Deutschland

Deutsche Wirtschaft im 4. Quartal überraschend gewachsen

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt lag im vierten Quartal um 0,1 Prozent höher als im dritten Quartal. Der Anstieg war minimal, ist aber dennoch eine positive Überraschung.
29.01.2021 10:10
Aktualisiert: 29.01.2021 10:10
Lesezeit: 1 min

Trotz neuer Beschränkungen infolge der zweiten Corona-Welle ist die deutsche Wirtschaft Ende 2020 überraschend das zweite Quartal in Folge gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Oktober bis Dezember um 0,1 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einer Stagnation gerechnet.

Im vorangegangenen Sommerquartal hatte es zu einem Rekordwachstum von 8,5 Prozent gereicht, das allerdings auf den nie dagewesenen Einbruch von 9,7 Prozent im Frühjahr folgte. Die Bundesregierung hatte im November wegen steigender Infektionszahlen erneut die Schließung von Gaststätten, Kultur- und Freizeiteinrichtungen veranlasst, später kamen Einzelhandelsgeschäfte hinzu. "Davon war besonders der private Konsum betroffen, während die Warenexporte und die Bauinvestitionen die Wirtschaft stützten", so das Statistikamt.

2020 insgesamt schrumpfte Europas größte Volkswirtschaft um 5,0 Prozent. Damit bestätigte das Statistikamt eine frühere Schätzung. Es war der größte Einbruch seit der Finanzkrise 2009, als die Wirtschaftsleistung um 5,7 Prozent schrumpfte. Die Bundesregierung rechnet damit, dass es in diesem Jahr zu einem Wachstum von drei Prozent reichen wird. Das Vorkrisenniveau soll allerdings erst Mitte 2022 wieder erreicht werden.

"Die Wirtschaft hat der Corona-Pandemie ein Stück weit die lange Nase gezeigt", sagte der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger, zum Mini-Wachstum Ende 2020. "Der halbwegs versöhnliche Jahresabschluss ist jedoch nicht mehr als eine Momentaufnahme." Viele Experten gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im laufenden ersten Quartal wegen der inzwischen verschärften und verlängerten Lockdown-Maßnahmen schrumpfen wird. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer rechnet mit einem Rückgang von knapp zwei Prozent.

Verglichen mit anderen europäischen Ländern kam Deutschland im vergangenen Jahr wirtschaftlich noch gut davon. Das französische Bruttoinlandsprodukt brach im Corona-Jahr 2020 um 8,3 Prozent ein, die spanische um 11,0 Prozent. Die weltgrößte Volkswirtschaft USA meldete ein Minus von 3,5 Prozent, während die Nummer zwei China dagegen ein Wachstum von 2,3 Prozent verzeichnete.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell unter Druck: UBS sieht trotzdem großes Potenzial für Goldpreisentwicklung
20.05.2026

Der Goldpreis steht am Mittwoch weiter unter Druck: Hohe US-Renditen, ein weiterhin starker Dollar und neue Zinssorgen verunsichern die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Neue Risiken für die Wirtschaft? Erzeugerpreise in Deutschland steigen so stark wie seit 2023 nicht
20.05.2026

Die deutschen Erzeugerpreise steigen überraschend stark – so kräftig wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Vor allem geopolitische...

DWN
Politik
Politik Putin bei Xi: Russland verspricht China stabile Energieversorgung in unsicheren Zeiten
20.05.2026

Während Konflikte im Nahen Osten die Weltmärkte verunsichern, setzen Moskau und Peking demonstrativ auf Zusammenarbeit. Putin lobt China...

DWN
Panorama
Panorama Milliarden für den Zivilschutz: So will Deutschland künftig besser auf Krisen reagieren
20.05.2026

Deutschland will Milliarden in den Zivil- und Bevölkerungsschutz investieren. Neue Fahrzeuge, moderne Technik und mehr Personal sollen das...

DWN
Politik
Politik EU-USA-Zolleinigung: USA bekommen Zollvorteile unter Vorbehalt
20.05.2026

Mit einem neuen Kompromiss will die EU einen Handelskonflikt mit den USA verhindern. Doch die Einigung steht unter Vorbehalt, denn...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rabattaktionen im Einzelhandel: Warum eBooks trotz Krise boomen – und wie Sie persönlich davon profitieren
20.05.2026

Steigende Preise, verunsicherte Verbraucher und schwache Konsumdaten setzen den Handel unter Druck. Gleichzeitig werben Anbieter mit...

DWN
Politik
Politik Bio-Landwirtschaft: Die EU nimmt das Bio-Siegel an die Kandare
20.05.2026

Bio soll einfacher werden, doch genau das könnte für Händler, Bauern und Importeure kompliziert werden. Die EU will ihr Bio-Siegel...

DWN
Politik
Politik Armee-Ranking 2026: Wie Staaten ihre Militärmacht wirklich messen
20.05.2026

Militärmacht bemisst sich 2026 nicht mehr allein an Truppenstärke, Waffenarsenalen und Verteidigungshaushalten. Welche Staaten können...