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Volkswagen stellt sein erstes Elektroauto vor

Lesezeit: 2 min
29.09.2016 14:40
Volkswagen macht Ernst und forciert die Produktion seines Elektroautos. Überraschend: VW ist sehr optimistisch, was den Zeitpunkt der ersten Auslieferung betrifft.
Volkswagen stellt sein erstes Elektroauto vor

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Volkswagen hat auf der Pariser Automesse den ersten Prototyp einer geplanten Serie von Elektroautos vorgestellt. Das Modell mit dem Namen „ID“ werde die Basis für ein elektrisches Serienfahrzeug mit einer Reichweite von 600 Kilometern sein. Den Plänen von VW zufolge soll der Verkauf im Jahr 2020 beginnen, eine selbstfahrende Version seit ab etwa 2025 zu erwarten.

VW zufolge soll der ID „so revolutionär sein, wie der Käfer vor 70 Jahren und der Golf vor 40 Jahren gewesen ist“, berichtet die Financial Times.

Mit der Reichweite von 600 Kilometern übertrifft der deutsche Autobauer die derzeit am Markt befindliche Konkurrenz deutlich. Ein von Chevrolet für das kommende Jahr am Markt erwartete Autos hat eine Reichweite von etwa 380 Kilometern. Tesla plant, dass das Model 3 bis zum Jahr 2018 etwa 350 Kilometer schaffen soll, berichtet die Financial Times.

„Wir wissen, dass wir bis 2020 eine sehr harte Zeit haben werden, die Profitabilität zu steigern“, ergänzte er. Dann komme das erste einer Reihe geplanter Elektroautos auf den Markt, und der VW-Konzern werde wieder die Führungsrolle auf dem Weltmarkt übernehmen.

Bis 2025 will der Zwölf-Marken-Konzern mit mehr als 30 neuen Modellen zwei bis drei Millionen Elektroautos auf die Straße bringen. Die klimaschonenden Stromer der Zukunft stehen im Mittelpunkt der Autoschau. Auch Daimler wartet mit Details zur angekündigten Elektroauto-Offensive auf. Opel zeigt den neuen Ampera-E. der französische Rivale Renault präsentiert den Zoe in Langstreckenversion.

Die Branche nimmt den zweiten Anlauf beim Kursschwenk zum alternativen E-Antrieb, denn die Batterietechnik ermöglicht immer mehr Reichweite bei zugleich sinkenden Kosten. Der Imageschaden für den Diesel durch den VW-Abgasskandal und strengere Gesetzgebung, vor allem auch im smogbelasteten China, sorgen hier zusätzlich für Druck. Und der Erfolg des US-Elektroautopioniers Tesla mit dem für 2017 erst angekündigten Model 3 macht neidisch.

Der Wolfsburger Konzern hat sich lange Zeit gelassen mit der Elektrostrategie. Das gilt auch für Mobilitätsdienste wie mit Taxis konkurrierenden Fahrdienste oder Plattformen zum Carsharing. Jetzt soll das neue Geschäftsfeld die 13. Marke des Autoimperiums werden. Der Name wird erst im November verraten. „Perspektivisch gesehen könnten wir auch eigene, selbstfahrende Shuttleflotten betreiben, wenn das autonome Fahren in der Stadt in Serie geht“, sagte Volkswagen-Chef Matthias Müller voraus. Experten halten dies jedoch für ferne Zukunftsmusik. Bis Autos in Deutschland ohne Fahrer durch Innenstädte kurven dürfen, müssen noch viele rechtliche Fragen geklärt und technische Probleme gelöst werden.

Bei der Diesel-Krisenbewältigung hofft Müller unterdessen, bald einen Schritt voranzukommen. Nach dem gut 15 Milliarden Dollar teuren Vergleich in den USA über die rund 420.000 Diesel-Autos mit kleineren Motoren steht noch die Lösung für rund 85.000 VW-Touareg, Porsche Cayenne und Audi A8 mit Drei-Liter-Motoren aus. Einen ersten Plan hatten die US-Umweltbehörden zurückgewiesen. Jetzt verhandele VW mit den Ämtern EPA und CARB, die den Skandal um die Abgasmanipulation vor einem Jahr aufdeckten, über eine technische Lösung. „Dann wird es an der Stelle sicherlich in absehbarer Zeit ein Statement von denen geben“, sagte Müller. Dies werde keine Sache von Monaten mehr sein.

Eine Entscheidung über das Bußgeld für den Gesetzesverstoß erhofft sich Müller nach eigenen Worten noch bis zum Jahresende. Allerdings wird die nach Einschätzung des Konzernchefs noch auf sich warten lassen. Vor der Präsidentschaftswahl am 8. November werde es wohl nichts mehr, sagte Müller. Die Behörden wollten nicht, dass es im Wahlkampf eine Rolle spiele. Noch sei offen, ob die Rückstellungen von insgesamt 17,8 Milliarden Euro für sämtliche Kosten reichten. „Natürlich mache ich mir Sorgen“, sagte Müller. Der Vergleich mit den Zivilbehörden sei schon teuer gewesen. VW sei aber robust.

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