Politik

Das Foto, das den Zorn der Brasilianer auf die Fußball-WM entfacht hat

Lesezeit: 1 min
18.06.2014 00:05
Der reiche Fifa-Fußball in einem armen Land: Der Fotograf Edimar Soares hat während des Confederations Cup Spiels Brasilien - Mexiko in der WM-Stadt Fortaleza beobachtet, wie die zwei Welten aufeinanderprallen. Er sagt heute: Es hat sich nichts geändert.
Das Foto, das den Zorn der Brasilianer auf die Fußball-WM entfacht hat

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Fotos entstanden am 19. Juni 2013 während des Confederations Cup Spiels Brasilien - Mexiko in der WM-Stadt Fortaleza.

Sie zeigen, wie Fußball-Fans Müll in einen Container werfen, wo sich auch eine Frau befindet, die in dem selben Container, nach recyclebarem Material sucht. Das Alles im unmittelbaren Umfeld des neuen WM-Stadions "Arena Castelão", dessen Renovierung an die 300 Millionen Euro gekostet haben soll!.

"Dieses Foto steht heute noch sinnbildlich für die himmelschreiende Ungerechtigkeit in diesem Land, das sich mit vielen Milliarden an Staatsgeldern in den Dienst einer undurchsichtigen Organisation namens Fifa und ihrer kommerziellen Interessen gestellt hat, aber es nicht schafft, seinen Einwohnern Häuser, Schulen und Krankenhäuser in ausreichender Zahl und Qualität zur Verfügung zu stellen", sagt der Fotograf Edimar Soares heute.

Seine Foto-Story verbreitete sich über das ganze Land. Edimar Soares erntete dafür viel Lob, aber auch viel Kritik: "Viele Leute, auch Offizielle, sagten, ich sollte aufhören, die Stadt und das Land in den Dreck zu ziehen. Solche Bilder seien nicht gut für den Fremdenverkehr." Ein Jahr später, sagt Edimar, hat sich zwar nichts verändert, weder in Fortaleza, noch in Brasilien insgesamt. Aber immerhin: Die Menschen seien sich der Probleme bewusster geworden und seien jetzt bereiter, gegen die Missstände auf die Straße zu gehen.

Wir danken Edimar für die Genehmigung des Abdrucks seiner Fotos.

Das andere WM-Tagebuch:

Teil 1: Die Revolution hat in Brasilien Feuer gefangen

Teil 2: Brasilien: Künstler protestieren gegen die Fußball-WM

Teil 3: Brasilien: Von der Fußball-WM profitieren Konzerne, Politiker und Banken

Teil 4: Weltmeister: Deutsche Waffen-Industrie verdient prächtig mit der Fußball-WM

Teil 5: Brasilien: Staudamm-Bau mit Methoden einer Militär-Diktatur

Teil 6: Wer ist die rätselhafte Dilma Rouseff?

Teil 7: Brasilien: Straßenkinder passen nicht ins Bild der WM – und verschwinden

Teil 8: Der ganz andere WM-Song:  „Öffnet eure Augen, Brüder / die FIFA greift in unsere Taschen“

Teil 9: Brasilien: Fifa unterstützt Projekte gegen Kinderprostitution nicht

Teil 10: Lage in São Paulo eskaliert: Polzei knüppelt streikende U-Bahn-Fahrer nieder

Teil 11: Der Schwarze Block will marschieren: „20 Prozent der Brasilianer sind gegen die WM“

Teil 12: Korruption bei der Fifa: „Wer einmal die Hand aufhält, versucht es auch ein zweites Mal“

Teil 13: Brasilianischer Fußball: Der lange Weg zur Vielfalt der Kulturen

Teil 14: Fußball: „Für die Brasilianer ist die Fifa so böse wie der IWF“

Teil 15: Schriftsteller Zé do Rock: „Sepp Blatter wäre der ideale Präsident für Brasilien“

Teil 16: "Die Demonstranten haben das Image von Brasilien verändert."

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland Das sagen Ökonomen zum schlechten Geschäftsklima in Deutschland

Das Geschäftsklima in Deutschland hat sich eingetrübt. Jetzt äußern sich namhafte Ökonomen zur Stimmung bei den Unternehmen.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Der „Great Reset“ wird dem IWF zur Allmacht verhelfen

Der Chef der Firma „Money Metals Echange“ sagt, dass die „Great Reset“-Agenda zugunsten der Macht des IWF ausfallen wird....

DWN
Politik
Politik Cyber-Pandemie und Hungerkrise: Sind das allmächtige Weltwirtschaftsforum und Klaus Schwab Hellseher?

Die Prognosen des allmächtigen Weltwirtschaftsforums und Klaus Schwabs scheinen immer aufzugehen.

DWN
Finanzen
Finanzen Family Offices der Superreichen setzen auf Bitcoin

Nach Angaben von Goldman Sachs, haben zahlreiche Family Offices, mit denen die Investmentbank zusammenarbeitet, bereits in Bitcoin...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Regeln: Wieso hatten die CSD-Teilnehmer totale Narrenfreiheit, während andere Bürger gegängelt werden?

Wenn es um die Corona-Regeln geht, dürfen sich in diesem Land manche Gruppen alles erlauben, ohne dass Kritik an ihnen geübt wird. Andere...

DWN
Politik
Politik Frankreich: Wer Bus und Bahn nutzen will, muss künftig einen Impfpass vorlegen

Wer in Frankreich künftig Cafés, Restaurants, Messen besuchen, oder aber die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen will, muss einen...

DWN
Deutschland
Deutschland Dickes Geschäft: Deutsche Gefängnisse lassen ihre Insassen zu Super-Billiglöhnen für Privatwirtschaft arbeiten

In deutschen Gefängnissen müssen Insassen für einen Hungerlohn für private Unternehmen schuften. Deutsche Unternehmen lassen auch in...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Digitales Unternehmenskonto kommt bald bundesweit zum Einsatz

Ab dem kommenden Jahr soll das einheitliche „digitale Unternehmenskonto“ bundesweit zum Einsatz kommen, um die Akte zwischen Firmen und...