Deutschland

Nach Hakle-Insolvenz: Papierhersteller warnen vor Pleitewelle

Nach der Insolvenz des traditionsreichen Papierherstellers Hakle warnen dessen Konkurrenten vor schweren Herausforderungen in der Branche.
06.09.2022 15:00
Lesezeit: 1 min
Nach Hakle-Insolvenz: Papierhersteller warnen vor Pleitewelle
Hstorische Hakle-Produkte. Der Konzern hat Insolvenz angemeldet. (Foto: dpa) Foto: Db Hakle Kimberly

Nach dem Insolvenzantrag des traditionsreichen Toilettenpapierherstellers Hakle warnt die Papierindustrie vor den Folgen der dramatisch gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise für die Branche. „Die gesamte Papierindustrie steht unter enormem Kostendruck“, sagte der Geschäftsführer des Branchenverbandes Die Papierindustrie, Gregor Geiger, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Wichtig sei es in dieser Situation, dass die Papierhersteller die gestiegenen Kosten an den Handel weitergeben könnten.

Besonders schwierig sei die Lage der Hygienepapier-Hersteller, sagte Geiger. Grund dafür seien die gasintensiven Trocknungsverfahren bei der Produktion von Toilettenpapier oder Küchenrolle.

Der Düsseldorfer Hygienepapierersteller Hakle hatte in der vergangenen Woche ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragen müssen. Grund dafür waren nach Unternehmensangaben die „massiv gestiegenen Kosten für Material- und Energiebeschaffung“ sowie die höheren Transportkosten. Diese Aufwendungen habe man bisher nicht hinreichend an die Kunden im Lebensmitteleinzelhandel und den Drogeriesektor weitergeben können, klagte das Unternehmen.

Die Hygienepapier-Hersteller hatten schon im März vor den Folgen der explodierenden Gas- und Strompreise und eines möglichen Lieferstopps für russisches Gas gewarnt. Die Branche sei für die Produktion auf Gas angewiesen. Wegen der massiv gestiegenen Energiepreise sei die Situation teils existenzbedrohend, warnten die Firmen schon damals.

Lesen Sie dazu: Insider: Tausenden Mittelständlern droht das Aus

Dabei ist die Nachfrage nach den Produkten der Branche trotz aller Preissteigerungen ungebrochen. Dem Marktforschungsunternehmen GfK zufolge lagen die Umsätze mit Papiertaschentüchern, Toilettenpapier und Küchenrolle im Lebensmittelhandel im Juni deutlich über dem Vorjahresniveau. Den stärksten Zuwachs gab es demnach mit einem Plus von 36,2 Prozent bei Papiertaschentüchern, gefolgt von Toilettenpapier (+27,8 Prozent) und Küchenrollen (+21,7 Prozent).

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Finanzen
Finanzen OpenAI-IPO: Die wahre Sorge der Finanzchefin vor dem Börsengang
25.10.2026

Während die Finanzwelt auf den milliardenschweren OpenAI-Börsengang wartet, treibt Finanzchefin Sarah Friar eine ganz andere Sorge um:...

DWN
Technologie
Technologie Adobe-Alternative kostenlos: Ein verärgerter Kunde fordert den Milliardenkonzern heraus
25.10.2026

Ein Kunde will sein Adobe-Abo kündigen und soll dafür auch noch bezahlen. Seine Rache könnte den Software-Riesen teuer zu stehen kommen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen KI im Unternehmen: Warum ChatGPT allein noch keine Prozesse automatisiert
25.10.2026

ChatGPT schreibt Texte, fasst Informationen zusammen und spart Mitarbeitern Zeit. Doch wer KI wirklich zur Prozessautomatisierung nutzen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Robin Zeng: Der Chinese, von dem Deutschlands Autobauer abhängen
25.10.2026

Er baut keine Autos, doch ohne ihn hätten BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz ein gewaltiges Problem. Der chinesische Milliardär Robin Zeng...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Pflege statt Arbeit: Immer mehr pflegende Erwerbstätige gehen Arbeitsmarkt verloren
25.10.2026

Die wachsende Zahl pflegender Angehöriger könnte den Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren laut einer Prognose spürbar belasten: Bis 2045...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Umsatzwarnungen: Lindt & Sprüngli entlässt Konzernchef Lechner
25.10.2026

Der Schokohasen-Hersteller leidet unter teuren Kakaopreisen und dem heißen Sommer. Nun soll ein alter Bekannter vorm Weihnachtsgeschäft...

DWN
Politik
Politik Frankreich führt Aufschläge für Medikamente ein. Was bedeutet das für die Preise in Deutschland und für Generika?
25.10.2026

In Frankreich wurde eine neue Vereinbarung mit der Pharmaindustrie über Arzneimittelpreise erzielt, die dazu führen könnte, dass einige...

DWN
Unternehmen
Unternehmen US-Rüstungsfirma Covenant: Protest gegen Marschflugkörper-Produktion ab 2027 in Leipzig
24.10.2026

Die US-Rüstungsfirma Covenant will in Leipzig Marschflugkörper herstellen. Der Standort soll weltweit die größte Basis für Europas...