Sprengladung entschärft

Nach dem nächtlichen Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle haben Spezialisten der Bundespolizei eine Drohne mit einer Sprengvorrichtung entschärft. Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) wurde der Zünder einer noch unbekannten Sprengvorrichtung entfernt.

Politische Motivation wird nicht ausgeschlossen

Die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden und das im LKA ansässige Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) haben die Ermittlungen übernommen. Sie schließen eine politische Motivation nicht aus. Deshalb ist auch das PTAZ im Einsatz, hieß es. Der Flughafen gehöre zum Bereich der kritischen Infrastruktur.

Zweites Flugobjekt stieß mit Frachtflieger zusammen

Nach Angaben des LKA wurde die Drohne mit der Sprengvorrichtung auf der Start- und Landebahn Südpiste von einem Mitarbeiter des Flughafens gefunden. Ein mutmaßlich zweites unbekanntes Flugobjekt sei mit einem Frachtflugzeug zusammengestoßen, nachdem es wegen der zuvor erfolgten Sperrung der Landebahn wieder durchstartete. Bei der Maschine konnten nach der Landung in Hannover leichte Beschädigungen festgestellt werden, hieß es.

Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) sprach von einem "sehr ernsten Sicherheitsvorfall." Deshalb ermittelten Landes- und Bundessicherheitsbehörden unter Hochdruck Hand in Hand. Unter anderem sei das Gemeinsame Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen (GAZ Hybrid) und die Drohnenabwehr der Bundespolizei involviert. Er stehe dazu auch in ständigem Austausch mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU).

Der Flugbetrieb wurde nach Feststellung der Drohne in der Nacht zunächst komplett eingestellt. Nach einer umfangreichen Kontrolle des Flughafens konnte die Start-/Landebahn Nordpiste noch in der Nacht wieder freigegeben werden. Die Start-/Landebahn Südpiste sollte aus Wartungsgründen am Mittwoch nicht genutzt werden.

"Es besteht keine Gefahr für Leib oder Leben von Passagieren oder Mitarbeitern des Flughafens. Der Flugverkehr für Passagiere ist nicht beeinträchtigt", stellten die Ermittler klar.

Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle: Ermittlungen laufen

Die Ermittlungen zum nächtlichen Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle laufen jetzt allein in sächsischer Regie. "Die Bundespolizei ist inzwischen mit ihrer Arbeit durch. Jetzt sind unsere Kriminaltechniker dran", sagte der Leipziger Polizeisprecher Olaf Hoppe. Die Ermittlungen würden von Kollegen der Polizeidirektion Leipzig und des Landeskriminalamtes Sachsen geführt.

Sichtung eines Flugobjektes und Fund von Gegenstand am Boden

Nach Angaben von Hoppe war kurz vor Mitternacht ein unbekanntes Flugobjekt am Flughafen gesichtet worden. Darauf habe man sofort reagiert und den Flugbetrieb einschränken müssen. Fast zeitgleich habe man auf der Südpiste des Flughafens ein Objekt gefunden, das bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht identifiziert sei. Nähere Angaben machte der Polizeisprecher nicht. Er ließ auch offen, ob der Gegenstand in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeuges gefunden wurde.

Nach Informationen aus Sicherheitskreisen war am Morgen von einer Drohne die Rede, an der Sprengstoff und ein Zünder befestigt gewesen sein sollen. Zuerst hatte Bild über den Vorfall berichtet.

Hoppe zufolge kommt es am Flughafen im Norden von Leipzig immer wieder zu Sichtungen von Drohnen. Manchmal könne man sie auch nicht identifizieren. "Im Moment wissen wir tatsächlich nicht, was es für ein Objekt war. Jetzt gilt es also herauszufinden, was dieses Objekt war und ob das mit diesem Objekt, was wir am Boden gefunden haben, zusammenhängt."

Der Sprecher stellte klar, dass Unbefugte nicht einfach auf das Rollfeld gelangen können. Es liege der Schluss nahe, dass das besagte Objekt auch aus der Luft auf den Boden gelangt sei.

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