Politik

Nach Fußball-Spiel: Algerische Fans randalieren in Frankreich

Lesezeit: 1 min
12.07.2019 11:31
Nach dem Sieg der algerischen Fußballmannschaft kam es in ganz Frankreich zu schweren Ausschreitungen.

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In Frankreich sind Freudenfeiern zum Sieg der algerischen Fußballnationalmannschaft beim Afrika-Cup in Gewalt umgeschlagen. In Montpellier im Süden des Landes wurde am Donnerstagabend eine Frau getötet, als ein Algerien-Fan mit seinem Auto in Passanten raste. In Paris kam es zu Ausschreitungen und Plünderungen nahe dem Boulevard Champs-Elysées. Landesweit gab es mehr als 70 vorläufige Festnahmen. Die Regierung verurteilte die Gewalt scharf.

Die algerische Fußballnationalmannschaft hatte beim Afrika-Cup in Ägypten das Team der Elfenbeinküste besiegt und damit das Halbfinale des Turniers erreicht. Daraufhin feierten viele Menschen algerischer Abstammung in den Straßen französischer Städte wie Paris, Marseille und Lyon. Algerien war bis 1962 eine Kolonie Frankreichs.

In Montpellier verlor ein Algerien-Fan die Kontrolle über sein Auto und rammte Mitglieder einer Familie. Die Mutter wurde getötet, ihre 17 Jahre alte Tochter und ihr Baby wurden schwer verletzt. Die Polizei nahm den Fahrer fest. Die Ermittler werfen ihm fahrlässige Tötung vor.

In Paris, wo viele Menschen algerischer Abstimmung leben, zogen rund 3000 Menschen jubelnd zu den Champs-Elysées und feierten zunächst friedlich. In der Nacht zu Freitag schlugen dann dutzende Randalierer in der Gegend Schaufenster ein und plünderten Geschäfte, unter anderem einen Motorradladen. Sie griffen sich Helme, Handschuhe und sogar Motorräder, bis die Polizei einschritt.

Am nahe gelegenen Triumphbogen wurden Polizisten mit Wurfgeschossen beworfen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein. Innenminister Christophe Castaner bezeichnete die Gewalt in einem Tweet als "inakzeptabel". Nach Angaben seines Ministeriums wurden landesweit 73 Menschen von der Polizei in Gewahrsam genommen.

Allein in Paris gab es 40 vorläufige Festnahmen. Darunter waren zehn Minderjährige. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem den Einsatz von Wurfgeschossen vor. Der Polizeipräfekt der Hauptstadt, Didier Lallement, verglich die Vorfälle mit denen vom 1. Dezember, als Anhänger der Protestbewegung der "Gelbwesten" Schaufenster zerstört und Geschäfte geplündert hatten. "Dieses unverantwortliche Verhalten muss aufhören", forderte er.

In der Hafenstadt Marseille in Südfrankreich gab es die größte Feier mit rund 9000 Algerien-Fans. Sie verlief nach Angaben der Stadtverwaltung ohne Zwischenfälle.


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