Berlin verweigert Lösegeld: Hacker drohen mit Auktion
Die Erpressergruppe Rhysida hat sich zu dem jüngsten Cyberangriff auf das IT-Netzwerk der Berliner Landesverwaltung bekannt. Sie behauptet, 5,79 Terabyte Daten gestohlen zu haben. Sollten die Behörden das geforderte Lösegeld nicht zahlen, will die Gruppe die Daten versteigern. Unsere slowenischen Kollegen von finance.si haben die Details unter die Lupe genommen.
Das haben die Erpresser gestohlen
Der Startpreis für die Daten liegt bei 30 Bitcoin, umgerechnet rund zwei Millionen Euro. Die Berliner Behörden haben die Angaben zur Menge und zum Inhalt der gestohlenen Daten bislang nicht unabhängig bestätigt.
Nach Angaben der Gruppe Rhysida umfasst die Sammlung mehr als 1,4 Millionen Dateien. Darunter sollen sich etwa 46.000 Verträge, 11.000 vertrauliche Dokumente, fast 6.000 Passwörter, 16.000 E-Mails und 148 IBAN-Nummern befinden. Unter den gestohlenen Unterlagen sollen außerdem Daten zu Disziplinarverfahren, Zugangsdaten von Führungskräften und Analysen zu Schwachstellen der Berliner Wasserversorgung sein. Die Echtheit der veröffentlichten Beispiele konnte bislang nicht bestätigt werden.
Berlin zahlt kein Lösegeld
"Das Land Berlin wird sich nicht erpressen lassen", erklärten der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, und Senatorin Iris Spranger. Das Landeskriminalamt, die Berliner Staatsanwaltschaft und die Sicherheitsbehörden des Bundes ermitteln zu dem Angriff.
Nach bisherigen Erkenntnissen waren die Angreifer mindestens seit dem 7. August im Netzwerk. Die Behörden entdeckten den Vorfall eine Woche später. Aus Sicherheitsgründen trennten sie Teile der Stadtverwaltung vorübergehend vom Netzwerk. Zunächst erklärten die Behörden, dass keine sensiblen Daten entwendet worden seien. Später räumten sie jedoch ein, dass sich der Verlust personenbezogener und anderer nicht öffentlicher Informationen nicht ausschließen lasse. Die Wahlinfrastruktur für die Berliner Landtagswahl am 20. September sei nach Angaben der Behörden nicht betroffen.
Die Gruppe Rhysida ist mindestens seit 2023 aktiv und für Angriffe auf öffentliche Einrichtungen bekannt. Zu ihren prominentesten Opfern gehörte die British Library, die die Gruppe im Oktober 2023 angriff.

