Drei mögliche Gründe

Warum stieg der Bitcoin-Kurs am Wochenende um mehr als 1.000 Dollar?

Der Bitcoin-Kurs stieg am Wochenende um mehr als 1.000 Dollar und notiert jetzt doppelt so hoch wie zu Jahresbeginn. Diese drei Entwicklungen sind mögliche Gründe.

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EZB-Chef Mario Draghi warnte letzte Woche erneut vor Bitcoin. Doch das ist sicherlich nicht der Grund für den extremen Preisanstieg seit dem Wochenende. (Foto: dpa)

EZB-Chef Mario Draghi warnte letzte Woche erneut vor Bitcoin. Doch das ist sicherlich nicht der Grund für den extremen Anstieg beim Bitcoin-Kurs seit dem Wochenende. (Foto: dpa)

Der Bitcoin-Preis ist am Wochenende um mehr als 1.000 Dollar angestiegen, was das letzte Mal im Jahr 2017 geschah. Er übersprang erstmals seit September wieder über die Marke von 7.000 Dollar.

Am Montagabend kostet ein Bitcoin nun sogar rund 7.800 Dollar. Das ist der höchste Wert seit August letzten Jahres. Auch die anderen führenden Kryptowährungen verzeichnen seit dem Wochenende durchweg deutliche Kursgewinne.

Warum steigt der Bitcoin-Kurs?

Seit Mitte Dezember letzten Jahres ist der Bitcoin-Kurs um 130 Prozent angestiegen. Möglicherweise hat dabei auch eine Rolle gespielt, dass das nächste „Halving“ näher rückt. Bereits im Mai 2020 halbiert sich die Inflation durch das Schürfen neuer Bitcoins.

Der Analyst Timo Emden von Emden Research erklärt den erneuten Kursanstieg gegenüber Reuters damit, dass das „wachsende Interesse von institutionellen Vermögensverwaltern“ neue Hoffnungen schüre.

„Zu den hartgesottenen Anlegern, welche Bitcoin mehr oder weniger am Leben gehalten haben, gesellen sich immer mehr kurz- bis mittelfristige Investoren.“ Außerdem müssten Anleger, die auf weitere Kursverluste gesetzt hatten, entsprechende Wetten auflösen.

Der Bitcoin-Kurs hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt. (Grafik: coinmarketcap.com)

Der Bitcoin-Kurs hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt. (Grafik: coinmarketcap.com)

Möglicher Grund: Handelskrieg USA gegen China

Ein weiterer möglicher Grund für den Kursanstieg von Bitcoin sind die Folgen der wachsenden Spannungen im Handelskrieg zwischen den USA und China. Denn wenn der Konflikt nicht beigelegt wird, wäre dies eine Belastung für den gesamten Welthandel.

Derzeit steht nicht nur Chinas Yuan, sondern die Währungen der Schwellenländer insgesamt relativ zum Dollar und zum Ölpreis unter starkem Druck. Möglicherweise fliehen einige Investoren vor diesem Hintergrund auch in Kryptowährungen.

Für Bitcoin gilt hier dieselbe Investment-These wie für Gold. Die Konjunkturunsicherheit durch den Handelskrieg ist nach Ansicht der IKB derzeit eine wichtigere Stütze für den Goldpreis, als die anhaltenden Inflationssorgen.

HTC kündigt Bitcoin Full Node an

Der Elektronik-Riese HTC (High Tech Computer) hat angekündigt, dass sein Smartphone „Exodus 1S“ in der Lage sein wird, einen Bitcoin-Full-Node zu betreiben. Dies ist ein Computer, der sich direkt mit dem Bitcoin-Netzwerk verbindet, die gesamte Blockchain herunterlädt und diese selbst verifiziert.

In einer Pressemitteilung sagt HTC, dass diese „wertorientierte“ Version seines Smartphones ab Ende des dritten Quartals 2019 verkauft wird. Es soll auf dem ersten Blockchain-Smartphone des Unternehmens „Exodus 1“  aufbauen.

„Full-Nodes sind der wichtigste Bestandteil der Widerstandsfähigkeit des Bitcoin-Netzwerks, und wir haben die Zugangsbarriere zum Betrieb eines Knotens für alle gesenkt“, zitiert Cointelegraph Phil Chen von HTC.

Microsoft startet dezentrales Identitäts-Tool auf der Bitcoin-Blockchain

Microsoft startet eine dezentrale Infrastruktur, die direkt auf der Bitcoin-Blockchain aufbaut. Das Open-Source-Projekt namens Ion beschäftigt sich mit der zugrunde liegenden Mechanik, wie Netzwerke miteinander kommunizieren.

Christopher Allen, ein Krypto-Veteran und Mitbegründer der Arbeitsgruppe des World Wide Web Consortium (W3C) für dezentrale Identitätslösungen (DID), sagte CoinDesk, dass Microsofts Schritt die gesamte Technologiebranche betreffen könnte.

„Viele Unternehmensinfrastrukturen verwenden Microsoft-Produkte“, sagte Allen. „Wenn sie das also in eines ihrer Infrastrukturprodukte integrieren, haben sie Zugang zu der dezentralen Identitätslösung.“

Microsoft arbeitet seit einem Jahr an einer Key Signing- und Validierungssoftware, die auf öffentlichen Netzwerken wie Bitcoin oder Ethereum basiert, aber einen weitaus höheren Durchsatz als die zugrunde liegende Blockchain bewältigen kann.

Eine anonyme Quelle mit Kenntnis des Microsoft-Projekts sagte gegenüber CoinDesk, dass Ion noch in diesem Jahr von der Nutzung des Bitcoin-Testnetzes auf das Bitcoin-Mainnet wechseln wird.

Im Dezember 2017 hatte der Bitcoin-Kurs seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Ein Bitcoin kostete damals mehr als 19.500 Dollar. In der Folge ging es deutlich bergab. Im Dezember fiel der Bitcoin-Preis auf rund 3.200 Dollar.

Hinter der Digitalwährung steckt die Idee einer Währung, die unabhängig von Staaten, Zentralbanken und der Geldpolitik existiert. Anders als klassische Währungen werden digitale Zahlungsmittel nicht von einer zentralen Stelle kontrolliert, auch Buchungen müssen nicht von einer zentralen Stelle bestätigt werden.

UPDATE 14.05.  Ein weiterer möglicher Grund für den aktuellen Preisanstieg ist auch, dass in den USA jetzt 15 große Verkaufsketten Zahlungen in Bitcoin und drei weiteren Kryptowährungen akzeptieren.

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