DAX-Kurs schwächelt: Börse aktuell vor wegweisender Woche
Der DAX-Kurs ist am Montag mit moderaten Verlusten in die neue Woche gestartet. Belastet wird der deutsche Aktienmarkt von negativen Vorgaben aus Asien, dem zugespitzten Iran-Konflikt und neuen Zinssorgen. Mehrere wichtige Ereignisse könnten in den kommenden Tagen für zusätzliche Bewegung sorgen.
DAX-Kurs aktuell über wichtiger Marke
In den ersten Handelsminuten sank der deutsche Leitindex um 0,20 Prozent auf 26.084 Punkte. Damit blieb der DAX-Kurs über der Marke von 26.000 Punkten, knüpfte jedoch an seine Verlustserie vor der Stabilisierung am Freitag an. Der Weg zurück zum Rekordhoch von knapp 26.574 Punkten dürfte angesichts der anstehenden Termine schwierig bleiben.
Auch die übrigen deutschen und europäischen Indizes gaben nach. Für den MDax mit den mittelgroßen Unternehmen ging es am Montagmorgen um 0,22 Prozent auf 32.039 Punkte bergab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,3 Prozent. Damit präsentiert sich DAX aktuell ebenso verhalten wie das europäische Börsenumfeld.
"Nvidias Zahlen, die Präzisierung wirtschaftlicher US-Sanktionen gegen den Iran und das Notenbanktreffen in Jackson Hole: Jedes dieser Ereignisse hat für sich betrachtet das Potenzial, neue Unruhe an den Märkten auszulösen", schrieb Marktbeobachter Jochen Stanzl von der Consors Bank.
Chipwerte belasten den DAX-Kurs
Mit den schwachen Vorgaben aus Asien machten Anleger am Montagmorgen insbesondere um deutsche Chipwerte einen Bogen. Der Kurs von Infineon (DE0006231004) sank auf der Plattform Tradegate um ein halbes Prozent gegenüber dem Xetra-Schlusskurs vom Freitag. Die Papiere der Branchenausrüster Aixtron (DE000A0WMPJ6) und Suss Microtec (DE000A1K0235) wurden dort bis zu 1,8 Prozent tiefer gehandelt.
In Asien waren zuvor Aktien einschlägiger Unternehmen wie SK Hynix (KR7000660001) erneut ins Minus gerutscht. Auch Samsung Electronics (KR7005930003) konnte die Stimmung trotz Dividenden- und Aktienrückkaufplänen nicht aufhellen. Verluste bahnen sich außerdem bei US-Chipwerten wie Micron (US5951121038) an. Die Schwäche im Technologiesektor erhöht somit den Druck auf den DAX-Kurs.
Nvidia-Zahlen und Jackson Hole im Fokus
Anleger warten gespannt auf die am Mittwoch nach US-Börsenschluss erwarteten Zahlen von Nvidia (US67066G1040). Deutsche-Bank-Experte Jim Reid bezeichnet die Veröffentlichung gewöhnlich als gesamtwirtschaftlich bedeutendes Ereignis. Er verwies darauf, dass der Aktienkurs des Chipriesen nach den letzten vier Veröffentlichungen stets nachgegeben habe. Hinzu kommt am Montag ein Bericht über Preiserhöhungen als Anzeichen inflationärer Auswirkungen.
Die Inflation bleibt wegen des ungelösten Iran-Kriegs und der weiterhin hohen Ölpreise ein schwieriges Thema für die Börse aktuell. Am Donnerstag beginnt das jährliche Notenbanktreffen in Jackson Hole. Am Freitag richtet sich der Blick auf den Auftritt von Fed-Präsident Kevin Warsh und mögliche Aussagen zur künftigen Geldpolitik sowie zur Entwicklung der Marktzinsen.
DAX-Kurs vor geldpolitischem Stresstest
Die Societe Generale erklärte, dass die staatliche Kreditaufnahme zunehmend mit anderen strukturellen Bereichen um verfügbares Sparkapital konkurriere. Dazu zählen der KI-Investitionsboom sowie notwendige Mittel für Verteidigung und Energiewende. Konkretere Zinssignale von Warsh erwarten die Experten nicht. Stattdessen dürfte er sich auf eine umfassendere Reformagenda für die Fed konzentrieren. Für den DAX-Kurs bleibt die Kombination aus Nvidia-Zahlen, Iran-Konflikt, Ölpreisen und Geldpolitik dennoch ein bedeutender Stresstest.
Börse aktuell: Richtungsweisende Tage für den DAX-Kurs
Die neue Börsenwoche bringt für den DAX mehrere Belastungsproben zugleich. Schwache Chipwerte drücken auf die Stimmung, während die Nvidia-Zahlen neue Impulse für den gesamten Technologiesektor liefern könnten. Hinzu kommen der ungelöste Iran-Krieg, hohe Ölpreise und anhaltende Inflationssorgen. Das Notenbanktreffen in Jackson Hole rückt außerdem die künftige US-Geldpolitik und die Entwicklung der Marktzinsen in den Mittelpunkt. Konkrete Zinssignale von Fed-Präsident Kevin Warsh erwarten die Experten zwar nicht. Dennoch können bereits allgemeinere Aussagen die Märkte bewegen. Ob der deutsche Leitindex die Marke von 26.000 Punkten verteidigt und wieder Kurs auf sein Rekordhoch nimmt, hängt damit von mehreren Unsicherheitsfaktoren ab.
