Finanznot: IWF fordert Euro-Bills und gemeinsame Risiko-Übernahme

Der Internationale Währungsfonds sieht die Gefahr einer Solvenzkrise und hält daher eine tiefgreifende fiskalische Union in Europa für dringend geboten. Ein erster Schritt könnten kurzfristige gemeinsame Staatsanleihen sein (Euro-Bills). Dies sollten als Vorstufe zu echten Euro-Bonds dienen.

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Der Internationale Währungsfonds (IWF) hält eine umfassenden fiskalpolitische Integration in Europa für unausweichlich. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch schlug der Chefökonom des IWF, Olivier Blanchard, die baldige Einführung von gemeinsamen Staatsanleihen ein. Weil die Zeit noch nicht reif für echte Eurobonds sei, sollten die Europäer mit „Euro-Bills“ beginnen. Diese kurzfristigen Papiere mit einer Laufzeit von einem Jahr könnten die ärgsten Finanzierungsschwierigekeiten vor allem der südeuropäischen Stataten lindern.

Denn offenkundig werden die meisten Euro-Staaten in diesem Jahr in eine akute Finanznot schlittern. Daher will der IWF auch eine „tiefere Integration“ auf fiskalpolitischer Ebene. In einer Vorschau schreibt der IWF: „Fiskalische Vereinbarungen müssen neu aufgesetzt werden, um eine vorausschauende Risiko-Übernahme zu erreichen.“ Ohne die Übernahme der Risiken einzelner Staaten durch alle anderen müssten einzelne Staaten mit „sehr schwierigen Finanzierungsbedingungen rechnen“. Es bestehe die Gefahr, dass aus „der Liquiditätskrise eine Solvenzkrise“ wird.

Im aktuellen World Economic Outlook spricht der IWF sogar erstmals offiziell von der Möglichkeit des Auseinanderbrechens der Eurozone (hier).

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