Deutsche Börse startet neue Plattform für Start-Ups und Investoren

Die Deutsche Börse hat angekündigt, eine vorbörsliche Plattform für Startups und Investoren zu eröffnen. Das Projekt soll im Sommer beginnen. Die Bundesregierung hatte zuvor die Schaffung eines neuen Börsensegments gefordert, um jungen IT-Unternehmen den Zugang zum Kapitalmarkt zu erleichtern.

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Die Deutsche Börse will in wenigen Monaten eine Plattform für junge Wachstumsunternehmen und Investoren eröffnen. Der Start dieser vorbörslichen Plattform sei im Sommer geplant, sagte der stellvertretende Vorstandschef Andreas Preuß am Donnerstag in Frankfurt. Durch das Angebot sollen Start-Ups mit Kapitalbedarf und Investoren mit tiefen Taschen einfacher zusammenfinden. „Es wird in dem Zusammenhang noch weitere grundlegende Maßnahmen geben“, kündigte Preuß an. Diese würden in absehbarer Zeit kommuniziert.

Die Bundesregierung sucht seit Monaten zusammen mit Start-Ups, Investoren und der Deutschen Börse nach Möglichkeiten, um jungen Technologiefirmen den Zugang zum Kapitalmarkt zu erleichtert. Dazu zähle auch die vorbörsliche Plattform der Deutschen Börse, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Zu dem Thema sei im Sommer ein weiteres Spitzengespräch mit Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel geplant. Bis dahin berieten mehrere Arbeitsgruppen über verschiedene Finanzierungswege.

Gabriel hatte ursprünglich die Schaffung eines neuen Börsensegments 2.0 gefordert. Als Deutschlands größter Börsenbetreiber dies ablehnte, kritisierte der SPD-Vorsitzende das Unternehmen scharf. Der Streit ist nach Darstellung von Börsen-Chef Reto Francioni inzwischen beigelegt. „Wir haben mit ihm gesprochen – letztlich wollen wir das selbe“, sagte der Schweizer. „Eine Börse 2.0 in dieser Form soll es nicht geben, weil wir eine bessere Lösung haben.“

Die Deutsche Börse setzt darauf, dass sich Start-Ups und Investoren auf der Plattform beschnuppern. Wenn eine Firma dabei genügend Kapitalgeber findet, kann sie anschließend an die Frankfurter Börse gehen. Durch das Vorgehen will das Unternehmen verhindern, dass halbfertige Firmen an die Börse kommen und sich dort nicht gut entwickeln. Die Erinnerungen an den „Neuen Markt“ sind in Frankfurt noch sehr präsent. Das Segment wurde 1997 inmitten des Technologie-Booms geschaffen, damit junge Unternehmen rasch an Eigenkapital kommen. Bis 2000 schossen die Kurse vieler Internet- und IT-Firmen in die Höhe, nach dem Platzen der Dotcom-Blase stürzten sie dann ins Bodenlose. Viele Firmen gingen Pleite, zahlreiche Betrugsfälle landeten vor Gericht. 2003 stellte die Deutsche Börse das Segment ein.

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