Politik

Spanien attackiert EZB: Rettung ohne Auflagen gefordert

Lesezeit: 1 min
14.10.2012 03:32
Über den Umweg der OECD wirft Spanien der EZB vor, ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren: Spanien könne ohne weitere Auflagen Kredit bekommen, weil das Land ohnehin schon spare.
Spanien attackiert EZB: Rettung ohne Auflagen gefordert

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
OECD  
EU  
Spanien  
EZB  
Griechenland  
Euro  

Aktuell: Ex-WestLB Banker: Euro-Kartenhaus wird mit riesigem Knall in sich zusammenfallen

Der spanische OECD-Chef Angel Gurría nennt das Verhalten der EZB vor dem Hintergrund eines möglichen spanischen Bailouts „schizophren“. Man könne von Spanien nicht verlangen, zuerst alle Maßnahmen der EU-Sparauflagen umzusetzen, um danach zusätzlich noch einen förmlichen Antrag für den Erhalt von Mitteln aus dem  Europäischen Stabilitätsmechanismus zu erhalten, sagte Gurría in einem Interview mit dem Wall Street Journal.

„Spanien hat alle richtigen Maßnahmen bereits eingeleitet, wird aber von den Finanzmärkten bestraft“. Die Rating-Agentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit Spaniens erneut herabgestuft. Spanische Staatsanleihen haben seitdem nahezu Ramschwert (mehr hier). Die EZB hat letzten Monat bereits angekündigt, Staatsanleihen von EU-Ländern in unbegrenztem Umfang anzukaufen, falls notwendig. Daher solle Spanien ohne weitere Umwege Geld von der EU erhalten. „Den Marktteilnehmern muss versichert werden, dass die EZB nicht davor zurückschreckt“, sagte der Chef der OECD.

Spanien benötigt über 100 Milliarden Euro, um seinem Bankensektor aus der Klemme zu helfen (hier). Da die Hilfsgelder der EU jedoch an strikte Sparmaßnahmen gekoppelt sind, zögert Madrid bei der Antragstellung (hier). Umso vehementer fordern die Spanier nun die Rettung ohne Auflagen. Dass der OECD-Chef hier vor allem als Spanier sprich, ist die eine Sache. Dass er in seiner harschen Kritik an jene schlechten Schuldner erinnert, die besonders fordernd einen neuen Kredit einfordern, weiß jeder kleine Kreditsachbearbeiter in einer Bank (mehr zu dieser systemimmanenten Eigenschaft von Schuldern - hier).

Weitere Informationen:

Wegen Krise: Immer mehr Deutsche sparen bei Medikamenten und Arztbesuch

Kein Vertrauen: Investoren meiden Banken in Europa

Kredit-Klemme: IWF will Rettungsschirm für Osteuropa aufspannen

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Ausweg aus der Krise durch alternative Bezahlplattform

Das Vertrauen in die Banken und die Politik schwindet zusehends. Die aktuell schwierige wirtschaftliche Lage, welche aufgrund der Covid-19...

DWN
Politik
Politik Hiobsbotschaft für ganz Europa: Zerstörerische Folgen von Suez-Blockade reichen bis zum Sommer

Die Blockade des Suez-Kanals wird in der Schifffahrt weltweit noch bis in den Sommer hinein zu Verspätungen und Turbulenzen führen.

DWN
Finanzen
Finanzen Kann ein Trennbanken-System die Einlagen der Sparer schützen?

Die EU wollte nach der Finanzkrise 2008 ein Trennbanken-System einführen, um Ausfallrisiken für Kunden und Steuerzahler zu mindern. Doch...

DWN
Politik
Politik Bundesverfassungsgericht weist Eilantrag gegen Corona-Aufbaufonds ab

Eine Bürgerinitiative um Bernd Lucke ist mit ihrem Eilantrag beim Bundesverfassungsgericht gescheitert. Damit wird Deutschland der...

DWN
Finanzen
Finanzen So profitieren Sie von Bitcoin, ohne die Kryptowährung kaufen zu müssen

Bitcoin hat seit Beginn des Jahres eine beispiellose Ralley hingelegt. Doch die Kryptowährung ist extrem schwankungsanfällig und manchem...

DWN
Deutschland
Deutschland Oskar Lafontaine nennt Kanzlerin Merkel „US-Vasallin“

Oskar Lafontaine nimmt in letzter Zeit kein Blatt mehr vor den Mund. Er meint, dass Kanzlerin Angela Merkel eine „US-Vasallin“ sei. Die...

DWN
Politik
Politik Komitee des US-Senats genehmigt Lieferungen von tödlichen Waffen an die Ukraine

Der Ausschuss für auswärtige Beziehungen des US-Senats stimmte am Mittwoch einstimmig für die Genehmigung von bis zu 300 Millionen...

DWN
Politik
Politik Liste der Grausamkeiten: Was sich mit der Bundes-Notbremse ändert

Der Bundestag hat die sogenannte Corona-Notbremse beschlossen. Der Bundesrat wird am Donnerstag zustimmen. Es folgt eine Zusammenstellung,...

DWN
Politik
Politik In Moskau: Sachsens Ministerpräsident ruft zum Dialog mit Russland auf

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich nach seiner Ankunft in Moskau für einen Dialog mit Russland ausgesprochen.