Luftwaffe: US-Atomwaffen gehen nicht nach Rumänien

Die US-Luftwaffe dementiert Pläne, dass die amerikanische Atomraketen nach Rumänien verlegt werden sollen. Eines der Medien, das dies behauptet, ist EurActiv. Die Website hat eingeräumt, bei einem anderem Artikel einem Fake aufgesessen zu sein.

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Die israelische Militär-Website DebkaFile berichtet, dass die USA wegen der Spannungen mit der Türkei damit begonnen hätten, ihre Atomraketen vom türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik in den rumänischen Stützpunkt Deveselu zu verlagern. DebkaFile berichtet, dass die Entscheidung nach dem Putsch gefallen sei, weil die Türkei reklamiert haben soll, die Kontrolle über die Nuklearwaffen zu übernehmen. Das israelische Magazin nennt eigene anonyme Quellen und spricht von einer die Grundfesten des Nahen Ostens erschütternden Entwicklung.

Die Sprecherin der US-Luftwaffe, Deborah Lee James, hatte noch am Mittwoch im Foreign Press Club in New York City Spekulationen dementiert, wonach die US-Nuklearwaffen aus der Türkei verlagert werden sollen. Das militärische Analyseportal Southfront zitiert Lewis: „Wir haben Nuklearwaffen und sie sind sicher. Da sind wir uns sicher.“

Jeffrey Lewis vom Middlebury Institute of International Studies dementierte die Meldung per Twitter: „Nein. Die USA verlegen ihre Nuklearwaffen nicht von der Türkei nach Rumänien. Zum einen gibt es in Devesul kein Lagersystem, um Nuklearwaffen in den Flugzeughangars in Unterflurmagazinen zu lagern. Zum anderen gibt es keinen Ort in Rumänien, wo die B61 gelagert werden können.“ Lewis argwöhnt auf Twitter, die Informationen von Euractiv könnten von Russland gestreut worden sein, um in Rumänien Unruhe zu schüren.

Update, 2. September 2016, 19 Uhr:

Die Website Euractiv berichtet ebenfalls ausführlich. Bis zum 2. September 2016 war der entsprechende Artikel noch online. Zuvor hatte Euractiv einen anderen Artikel gelöscht, weil er sich zwei Wochen nach Veröffentlichung als Fake herausgestellt hat. Wir können nicht mehr überprüfen, ob dieser Artikel den Tatsachen entspricht.

Update, 3. September 2016, 22.30 Uhr:

Euractiv hat dem betreffenden Artikel kommentarlos gelöscht.

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