Technologie
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Technologien, die die Welt verändern

In Kooperation mit Luca Brecht: Seit im 19. Jahrhundert die industrielle Revolution startete, hat sich die Welt rasant verändert. Als dann noch die mobile und digitale Metamorphose folgte, gab es kein Halten mehr: Ein Mensch, der aus vorindustrieller Zeit zu uns käme, fände sich hier kaum noch zurecht. Und auch wir haben längst aus den Augen verloren, was sich hinter den Kulissen tut. Die Zukunft steht auch heute schon wieder in den Startlöchern!
09.06.2020 15:09
Aktualisiert: 09.06.2020 15:09
Lesezeit: 5 min
Technologien, die die Welt verändern
Die künstliche Intelligenz gehört zu den bedeutenden Technologien unserer Zeit. (Foto: Gerd Altmann/Pixabay)

Künstliche Intelligenz: Bedrohung oder Fortschritt?

In Kooperation mit Luca Brecht:

Stephen Hawking warnte zu seinen Lebzeiten mehrfach vor dem Aufkommen der künstlichen Intelligenz. Seine Befürchtung: Die KI könnte den Verstand der Menschen überflügeln und ein gefährliches Eigenleben entwickeln. Verschiedene dystopische Geschichten greifen diesen Gedanken auf, beispielsweise übernehmen sie in der Filmtrilogie "Matrix" die Herrschaft über die Erde und degradieren die Menschen zu reinen Energiespendern. Bis jetzt zeichnen sich solche desaströsen Entwicklungen jedoch nicht ab, eher sieht es so aus, als würde die Computer-Power unser Leben weiter verbessern. Mittlerweile sind wir schon vom maschinellen Lernen auf das Deep Learning übergegangen, die künstlichen neuronalen Netze werden immer leistungsstärker.

Die KI kommt längst in vielen verschiedenen Bereichen zur Anwendung, zum Beispiel in der Gesichtserkennung. Für eine Software ist es eine erhebliche Leistung, Gesichtern in verschiedenen Posen (und womöglich auch noch in Bewegung) zuverlässig voneinander zu unterscheiden. Bärte, Hüte, Brillen, Lichtverhältnisse und sogar einfache Veränderungen in der Mimik wirken irritierend auf das künstliche Auge. Und doch gibt es längst Sicherheitskameras auf dem Markt, die "wissen", wann sich ein zugangsberechtigter Hausbewohner nähert oder ein Eindringling. Einige Computer lassen sich per Gesichtserkennung entsperren und sogar auf verschiedene Gefühle sollen die Geräte bald schon reagieren können. Das sind nur wenige Anwendungsgebiete von vielen. Beim autonomen Fahren, in Medizin und Forschung ergeben sich im großen Fortschritts-Poker noch viele weitere fantastische Möglichkeiten, die teilweise jetzt schon real sind.

Digitale Spielewelt: Online Poker ums größte Vergnügen

Ein weiteres Gebiet, das durch neue Technologien vollständiges verändert wurde, ist das Gaming. Vor gar nicht langer Zeit mussten sich Freunde noch im wirklichen Leben treffen, um einen gemeinsamen Spiele-Abend zu erleben. Manchmal war das mit langen An- und Rückfahrten und einer hohen Zeitinvestition verbunden. Heute, mit unserer derzeitigen computer- und internetbasierten Technik, ist so etwas längst nicht mehr nötig. Brett-, Karten- und Casinospiele oder schlicht gestrickte Plauderabende lassen sich problemlos über Video-Calling-Software arrangieren. Wer eine schnelle Internetverbindung sein Eigen nennt, sichert sich ein Real-Time-Erlebnis bei jedem einzelnen Spielzug und jedem gesprochenen Wort.

Und wenn dann noch alle Teilnehmer ihre Webcam einschalten, lässt sich das Poker Face der Mitspieler problemlos analysieren. Die großen Online Poker Plattformen zeigen, wie es geht: Das digitale Erlebnis mit Live-Stream und Webcam ist hier zusammen mit den typischen Online-Specials so ausgestattet, dass die altmodische Spielbank aus Stein und Mörtel kaum mehr mithalten kann. Nicht nur Texas Hold'em und Omaha Hi-Lo sind in höchster Qualität immer und überall verfügbar, sondern auch Puzzlespiele, Jump'n Runs, Adventures und Shooter aller Art. Was auf dem großen Rechner läuft, das ist normalerweise auch für das Smartphone verfügbar, manchmal in etwas abgespeckter Variante, aber spannend und herausfordernd wie eh und je.

Moderne Kommunikation: Besser, schneller, weiter …

Eine räumliche Trennung bedeutete in alten Zeiten, sich höchstens Briefe schreiben zu können und ansonsten nichts voneinander zu hören. Dann wurde das Telegrafieren erfunden, das es erlaubte, Kurzbotschaften über längere Distanzen in Echtzeit zu versenden. Doch bis das Telegramm tatsächlich beim Empfänger ankam, dauerte es immer noch ein Weilchen – und war inzwischen schon durch mehrere Hände gegangen. Sehr viel privater ging es dann beim Telefonieren zu, man hörte die Stimme des anderen und genoss in der Leitung normalerweise genügend Privatsphäre, um auch das eine oder andere Geheimnis zu teilen. Doch jetzt befinden wir uns schon wieder in einer vollständig neuen Ära, denn die virtuelle Kommunikation hat übernommen und eröffnet uns Wege, die die Menschen sich vor wenigen Jahrzehnten nicht einmal erträumten.

Videoanrufe sind da noch die kleinste Sache, wir können jederzeit mobil Bilder, Filme, Sprachnachrichten und Texte versenden. Nicht nur an einen einzigen Empfänger, sondern auch an ganze Gruppen oder gleich in die gesamte Welt, an jeden, der es sehen möchten. In den sozialen Medien findet nicht nur reger Austausch zwischen Freunden und Bekannten statt, auch wildfremde Menschen geraten in Kontakt, selbst dann, wenn sie aus verschiedenen Enden der Welt stammen. Die Kommunikation ist global geworden, grenzenlos, blitzschnell und voller Überraschungen. Eine schnelle Verbindung und hochwertige Hardware vorausgesetzt, stehen jedem Privatmenschen alle Möglichkeiten offen, die früher nicht einmal Königen vorbehalten waren.

Gentechnik: Keinesfalls so böse wie ihr Ruf

Der Gentechnik haftet seit Jahren ein ziemlich gruseliger Ruf an, als entstünden mit ihrer Hilfe nur tierische und pflanzliche – vielleicht auch menschliche – Monster. Dass diese Technologie unserem Gesundheitssektor auf besondere Weise zugutekommt, fällt dabei oftmals unter den Tisch. Gentechnik im Medizin- und Pharmabereich existiert bereits seit etwa 35 Jahren, für sie hat sich der Begriff "Rote Gentechnik" etabliert. Im Labor entstehen gentechnisch veränderte (Mikro)-Organismen, die als Basis für viele verschiedene Arzneimittel dienen. Rote Gentechnik ist längst unverzichtbarer Teil der Diagnostik, der biomedizinischen Grundlagenforschung sowie der Impfstoffherstellung. Zahlreiche medizinische Fragen ließen sich kaum beantworten, ohne diese besondere Technologie zum Einsatz zu bringen. Gentechnik rettet in diesem Bereich also durchaus Leben, das müssen selbst die Gegner dieses Forschungszweigs zugeben.

Die "Weiße Gentechnik" bezieht sich hingegen auf die industrielle Produktion, sie gilt oftmals als besonders umweltschonend. Geeignete Organismen werden so verändert, dass sie zur Synthese bestimmter Stoffe zur Verfügung stehen. Zellkulturen und Pilze erfüllen damit wichtige Aufgaben in großtechnischen Herstellungsverfahren, sie ersetzen reguläre Produktionsprozesse durch schonendere Methoden. Auf diese Weise lassen sich neue Biokatalysatoren gewinnen, Hautpflegeprodukte fabrizieren und medizinische Diagnostika entwickeln. Auch Chemikalien entstehen mithilfe der Weißen Gentechnik, bei reduziertem Energie-, Wasser und Rohstoffverbrauch. Nachwachsende Rohstoffe geraten verstärkt in den Fokus, während ihre fossilen Vorgänger nicht mehr up to date sind: Dieses Poker Spiel scheint fast schon entschieden!

Nanotechnologie: Kleinste Teilchen mit Umweltbonus

Die Nanotechnologie gilt in bestimmten Kreisen sogar als echter Hoffnungsträger, wenn es um die Lösung globaler Umwelt- und Klimaprobleme geht. Mittels dieser Technik lässt sich die nachhaltige Energiegewinnung deutlich effizienter gestalten und auch, wenn es um Wasserverbrauch und Abfallbeseitigung geht, könnten Nano-Erfindungen demnächst noch sehr hilfreich werden. Aktuell befinden wir uns allerdings erst in einer frühen Entwicklungsphase und es gilt, die Wirkungen und Nebenwirkungen genau im Blick zu halten. Was ist wirklich umweltfreundlich – und was scheint nur so? Diese Frage steht meistens im Mittelpunkt, wenn Forscher sich Gedanken machen, wie sie mittels Nanotechnologie Luft und Boden reinigen, Schmutzwasser wiederaufbereiten und wertvolle Ressourcen schonender behandeln.

Das Einsparen von Energie gehört zu den Punkten, die sich zukünftig mittels Nanotechnologie verbessern lassen. Moderne Nanomaterialien sind besonders leicht und extrem widerstandsfähig, sie lassen sich zum Beispiel in Fahrzeugen und Flugzeugen verbauen. Damit werden Autos und Jets signifikant leichter, ohne gleichzeitig an Sicherheit einzubüßen. Der Treibstoffverbrauch sinkt mit jedem abgespeckten Kilogramm, ein großes Plus für die Umwelt, das sich mit konventionellem Material nicht erreichen ließe. Aber auch in Photovoltaikanlagen sollen demnächst Nanostoffe in Form von Nanokristallen zum Einsatz kommen, die den Wirkungsgrad steigern und die Kosten reduzieren. Hoch effektive Dünnschichtsolarzellen entstehen, sie nehmen kaum noch Platz weg, wiegen nur einen Bruchteil der bisherigen Anlagen und stellen (hoffentlich) ein Vielfaches an Energie bereit.

Blockchain: Die smarte Kette für digitale Transaktionen

Spätestens seit dem Bitcoin ist die digitale Blockchain in aller Munde. Sie dient in Form verschiedener Token und Coins als virtuelles Zahlungsmittel, überregional und transparent. Die smarte Kette kann aber viel mehr als normales Bar- oder Buchgeld! Ein Beispiel hierfür sind die sogenannten Smart Contracts, die dazu dienen, automatische Zahlungen auszulösen, sobald die Gegenseite ihren Vertragsteil erfüllt hat. Wir haben es sozusagen mit einer Art programmiertem Vertrauen zu tun, das finanzielle Transaktionen in die Hand unbestechlicher Computerprogramme gibt. In Schweden hat sich inzwischen das Projekt Blockchain Land Registry etabliert, das Grundstücksübertragungen virtuell per Datenkette unterstützt. Die Firmen Maersk und IBM planen sogar, die weltweite Logistik per Blockchain zu organisieren und AXA Fizzy tendiert derzeit zu der automatischen Flugversicherung mittels Smart Contracts. Startet der gebuchte Flug signifikant zu spät, würde das System von selbst eine Zahlung auslösen, ohne langwieriges bürokratisches Hin und Her.

Die Blockchain verbucht zahlreiche Vorteile für sich: Die in ihr gespeicherte Daten lassen sich nicht verändern, so werden Transaktionen transparenter denn je. Trotzdem können die Nutzer ihre Anonymität wahren, Kontodaten und Namen sind nicht erforderlich. Blockchains lassen sich außerdem nicht von einer einzelnen Stelle aus abschalten, die Datenspeicherung erfolgt auf mehreren Servern verteilt. Es handelt sich stets um ein Peer-to-Peer-System, das keine (teuren) Mittelsmänner erfordert. Das Poker Spiel um das sicherste Zahlungsmittel scheint also insgeheim längst gewonnen.


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