Nach Anschlag in Ankara: Demonstration in Istanbul und mehreren deutschen Städten

Nach dem verheerenden Doppelanschlag in der türkischen Hauptstadt Ankara sind in der Millionenmetropole Istanbul Proteste gegen die Regierung entbrannt. Rund 2000 Demonstranten hätten sich am Samstag in der Innenstadt versammelt, heißt es. Auch in mehreren deutschen Städten sind spontan Hunderte Menschen auf die Straße gegangen.

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Sie skandierten mit Blick auf Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan «Dieb – Mörder – Erdogan». In Sprechchören wurde die Terrororganisation PKK zu Vergeltungsaktionen aufgefordert. «Rache – PKK», riefen Teilnehmer, berichtet ein dpa-Reporter.

Bei dem Doppelanschlag auf eine regierungskritische Friedensdemonstration am Samstag in Ankara waren nach Regierungsangaben mindestens 86 Menschen getötet und 186 verletzt worden. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Erdogan hat versprochen, den Anschlag aufzuklären.

Auch in mehreren deutschen Städten sind spontan Hunderte Menschen auf die Straße gegangen. Zu prokurdischen Demonstrationen kam es unter anderem in Berlin, Hamburg, Frankfurt/Main und Stuttgart. Die Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf der Proteste.

In Frankfurt demonstrierten nach Polizeiangaben rund 750 Menschen. Der Veranstalter, die Initiative «Freiheit für Öcalan», sprach von bis zu 2000 Teilnehmern. Ursprünglich sollte für die Freilassung des inhaftierten PKK-Führers Abdullah Öcalan demonstriert werden. Nach dem Anschlag in Ankara richtete sich der Protest aber auch «gegen den Terror des türkischen Staates gegenüber den Friedensaktivisten in der Türkei und Kurdistan», wie der Veranstalter mitteilte.

In Hamburg ging der Protestzug vom Hauptbahnhof zum Türkischen Generalkonsulat im Stadtteil Rotherbaum. In Stuttgart zogen rund 700 Menschen nach einer Kundgebung durch die Innenstadt. In Heilbronn nahmen etwa 350 Menschen an einer Demonstration der Kurdischen Gemeinschaft teil. Auch in Mannheim, Freiburg, Karlsruhe, Ulm und Pforzheim wurde demonstriert.

Bei dem Doppelanschlag auf eine regierungskritische Friedensdemonstration in Ankara waren nach offiziellen Angaben mindestens 86 Menschen getötet und mehr als 180 verletzt worden. Es war der schwerste Terroranschlag in der jüngeren Geschichte des Landes. Die pro-kurdische Oppositionspartei HDP war nach eigener Einschätzung Ziel des Anschlags und macht der Regierung Vorwürfe. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte den Angriff.

 

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