Finanzen

Goldreserven wachsen rasant: China kauft so viel Gold wie seit drei Jahren nicht

Die chinesische Zentralbank ist auf dem besten Weg, bei den Goldreserven an den Zentralbanken Frankreichs und Italiens vorbeizuziehen. Nach den jüngsten Daten hat Peking seine monatlichen Goldkäufe auf mehr als 23 Tonnen gesteigert. Damit könnten noch vor Jahresende nur die USA und Deutschland über größere Goldreserven verfügen.
12.10.2026 13:43
Lesezeit: 2 min
Goldreserven wachsen rasant: China kauft so viel Gold wie seit drei Jahren nicht
Goldreserven im Wettlauf: China greift nach Platz drei weltweit. (Bild: Roy Steinwandel/Pixabay)

Goldreserven: China steht kurz davor, Frankreich und Italien zu überholen

Nach den neuesten Daten der staatlichen Devisenbehörde SAFE stiegen die von der chinesischen Zentralbank verwalteten Goldreserven im September um 740.000 Feinunzen. Das entspricht mehr als 23 Tonnen Gold.

Damit wurde nicht nur der Augustwert von 650.000 Feinunzen übertroffen. Es handelt sich zugleich um den größten monatlichen Zuwachs seit Oktober 2023, als ebenfalls 740.000 Feinunzen in die Tresore kamen, berichtet das Portal Bankier in einer Analyse.

Die gesamten chinesischen Goldreserven erreichten Ende September einen Rekordstand von 77,47 Millionen Feinunzen beziehungsweise mehr als 2.409,57 Tonnen.

Goldreserven im Wettlauf mit europäischen Zentralbanken

Sollte die chinesische Zentralbank ihr derzeitiges Kauftempo beibehalten, könnte China noch in diesem Jahr auf den dritten Platz der Länder mit den größten Goldreserven der Welt vorrücken.

Bereits in diesem Jahr hat die chinesische Zentralbank die russische Zentralbank überholt. Ende September fehlten China noch 27,43 Tonnen auf Frankreich und 42,23 Tonnen auf Italien.

Deutlich schwieriger wäre es, Deutschland einzuholen. Die Bundesbank hält derzeit fast 940 Tonnen Gold mehr als China.

Goldreserven steigen seit 2015 massiv

Unmöglich ist eine weitere Aufholjagd allerdings nicht. Allein seit Anfang 2015 sind Chinas Goldreserven um 1.355,5 Tonnen gewachsen.

Die chinesische Zentralbank hatte dabei über Jahre die Praxis, monatliche Angaben zu ihren Goldreserven nicht regelmäßig zu veröffentlichen und stattdessen in größeren Abständen deutliche Zuwächse zu melden.

Im April 2009 tauchten offiziell plötzlich mehr als 450 Tonnen zusätzliches Gold in den chinesischen Goldreserven auf. Im Juni 2015 kamen auf einen Schlag mehr als 600 Tonnen hinzu.

Das Ende des chinesischen „Goldschweigens“

Nach mehreren Jahren unterbrach China diese Phase des „Goldschweigens“ erneut und meldete im Januar 2019 einen Anstieg der Goldreserven um knapp zehn Tonnen.

Ab November 2019 herrschte wieder Ruhe. Diese dauerte bis November 2022, als China einen Anstieg der Goldreserven um 32 Tonnen meldete.

Danach berichtete das Land 18 Monate in Folge über weitere Käufe, bis Mai 2024. In den offiziellen Berichten von Juni bis Oktober 2024 blieb ein weiterer Ausbau der Goldreserven erneut unerwähnt.

Seit November 2024 zeigt jedoch jeder Monatsbericht wieder einen Anstieg der Goldreserven:

  • November 2024: Die Bestände stiegen um 160.000 Feinunzen Gold, knapp fünf Tonnen.
  • Dezember 2024: Es kamen 330.000 Feinunzen hinzu, mehr als zehn Tonnen.
  • Januar bis Februar 2025: jeweils 160.000 Feinunzen pro Monat.
  • März 2025: 90.000 Feinunzen beziehungsweise 2,8 Tonnen.
  • April 2025: 70.000 Feinunzen beziehungsweise 2,18 Tonnen.
  • Mai 2025: 60.000 Feinunzen beziehungsweise knapp 1,87 Tonnen.
  • Juni 2025: 70.000 Feinunzen beziehungsweise 2,18 Tonnen.
  • Juli bis August 2025: jeweils 60.000 Feinunzen.
  • September 2025: 40.000 Feinunzen.
  • Oktober bis Dezember 2025: jeweils 30.000 Feinunzen pro Monat.
  • Januar 2026: Die Käufe stiegen auf 40.000 Feinunzen.
  • Februar 2026: 30.000 Feinunzen.
  • März 2026: 160.000 Feinunzen beziehungsweise knapp fünf Tonnen.
  • April 2026: mehr als acht Tonnen bei einem Preisrückgang von einem Prozent.
  • Mai 2026: weitere 9,95 Tonnen.
  • Juni 2026: 14,83 Tonnen wurden während einer Verkaufswelle am Markt gekauft, bei der der Goldpreis um 11,9 Prozent fiel und auf den niedrigsten Stand seit November 2025 sank.
  • Juli 2026: weitere 19,9 Tonnen bei einer Bodenbildung des Goldpreises im Bereich von 4.000 Dollar je Feinunze.
  • August 2026: Käufe von 20,2 Tonnen, obwohl der Goldpreis um 9,8 Prozent zulegte, so stark wie seit Januar nicht mehr.
  • September 2026: Beschleunigung der Käufe auf mehr als 23 Tonnen, der höchste Stand im gesamten 23-monatigen Zyklus, während der Goldpreis im Monatsverlauf um mehr als 6,5 Prozent zurückging.

Goldreserven im aktuellen Kaufzyklus

Zusammengefasst hat die chinesische Zentralbank im aktuellen Zyklus bereits 4,67 Millionen Feinunzen Gold gekauft. Das entspricht rund 145,25 Tonnen.

Die offiziell gemeldeten Käufe im Jahr 2026 belaufen sich bislang auf 103,26 Tonnen. Im gesamten Jahr 2025 summierten sich die Käufe auf 27 Tonnen.

Trotz des Ausbaus der Goldreserven sank deren Marktwert innerhalb nur eines Monats von 350,08 Milliarden Dollar auf 323,5 Milliarden Dollar.

Ausschlaggebend dafür war die bereits erwähnte Preiskorrektur von mehr als sechs Prozent am Goldmarkt.

Gold macht derzeit 8,5 Prozent der gesamten chinesischen Reserveaktiva aus.

Diese werden mit knapp 3,79 Billionen Dollar bewertet.

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Michał Kubicki

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Die Börse begleitet Michał Kubicki schon seit seinem Studium der Finanz- und Rechnungswissenschaften in Lublin; später vertiefte er sein Wissen im Investmentbanking an der Warschauer SGH. Heute arbeitet er im Marktressort von Bankier.pl und steuert für die DWN gelegentlich Gastbeiträge zu Aktien, Finanzmärkten und Unternehmen bei.

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