Politik

AfD-Regierung im Osten? Mehrheit der Deutschen lehnt sie ab

Hohe Umfragewerte machen einen AfD-Ministerpräsidenten im Osten zumindest rechnerisch denkbar. Die Mehrheit der Deutschen lehnt dieses Szenario jedoch ab. Auch die erwarteten politischen Folgen und der Umgang der CDU mit AfD und Linken sorgen für überraschend unterschiedliche Bewertungen.
20.08.2026 09:03
Lesezeit: 1 min
AfD-Regierung im Osten? Mehrheit der Deutschen lehnt sie ab
Vor den Landtagswahlen stößt eine AfD-geführte Regierung mehrheitlich auf Ablehnung. (Bild: dpa) Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

Umfrage: Mehrheit lehnt AfD-geführte Regierung im Osten ab

Vor den anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern lehnt eine klare Mehrheit der Deutschen eine AfD-geführte Landesregierung in einem der ostdeutschen Bundesländer ab. Wie aus dem neuen ZDF-"Politbarometer" der Forschungsgruppe Wahlen hervorgeht, würden es knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten schlecht finden, wenn die AfD nach den Wahlen einen Ministerpräsidenten in Ostdeutschland stellen würde.

Im Westen der Bundesrepublik lag die Ablehnung dieser Möglichkeit bei 66 Prozent, im Osten bei 53 Prozent. Bundesweit 23 Prozent fänden einen AfD-Ministerpräsidenten dagegen gut, 11 Prozent wäre es egal.

Eine Mehrheit der Befragten (60 Prozent) rechnet dem Barometer zufolge zudem damit, dass es in dem jeweiligen Land zu einer schlechteren Politik führen würde, wenn die AfD dort regieren würde. 17 Prozent erwarten demnach eine bessere Politik, ebenfalls 17 Prozent keinen großen Unterschied.

Mehrheit befürwortet AfD-Brandmauer der CDU

Die CDU lehnt eine politische Zusammenarbeit mit der AfD bislang ebenso grundsätzlich ab wie mit der Linken. Diese Haltung gegenüber der AfD halten 61 Prozent der Befragten für richtig und 37 Prozent für nicht richtig. Anders sieht es mit Blick auf die Linke aus: Hier befürworten nur 34 Prozent die Abgrenzung der CDU, während sie 62 Prozent für nicht richtig halten.

Im kommenden Monat finden drei Landtagswahlen statt. In Sachsen-Anhalt wird am 6. September gewählt, zwei Wochen später folgen die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern sowie die Abgeordnetenhauswahl in Berlin.

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte für das ZDF-"Politbarometer" vom 17. bis 19. August 1.319 Wahlberechtigte - telefonisch und online erhoben. Als statistische Fehlertoleranz werden bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund +/-zwei Prozentpunkte angegeben. Die Daten sind nach Angaben des Instituts repräsentativ.

Mehrheit bleibt gegenüber AfD-Regierung skeptisch

Die Umfrage zeigt eine klare bundesweite Ablehnung gegenüber einer AfD-geführten Landesregierung in Ostdeutschland. Allerdings fällt der Widerstand im Osten merklich geringer aus als im Westen. Zugleich erwartet eine Mehrheit schlechtere Politik, sollte die Partei Regierungsverantwortung übernehmen. Die CDU kann sich bei ihrer Abgrenzung zur AfD auf breite Zustimmung stützen. Ihre gleichzeitige Distanz zur Linken überzeugt hingegen deutlich weniger Menschen. Damit offenbart das Politbarometer nicht nur Vorbehalte gegenüber einem AfD-Ministerpräsidenten, sondern auch differenzierte Erwartungen an politische Zusammenarbeit. Entscheidend wird sein, ob die Wahlergebnisse rechnerische Mehrheiten ermöglichen und wie die etablierten Parteien anschließend mit dem Ergebnis umgehen werden.

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