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BMW-Aktie bricht ein: BMW enttäuscht mit gekappter Prognose

BMW hat seine Jahresprognose für 2026 deutlich gesenkt und damit am eine Gewinnwarnung ausgesprochen. Der Münchner Autobauer erwartet weniger Fahrzeugauslieferungen, eine erheblich niedrigere Rendite und einen stärkeren Gewinnrückgang als bisher angekündigt.
17.06.2026 11:43
Lesezeit: 3 min
BMW-Aktie bricht ein: BMW enttäuscht mit gekappter Prognose
BMW-Aktie fällt nach deutlichen Gewinneinbruch: Bisher ist BMW ohne einschneidende Personalmaßnahmen und Stellenstreichungen ausgekommen. (Foto: dpa) Foto: Tobias Hase

BMW-Aktie bricht ein: BMW enttäuscht mit gekappter Prognose und reißt Branche mit

Nach massiven Prognosesenkungen von BMW stehen die Aktien am Mittwoch klar unter Druck. Der unerwartete Schritt belastet die gesamte Auto-Branche. Auf der Handelsplattform sackten BMW-Papiere vorbörslich mit 62,86 Euro auf das tiefste Niveau seit Herbst 2020 ab. Sie verloren gegenüber dem Xetra-Schluss vom Vortag rund 7,5 Prozent. Auch Mercedes-Benz geriet mit minus 3 Prozent in den Sog.

Der Experte Jose Asumendi von JPMorgan sprach von einem "Weckruf für die Autobranche". Aus seiner Sicht muss BMW seine Strategie im Kompaktsegment in China komplett überdenken. Hier seien momentan alle europäischen Premiumhersteller preislich nicht konkurrenzfähig.

Experte Henning Cosman von Barclays attestierte eine "dicke Margenwarnung". Das schiere Ausmaß spreche dagegen, dass die Prognosesenkung als entlastendes Großreinemachen empfunden werde.

Eine kleine Beruhigungspille verteilte derweil Experte Christian Frenes von Goldman Sachs. Denn immerhin sei die Ausschüttungspolitik unverändert geblieben. BMW habe die Möglichkeit, die Aktienrückkäufe angesichts der schwachen Kursentwicklung aufzustocken. Diesbezüglich könnten die Markterwartungen sogar zu niedrig liegen. In Reaktion auf die Prognosesenkung rechnet freilich auch er mit deutlich sinkenden Gewinnschätzungen.

BMW-Aktie fällt – nach deutlicher Gewinnwarnung

Der Autobauer BMW kappt wegen der Krise am chinesischen Automarkt und der Folgen des Nahostkriegs seinen Jahresausblick deutlich. Für die Autosparte rechnet der Dax-Konzern in diesem Jahr nur noch mit einer operativen Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern von 1 bis 3 Prozent, wie er am Dienstag nach Börsenschluss in München überraschend mitteilte. Bisher hatte das Management 4 bis 6 Prozent veranschlagt. Die BMW-Aktie fiel nachbörslich auf der Handelsplattform Tradegate um gut fünf Prozent gegenüber dem Xetra-Schluss.

Das Papier hat im Haupthandel in diesem Jahr ohnehin schon mehr als ein Viertel an Wert eingebüßt. Auf Sicht von zwölf Monaten sieht es mit minus 8 Prozent weniger dramatisch aus. Im zweiten Halbjahr 2025 hatte die Aktie deutlich gewonnen. Aktuell ist BMW an der Börse zum jüngsten Schlusskurs knapp 42 Milliarden Euro wert.

Bisher war das Management unter dem alten Chef Oliver Zipse optimistisch, viel vom aktuellen Gegenwind in China und von höheren Zöllen kompensieren zu können. Der neue Chef Milan Nedeljkovic musste nun einräumen, dass die Lage noch weniger rosig ist als ohnehin befürchtet.

Auch den Vorsteuergewinn im Konzern schätzt der neue Konzernlenker nun niedriger ein: Er soll im Vergleich zum Vorjahr deutlich statt nur moderat sinken. Auch für den Barmittelzufluss im Autogeschäft werden die Bayern pessimistischer und rechnen jetzt nur noch mit mehr als 2,5 Milliarden Euro statt über 4,5 Milliarden Euro. Die Auslieferungen von Autos dürften 2026 leicht zurückgehen statt auf Vorjahresniveau zu bleiben.

Die negative Entwicklung im chinesischen Automarkt habe sich im zweiten Quartal weiter beschleunigt, hieß es zur Erklärung. Dies führe zu einem härteren Wettbewerb in China und in Ländern der Region Asien-Pazifik, dem sich BMW nicht entziehen könne. Auch der Konflikt im Nahen Osten belaste. Die hohen Energiepreise erhöhten die Kosten des Unternehmens, zudem drücke die Unsicherheit auf die Verbraucherstimmung. Im zweiten Quartal dürften Ergebnis und Mittelzufluss im Jahresvergleich deutlich sinken.

BMW: Struktur- und Effizienzmaßnahmen geplant

BMW will nun mit weiteren Struktur- und Effizienzmaßnahmen gegensteuern. Die Sparmaßnahmen würden erst in den Folgejahren sichtbar, würden aber das Ergebnis im zweiten Halbjahr 2026 einmalig belasten, hieß es. Wie genau das Sparen aussehen soll und an welchen Stellen es ansetzt, blieb zunächst offen.

Nedeljkovic betonte die positiven Aussichten der neuen Elektroautogeneration - diese gebe Schwung: "Mit der Neuen Klasse bringen wir in den nächsten beiden Jahren das stärkste BMW-Portfolio der Geschichte auf die Straße", sagte er. "Gleichzeitig werden wir unsere aktuellen Strukturen und Prozesse an die sich drastisch verschärfenden Marktbedingungen anpassen."

"Unsere unternehmerische Verantwortung gebietet es deswegen, dass wir unsere laufenden Maßnahmen nochmals deutlich intensivieren und beschleunigen", sagte der Manager. Bisher war BMW ohne einschneidende Personalmaßnahmen und Stellenstreichungen ausgekommen, während bei der Konkurrenz im Volkswagen-Konzern und auch bei Mercedes-Benz in großem Stil Jobs wegfallen.

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