Geopolitische Unsicherheiten belasten die US-Märkte
Die Wall Street erlebte am Donnerstag einen unruhigen Handelstag. Die Anleger wägten eine Reihe neuer Unternehmenszahlen gegen die Schwäche von Technologieaktien ab, während erneute geopolitische Spannungen und Vorsicht bezüglich der KI-Bewertungen die Stimmung dämpften.
Bis zum Handelsschluss nahmen die Anleger eine vorsichtigere Haltung ein, da geopolitische Unsicherheiten erneut aufflammten.
Die Ölpreise legten aufgrund von Befürchtungen zu, dass die Verhandlungen zur Entschärfung der Spannungen mit dem Iran ins Stocken geraten könnten, während die Anleiherenditen stiegen, nachdem Berichte darauf hindeuteten, dass die Federal Reserve eine Straffung der Geldpolitik in Betracht ziehen könnte, sollten die kommenden Inflationsdaten die Erwartungen übertreffen.
Rohöl der Sorte Brent notierte im weiteren Verlauf des Handels über 80 US-Dollar pro Barrel.
Uneinheitlicher Handelstag endet im Minus
Die wichtigsten US-Indizes eröffneten am Donnerstag uneinheitlich: Der Dow Jones Industrial Average lag um 0,1 Prozent im Plus, der S&P 500 verlor 0,18 Prozent und der Nasdaq gab um 0,5 Prozent nach.
Bei Handelsschluss lagen alle wichtigen US-Indizes im Minus. Der Dow beendete den Handel mit einem Minus von 0,85 Prozent bei 53.885,10 Punkten, der S&P 500 verlor 0,18 Prozent auf 7.709,96 Zähler, während der Nasdaq um 0,06 Prozent auf 26.348,35 Punkte nachgab.
Walt Disney führte die Gewinnerliste im Dow den zweiten Tag in Folge an, profitierte weiterhin von den gestrigen Quartalszahlen und schloss bis zur Schlussglocke um 2,86 Prozent höher.
Verluste bei Salesforce und Boeing drücken die Kurse
Salesforce und Boeing zogen den Dow Jones Industrial Average ins Minus; die Unternehmen verloren bis zum Handelsschluss 3,19 Prozent beziehungsweise 3,34 Prozent.
Da der Softwaresektor derzeit unter Volatilität leidet – wobei die Anleger befürchten, dass die KI-Ausgaben die Profitabilität belasten könnten –, stand Salesforce mit seinen Verlusten nicht alleine da.
Jüngste Herabstufungen durch Analysten und Verkäufe durch Hedgefonds deuten darauf hin, dass die Anleger gegenüber Salesforce vorsichtiger werden, was den Aktienkurs bis zum Handelsschluss belastete.
Was Boeing betrifft, so verbesserten sich Umsatz und Cashflow des Unternehmens im zweiten Quartal zwar, eine Rückkehr in die Gewinnzone steht jedoch noch aus.
Wie der Business Post bereits berichtete, hatte Boeing Schwierigkeiten, die Nachfrage nach Verkehrsflugzeugen zu bedienen, nachdem sich der Flugverkehr nach der Pandemie wieder erholt hatte. Es wird erwartet, dass dieser Engpass anhalten wird; ein hochrangiger Boeing-Manager warnte, dass Fluggesellschaften voraussichtlich noch mindestens für die nächsten fünf Jahre mit einem eingeschränkten Flugzeugangebot konfrontiert sein werden.
Der Flugzeugbauer gab zudem neue Kostenüberschreitungen bekannt und meldete einen bereinigten Quartalsverlust von 76 Cent pro Aktie. Dieser fiel deutlich höher aus als der von Bloomberg befragten Analysten prognostizierte Verlust von 28 Cent.

