Politik

Großbritannien: Corona-Regierungsberater hält Aktien von Impfstoffhersteller

Der Chefberater der britischen Regierung in der Corona-Krise, Sir Patrick Vallance, hält Aktien von jenem Unternehmen, das damit beauftragt wurde, an einem Corona-Impfstoff zu forschen. Das betroffene Unternehmen soll auch die EU mit hunderten Millionen Impfstoff-Dosen beliefern.
29.09.2020 12:03
Lesezeit: 1 min
Großbritannien: Corona-Regierungsberater hält Aktien von Impfstoffhersteller
ung:ARCHIV - 16.03.2020, USA, Seattle: Eine Versuchsperson erhält im «Kaiser Permanente Washington Health Research Institute» eine Spritze mit einem potenziellen Impfstoff der US-Biotech-Firma Moderna gegen Covid-19. (Foto: dpa) Foto: Ted S. Warren

Sir Patrick Vallance, Gesundheitsexperte aus Großbritannien und Regierungsberater, hält einem Bericht der Zeitung Telegraph zufolge 43.111 Aktien am Pharmariesen GlaxoSmithKline (GSK). GSK und Sanofi spielen eine herausragende Rolle bei der Forschung nach einem Corona-Impfstoff.

Sir Patrick hielt im Jahr 2018 bei seinem Rücktritt als GSK-Präsident 404.201 Aktien hielt - im Wert von 6,1 Millionen Pfund zum heutigen Preis. Er hat bereits mehr als fünf Millionen Pfund an Aktien verkauft, die er während seiner sechsjährigen Amtszeit im Unternehmen erhalten hatte.

Sanofi und GlaxoSmithKline (GSK) hatten kürzlich die klinische Phase I / II-Studie für ihren Corona-Impfstoff eingeleitet. Der von beiden Firmen gemeinsam entwickelte Impfstoffkandidat enthält dieselbe rekombinante Protein-basierte Technologie wie einer der saisonalen Influenza-Impfstoffe von Sanofi und die pandemische Adjuvans-Technologie von GSK, berichtet das European Pharmaceuticals Review.

Die britische Regierung hatte GSK und Sanofi beauftragt, an einem Impfstoff zu forschen. Doch das Gespann hat sich auch mittlerweile mit der EU-Kommission geeinigt. Die Tagesschau berichtet: „Die Pharmakonzerne Sanofi und GlaxoSmithKline (GSK) haben sich vertraglich mit der EU-Kommission auf die Lieferung eines möglichen Corona-Impfstoffes geeinigt. Das Abkommen sieht die Lieferung von bis zu 300 Millionen Dosen vor, wie Sanofi in Paris mitteilte.“

Der Aktionär führt aus, dass der französische Pharmariese und GSK „Dividenden-Garanten“ seien: „Beide Unternehmen gelten zudem als verlässlicher Dividendenzahler. Derzeit beträgt die Dividendenrendite von GSK stolze 5,2 Prozent, bei Sanofi liegt sie bei immer noch starken 3,6 Prozent. DER AKTIONÄR sieht bei Sanofi weiter eine lukrative Halteposition, GSK befindet sich derzeit nicht auf der Empfehlungsliste.“

GSK ist eines von über 20 Pharmaunternehmen auf der ganzen Welt, die einen Impfstoff gegen Coronaviren anbieten.

Gesundheitsminister Matt Hancock hat bestritten, dass Sir Patricks Anteile an GSK einen Interessenkonflikt darstellen. Ein Regierungssprecher bestätigte, dass Sir Patrick einen aufgeschobenen Aktienbonus hatte, der im April 2021 fällig werden würde.

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