Diese Bitcoin-Konten zahlen Zinsen von bis zu 6 Prozent

 

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13.04.2019 17:50
Seit Jahresbeginn sind eine ganze Reihe von Bitcoin-Konten auf den Markt gekommen, die teils Zinsen von bis zu 6 Prozent abwerfen.
Diese Bitcoin-Konten zahlen Zinsen von bis zu 6 Prozent

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In der Vergangenheit erzielten Spekulanten mit Kryptowährungen vor allem dadurch massive Gewinne, weil die Preise für Bitcoin, Ethereum und tausende weitere Coins und Tokens um ein Vielfaches anstiegen.

Heute können Anleger in der Branche dank einer ganzen Reihe neuer Bitcoin-Konten Profit machen, indem sie Kryptowährungen anlegen und dafür teils erhebliche Zinsen kassieren.

Seit der letzten Woche lockt Nexo seine Kunden mit Zinsen von bis zu 6,5 Prozent jährlich, wenn diese die Stablecoins DAI, PAX, USDC, USDT und TUSD bei dem Unternehmen anlegen. Die Zinsen werden täglich verrechnet und die Guthaben sind versichert.

Im Gegensatz zu den meisten Krypto-Zinsprogrammen, die in diesem Jahr auf den Markt gekommen sind, können die Kunden von Nexo ihre Guthaben jederzeit abziehen. Daher handelt es sich im Wesentlichen um ein Girokonto mit Zinssätzen, die höher sind als bei herkömmlichen deutschen Festgeldkonten. Hier vier Beispiele:

  • 0,01 Prozent bei der Berliner Sparkasse (Sparkassenbuch Gold Online)
  • 0,01 Prozent bei der Commerzbank (Laufzeit 12 Monate)
  • 0,12 Prozent bei der ING-DiBa (Sparbrief 5 Jahre)
  • 0,5 Prozent bei der Deutschen Bank (fest für 8 Jahre)

Auch das Unternehmen BlockFi bieten seinen Kunden seit Anfang März Krypto-Konten, die Zinsen zahlen. Das Fintech-Startup wird von Galaxy Capital unterstützt, dem Unternehmen des Milliardärs Mike Novogratz.

Statt Stablecoins können die Kunden bei BlockFi die größten Kryptowährungen Bitcoin und Ether anlegen. Das Unternehmen verleiht die Gelder dann zu Zinssätzen von bis zu 12 Prozent an Krypto-Investoren, die damit Arbitrage, Short-Selling oder Market-Making betreiben.

Der Zinssatz von 6,2 Prozent pro Jahr für BlockFi-Konten mit mindestens 1 Bitcoin (oder mindestens 25 Ether) ist um ein Vielfaches höher als die Zinssätze im herkömmlichen Bankensystem. Zudem kann man seine gesamten eingezahlten Bitcoin innerhalb von 24 Stunden wieder abheben.

Zwar zahlen die Bitcoin-Konten von BlockFi viel mehr Zinsen als herkömmliche Bankkonten. Doch im Falle eines Zahlungsausfalls sind sie nicht durch die staatliche Einlagensicherung geschützt. Im schlimmsten Fall können die gesamten Einlagen verloren gehen.

Seit der Markteinführung am 5. März hat BlockFi mehr als 10.000 Kunden gewonnen, von denen 90 Prozent Privatanleger sind. Das Unternehmen hat eigenen Angaben zufolge bereits Einlagen in Höhe von über 35 Millionen Dollar erhalten.

Wegen der starken Nachfrage musste das Unternehmen ab dem 1. April die Zinssätze für Konten mit großen Guthaben senken. Ab der Schwelle von 25 Bitcoin (rund 120.000 Dollar) oder 500 Ether erhalten Kontoinhaber nur noch 2 Prozent Zinsen.

"Aufgrund der Nachfrage nach unserem Produkt nehmen wir einige Änderungen an den Produktpreisen vor, die sich ab April auf Ihr Konto auswirken werden", sagte das Unternehmen in einer E-Mail, die am 20. März an Kunden gesendet wurde.

Der CEO und Gründer von BlockFi, Zac Prince, sagte zu CoinDesk, dass die Zinsabsenkung eine Folge der unerwartet hohen Nachfrage von institutionellen Kunden ist, die Bitcoin oder Ether im Wert von über 1 Million US-Dollar einzahlen wollen.

Auch der äußerst hohe Zinssatz von 6,2 Prozent für Beträge unter 25 Bitcoin ist nicht auf Dauer garantiert. Vielmehr wird der Zinssatz von BlockFi von Monat zu Monat entsprechend der Marktlage neu festgesetzt.

"Wir erwarten, dass der Zinssatz in Zeiten sinkender Preise höher ist und bei steigenden Preisen niedriger, da die Nachfrage nach Krediten in Form von Bitcoin teilweise von der Marktstimmung beeinflusst wird", zitiert Bloomberg BlockFi-Chef Zac Prince.

Die Kritiker der verzinsten Bitcoin-Konten von BlockFi verweisen auf die Geschäftsbedingungen, denen zufolge das Unternehmen den Zinssatz monatlich nach eigenem Ermessen festlegen kann, auch wenn mit aktuell 6,2 Prozent geworben wird.

Doch BlockFi bemüht sich um Transparenz und CEO Prince bestätigt, dass sich der Kurs in Zukunft "definitiv" ändern wird. Und weiter: "Das funktioniert so, dass wir Zinsänderungen vorher ankündigen werden, und sie werden nicht sofort in Kraft treten."

"Wir sind nicht mit einem Zinssatz von 6 Prozent gestartet, um das einen Monat später wieder zu ändern und alle an der Nase herumzuführen", so Prince. "Das wäre wirklich ein schlechtes Geschäft."

BlockFi operiert in einem instabilen Markt. Bitcoin, die größte Kryptowährung, hat im letzten Jahr mehr als 70 Prozent seines Wertes verloren. Und die ausgezahlten Zinssätze sind nur so wertvoll wie der Preis von Bitcoin oder Ether zum Zeitpunkt der Auszahlung.

Laut BlockFi sind die Risiken im Zusammenhang mit seinen Produkten offensichtlich und gehören seit einiger Zeit zum Kryptowährungsmarkt dazu. "Es sind systemische Risiken", sagt CEO Zac Prince.

Zu den Risiken gehören etwa ein Versagen der Bitcoin-Blockchain, das die Preise zum Absturz bringen könnte. "In unseren Geschäftsbedingungen haben wir ausführliche, dick gedruckte Abschnitte über Risikohinweise", sagt Prince.

Ein weiteres Unternehmen ist Ledgerx, das im vergangenen Jahr ein eigenes verzinsliches Bitcoin-Konto für US-amerikanische Investoren eingeführt hatte, während Compound für Vermögenswerte wie DAI jährlich bis zu 4,2 Prozent bereitstellt.

Und Anfang März kündigte ein Konsortium von Blockchain-Unternehmen, darunter Bittrex International, Brave, Cred, und Bitgo die Einführung eines Stablecoins UPUSD an, der Zinsen von bis zu 10 Prozent pro Jahr zahlen werde.

Krypto-Investoren hatten noch nie so viele Möglichkeiten, ihre digitalen Assets anzulegen, wie heute. Und die Zinssätze der verschiedenen Bitcoin-Konten sind so verlockend, dass einige bereit sind, die Nachteile in Kauf zu nehmen.

Denn selbst wenn die Guthaben wie bei Nexo oder Coinbase Custody (anders als bei BlockFi) vollständig versichert sind, so bringt die Geldanlage doch einen Verlust an finanzieller Privatsphäre mit sich.

Auch mit einem Konto bei Coinbase Custody kann man Geld verdienen. Allerdings geht es hier nicht um die Verzinsung von Krypto-Guthaben, die weiterverliehen werden. Vielmehr handelt es sich um eine Dienstleistung, wo Kunden Münzen wie Tezos (XTZ) anlegen und von den Minting-Erträgen profitieren, die beim Proof-of-Stake anfallen.

Doch das Endergebnis ist für den Kunden im Wesentlichen das gleiche, wie wenn er Zinsen erhalten würde. Sobald Coinbase seine Gebühren von 2 Prozent eingenommen hat, bleibt den Anlegern auch hier eine jährliche Rendite von etwa 5 Prozent.

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