Wirtschaft

Russen unterlaufen Trumps Öl-Sanktionen gegen Venezuela

Die erst vergangene Woche erlassenen US-Sanktionen gegen Rosneft sollten den Export von Rohöl aus Venezuela unterbinden. Nun zeigt sich, dass die Maßnahmen wirkungslos sind.
27.02.2020 15:54
Aktualisiert: 27.02.2020 15:54
Lesezeit: 1 min
Russen unterlaufen Trumps Öl-Sanktionen gegen Venezuela
Eine Wandmalerei in Rom zeigt US-Präsident Trump und Russlands Präsident Putin. (Foto: dpa) Foto: Vincenzo Livieri

Am 18. Februar hatte die US-Regierung eine Handelsgesellschaft des staatlichen russischen Ölkonzerns Rosneft mit Sanktionen belegt, weil das Unternehmen Rohöl aus Venezuela gekauft und exportiert hatte. Nun zeigt sich, dass Russen und Venezolaner offenbar eine einfache Lösung für das Problem gefunden haben.

Wie Bloomberg berichtet, hat Rosneft nun einfach eine andere Tochtergesellschaft namens TNK Trading – welche keinen US-Sanktionen unterliegt – damit beauftragt, das Rohöl aus Venezuela zu exportieren. „TNK Trading International wird in den ersten beiden Monaten des Jahres 2020 etwa 14,3 Millionen Barrel (159 Liter-Faß) venezolanischen Rohöls exportieren, verglichen mit einem Volumen von 5 Millionen Barrel im gesamten vergangenen Jahr, wie aus von Bloomberg gesammelten Handelsberichten hervorgeht. Das dürfte jegliche Einnahme-Einbußen für die Regierung von Präsident Nicolas Maduro verhindern und es zeigt, wie schwierig es ist, Venezuela vom Weltmarkt abzuschneiden“, schreibt Bloomberg.

Die Trump-Administration hatte Rosneft bei Verhängung der Sanktionen Täuschung vorgeworfen. „Dies ist eine Reaktion auf die wachsende und zunehmend zentrale Rolle von Rosneft in der Venezuela-Sache. (…) Rosneft exportiert nun die Hälfte des Rohöls, welches aus Venezuela herauskommt und umgeht aktiv Sanktionen, indem es sich in Listen und Täuschungen ergeht“, sagte ein US-Beamter. Die russische Seite hingegen stuft die von den USA gegen die venezolanische Regierung erlassenen Sanktionen als illegal ein und betont, ohnehin nur wirtschaftliche Interessen im Ölhandel zu verfolgen.

Um Venezuela tobt seit Jahren ein mehr oder weniger verdeckt geführter Machtkampf zwischen der US-Regierung und ihren Verbündeten einerseits und der Regierung um Präsident Nicolas Maduro und dessen Verbündeten – in erster Linie handelt es sich dabei um Russland, welches auch Militärpersonal nach Caracas entsandt hat – andererseits. Innerhalb Venezuelas äußert sich der Gegensatz zwischen dem sozialistischen Präsidenten Maduro und dem selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaido.

Die US-Sanktionen zielen nicht zufällig auf den Ölsektor Venezuelas. Das Land – welches aufgrund von Missmanagement der eigenen Führung und Sanktionen der USA von Armut, Wirtschaftskrise und Währungszerfall betroffen ist – verfügt über die größten bekannten Rohölreserven der Welt.

Bloomberg berichtet weiter, dass US-Präsident Trump zunehmend frustriert über die politische Entwicklung in Venezuela und die löchrigen Sanktionen sei und laut über den Aufbau einer See-Blockade gegen das Land nachgedacht habe. Führende Militärs hätten ihm aber von der Idee abgeraten, weil diese Kapazitäten binde, welche anderswo dringender benötigt würden.

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