Politik

Pädophilie und Missbrauch: Ein gruseliger Skandal erreicht Frankreichs Eliten

„Frankreich ist seit Jahresbeginn mit einer beispiellosen Welle an Missbrauchs-Klagen konfrontiert. Immer mehr Prominente stehen unter Verdacht“, heißt es in einem Bericht.
15.02.2021 12:17
Aktualisiert: 15.02.2021 12:17
Lesezeit: 2 min
Pädophilie und Missbrauch: Ein gruseliger Skandal erreicht Frankreichs Eliten
Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, nimmt nach einer nächtlichen Verhandlungssitzung an einem Runden Tisch beim Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs teil. (Foto: dpa) Foto: Olivier Hoslet

20min.ch“ berichtet: „Es geht um Pädophilie, sexuelle Gewalt in der Familie, aber auch um Nötigung an Hochschulen: Frankreich ist seit Jahresbeginn mit einer beispiellosen Welle an Missbrauchs-Klagen konfrontiert. Immer mehr Prominente stehen unter Verdacht. Die Regierung will nun ,schnell‘ handeln und erstmals ein Schutzalter für Sex mit Minderjährigen einführen.“

Web.de“ führt aus: „Es ist, als hätte es nur einen Funken gebraucht, um eine Explosion herbeizuführen. Frankreich ist wütend, es ist ein Aufstand derer, die bisher geschwiegen haben. Seit den Enthüllungen der Juristin Camille Kouchner über ihren bekannten Stiefvater brachen im Land zahlreiche Opfer sexualisierter Gewalt ihr Schweigen. Die mutmaßlichen Täter sind bekannte Persönlichkeiten der Pariser Elite aus Politik und Gesellschaft. Und es geht um nicht weniger als Pädophilie und Inzest, aber auch sexuelle Übergriffe unter Studierenden. Die Vorwürfe kommen mit einer solchen Wucht, dass auch die Regierung nicht mehr die Füße still halten kann.“

Die „Frankfurter Rundschau“ titelt: „Klage nach Inzestaffäre gegen Starjurist in Frankreich - Präsident Macron kennt ihn gut“. Über den Skandal hat auch „CNN“ berichtet. Die Nachrichtenagentur AP führt aus: „Frankreich hat ein ,tief verwurzeltes‘ gesellschaftliches Problem mit sexuellem Kindesmissbrauch. Dies gab der für Kinder und Familien zuständige französische Regierungsbeamte am Freitag zu, als er über neue Pläne der Regierung sprach, dieses Problem mit strengeren Gesetzen und erhöhter Wachsamkeit in den Schulen anzugehen. In einem Interview mit The Associated Press sagte Adrien Taquet, Staatssekretär im französischen Gesundheitsministerium: ,Es gibt einige dringende Angelegenheiten, und wir haben einige dringende Antworten. Aber es gibt einige sehr, sehr tiefe Probleme, so dass es nur ein Anfang ist ‘ (…) Über 160 französische Prominente unterzeichneten am Freitag in der Zeitung Le Parisien einen Appell, in dem sie die Regierung aufforderten, Maßnahmen zu ergreifen.“

„Nach geltendem französischem Recht sind sexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen und Minderjährigen unter 15 Jahren verboten. Das Gesetz akzeptiert jedoch die Möglichkeit, dass jemand unter 15 Jahren in der Lage ist, dem Sex zuzustimmen, was zu Fällen führt, in denen ein Erwachsener wegen sexueller Übergriffe anstelle von Vergewaltigung strafrechtlich verfolgt wird und daher mit einer leichteren Haftstrafe konfrontiert wird“, berichtet „France 24“. Die französische Justiz hatte im Zuge der Epstein-Affäre gegen den Model-Agenten Jean-Luc Brunel Ermittlungen wegen Vergewaltigung von Minderjährigen und wegen sexueller Nötigung eingeleitet. Er wird verdächtigt, für den amerikanischen Milliardär Jeffrey Epstein junge Mädchen kontaktiert und organisiert zu haben. Schon im Sommer 2019 hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Brunel eingeleitet und dessen Pariser Model-Agentur durchsucht (HIER und HIER).

Ende Januar 2021 hatten die Deutschen Wirtschaftsnachrichten über Polizei-Razzien in Deutschland gegen diverse Kinderporno-Ringe berichtet. Damals wurde die Frage aufgeworfen: „Kinderpornografie: Erreicht der gruselige Skandal bald die Eliten in Deutschland?“

Zudem gibt es in Deutschland ein weiteres Problem. Die Bundesregierung will angeblich die Rechte von Kindern stärken und hat dafür eine Änderung des Grundgesetzes auf den Weg gebracht. Doch ein bundesweites Verbot von „Original Play“ will sie offenbar nicht thematisieren. „Original Play“ nennt sich ein Konzept, demzufolge wildfremde Männer gegen eine Gebühr in deutsche Kitas gehen dürfen, um mit Kindern zu „spielen“. Die Eltern werden nicht benachrichtigt (HIER).

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Angst der Investoren schwindet, Apples neue Strategie stützt die Märkte
17.02.2026

Die US-Aktienmärkte schlossen am Dienstag leicht im Plus und versuchten, sich von den Ängsten rund um künstliche Intelligenz der...

DWN
Finanzen
Finanzen Bayer-Aktie größter DAX-Gewinner: Milliarden-Vergleich könnte Rechtsrisiken entschärfen
17.02.2026

Ein Milliarden-Vergleich könnte jahrelange Rechtsrisiken bei Bayer entschärfen und dem Bayer-Aktienkurs weiteren Auftrieb verleihen. Doch...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Zekiwa-Insolvenz: Traditionsmarke in der Krise – Produktion der Zekiwa-Kinderwagen soll weiterlaufen
17.02.2026

Die Zekiwa-Insolvenz trifft eine Traditionsmarke, die Generationen von Familien geprägt hat. Sinkende Geburtenzahlen, steigende Kosten und...

DWN
Politik
Politik Sabotage in der Ostsee: NATO setzt verstärkt auf Unterwasserdrohnen
17.02.2026

Beschädigte Seekabel in der Ostsee rücken autonome Unterwasserdrohnen verstärkt in den sicherheitspolitischen Fokus der NATO-Staaten....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Industrie unter Druck: Warum der Stellenabbau trotz Krise erst am Anfang steht
17.02.2026

Der Stellenabbau in der deutschen Industrie nimmt dramatische Ausmaße an. Hunderttausende Jobs stehen auf dem Spiel, besonders in...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Kursrückgänge bei Tech-Aktien nutzen – rutscht der Bitcoin-Kurs unter 60.000 US-Dollar?
17.02.2026

Technologieaktien stehen unter Druck, mutige Investoren könnten diese Kursrückgänge ausnutzen – und jetzt Tech-Aktien kaufen....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft ZEW-Konjunkturerwartungen fallen im Februar unerwartet: Trendwende rückt in weite Ferne
17.02.2026

Die aktuellen ZEW-Konjunkturerwartungen sorgen für Stirnrunzeln an den Märkten. Trotz zuletzt wachsender Hoffnungen auf eine...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Niedrige Gasspeicher-Füllstände: Grüne kritisieren Ministerin Reiche – kommt die strategische Gasreserve?
17.02.2026

Deutschlands Gasspeicher-Füllstände sind ungewöhnlich niedrig, während der Winter andauert und politische Debatten an Schärfe...