Finanzen

Daimler Truck-Aktie fällt nach Gewinneinbruch: Was Anleger jetzt wissen müssen

Die Daimler Truck-Aktie steht nach den Quartalszahlen unter Druck: Der Gewinn des DAX-Konzerns ist deutlich eingebrochen, weil unter anderem Zölle die Profitabilität belasten. Steigende Bestellungen und die angehobene Prognose senden hingegen positive Signale. Den Anlegern reicht das nicht, die Daimler Truck-Aktie rutscht am Freitag ab.
07.08.2026 07:59
Lesezeit: 3 min
Daimler Truck-Aktie fällt nach Gewinneinbruch: Was Anleger jetzt wissen müssen
Die Daimler Truck-Aktie steht nach den Quartalszahlen unter Druck. (Bild: dpa) Foto: Katharina Kausche

Daimler Truck-Aktie unter Druck: Gewinneinbruch trotz steigender Bestellungen

Die Daimler Truck-Aktie gerät nach den endgültigen Zahlen für das zweite Quartal unter Druck. Der Nutzfahrzeughersteller musste einen deutlichen Gewinneinbruch verkraften, obwohl Umsatz, Fahrzeugverkäufe und Auftragseingang zulegten. Belastend wirkten insbesondere Zölle in Nordamerika. Für die zweite Jahreshälfte zeigt sich der DAX-Konzern dennoch zuversichtlicher und plant zugleich ein neues Werk in den USA.

Der Konzerngewinn sank im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 48 Prozent von 245 Millionen Euro auf 128 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie brach um fast 50 Prozent auf 0,15 Euro ein. Bereits im ersten Quartal dieses Jahres war der Gewinn um satte 80 Prozent eingebrochen. 2025 hatte Daimler Truck einen Gewinnrückgang um 34 Prozent auf zwei Milliarden Euro verbucht. Der Daimler Truck-Gewinneinbruch setzt sich damit fort.

Zölle belasten die Profitabilität

Trotz des schwachen Ergebnisses stieg der Konzernumsatz um fünf Prozent auf rund 12,3 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) fiel um neun Prozent auf 360 Millionen Euro. Im Industriegeschäft ohne Finanzdienstleistungen sank das Ebit sogar um 20 Prozent.

Der Umsatz dieses Bereichs legte gleichzeitig um 6 Prozent zu. Die um Sondereffekte bereinigte operative Marge ging jedoch um 2,4 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent zurück. Die Daimler Truck-Aktie reagiert damit auf ein Zahlenwerk, das Wachstum beim Geschäft, aber weiterhin erheblichen Druck auf die Profitabilität zeigt.

Positiv entwickelten sich Absatz und Bestellungen. Daimler Truck verkaufte 86.707 Lastwagen und Busse und damit acht Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Der Auftragseingang stieg in den drei Monaten bis Ende Juni gegenüber dem schwachen Vorjahreszeitraum um 27 Prozent auf 74.448 Fahrzeuge.

Daimler Truck: Prognose angehoben

Für die Daimler Truck-Aktie rückt nun die zweite Jahreshälfte in den Mittelpunkt. Nach der Anerkennung von US-Wertschöpfungsanteilen durch die Behörden erwartet der Konzern eine geringere Zollbelastung. Die bereits angehobene Jahresprognose bestätigte Konzernchefin Karin Radström.

"Die starke Geschäftsentwicklung bei Trucks North America, die Aussicht auf höhere Absatzzahlen und die geringere erwartete Zollbelastung im weiteren Jahresverlauf bestärken uns darin, unsere Prognose für das Gesamtjahr anzuheben", sagte Radström laut Mitteilung. Daimler Truck erwartet ein beschleunigtes Ergebniswachstum in der zweiten Jahreshälfte. Die positive Dynamik des zweiten Quartals soll im dritten Jahresviertel noch deutlich zunehmen.

Im vergangenen Jahr hatten die Zollkapriolen von US-Präsident Donald Trump die Branche belastet, weil Spediteure angesichts der Unsicherheit kaum Lkw bestellten. Mittlerweile ziehen die Bestellungen wieder an.

Neues US-Werk soll 2029 starten

Parallel investiert Daimler Truck in Nordamerika. Ein neues Werk für Spezial- und Fernverkehrs-Lkw soll Ende 2026 in Bau gehen und 2029 die Produktion aufnehmen. Mögliche Standorte werden noch geprüft. Angaben zu Investitionssumme und Produktionskapazität gibt es bislang nicht, das Werk soll aber Tausende Arbeitsplätze schaffen.

Damit setzt der Konzern trotz Ergebnisdruck auf Wachstum. Gleichzeitig läuft das Sparprogramm "Cost Down Europe": Bis 2030 sollen die laufenden Kosten in Europa um mehr als eine Milliarde Euro sinken. In Deutschland sollen ungefähr 5.000 Stellen wegfallen, insbesondere bei Mercedes-Benz. Auch in Nordamerika soll gespart werden.

Daimler Truck-Aktie: Nach dem Jahreshoch kommt es zu Gewinnmitnahmen

An der Börse hatte die Daimler Truck-Aktie zuletzt ein neues Jahreshoch erreicht. Nach der starken Entwicklung kam es im frühen Freitagshandel auf Tradegate jedoch zu Gewinnmitnahmen. Für die Daimler Truck-Holding-Aktie wurde ein mittelfristiges Kursziel von 60,00 Euro genannt, ein Stopp bei 37,50 Euro soll nach unten absichern.

Für Anleger bleibt damit die Frage, ob steigende Bestellungen und die erwartete Entlastung bei den Zöllen den Ergebnisdruck ausgleichen können. Beim Daimler Truck-Aktienkurs dürften insbesondere die Entwicklung der Margen und das Nordamerika-Geschäft im Fokus bleiben. Die Daimler Truck-Aktie steht als DAX-Wert damit zwischen aktuellem Margendruck und den Erwartungen an eine stärkere zweite Jahreshälfte. Für die Daimler Truck-Aktie werden die kommenden Quartale zeigen, wie deutlich sich die angekündigte Geschäftsbelebung in den Ergebnissen niederschlägt.

Die zweite Jahreshälfte wird für die Daimler Truck-Aktie entscheidend

Daimler Truck liefert Anlegern derzeit ein gemischtes Bild. Der deutliche Gewinneinbruch und die gesunkene operative Marge zeigen, wie stark Zölle die Profitabilität belasten. Gleichzeitig sprechen steigende Fahrzeugverkäufe, ein deutlich höherer Auftragseingang und die angehobene Jahresprognose für bessere Geschäfte in der zweiten Jahreshälfte. Hinzu kommen das geplante neue US-Werk und das laufende Sparprogramm. Für die Daimler Truck-Aktie dürfte deshalb entscheidend sein, ob sich die angekündigte Erholung tatsächlich in steigenden Ergebnissen und besseren Margen niederschlägt. Nach dem neuen Jahreshoch und den anschließenden Gewinnmitnahmen müssen Anleger abwägen: Sind die besseren Aussichten bereits eingepreist oder bietet die erwartete Geschäftsbelebung noch Potenzial?

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Markus Gentner

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

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