Politik

Wagenknecht sieht Grüne als „gefährlichste Partei im Bundestag“

„Für mich sind die Grünen die heuchlerischste, abgehobenste, verlogenste, inkompetenteste und [...] gefährlichste Partei“, so die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht.
21.10.2022 16:47
Aktualisiert: 21.10.2022 16:47
Lesezeit: 2 min

Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht hat die Grünen als „die gefährlichste Partei“ im Bundestag bezeichnet und damit erneut Wirbel in den eigenen Reihen ausgelöst. Widerspruch kam am Freitag unter anderem von Fraktionschef Dietmar Bartsch: „Die gefährlichste im Bundestag vertretene Partei ist und bleibt die AfD“, schrieb er auf Twitter.

Wagenknecht hatte erst vor wenigen Wochen mit einer Rede im Bundestag zur Ukraine-Politik Protest bei vielen ihrer Genossen geerntet. Darin warf die frühere Fraktionschefin der Bundesregierung vor, einen Wirtschaftskrieg gegen Russland „vom Zaun zu brechen“. Ihre Kritiker monierten, sie verkehre Ursache - den russischen Angriff auf die Ukraine - und Folge - die Sanktionen.

Jetzt sagte Wagenknecht in einer ihrer regelmäßigen Videobotschaften: „Für mich sind die Grünen die heuchlerischste, abgehobenste, verlogenste, inkompetenteste und gemessen an dem Schaden, den sie verursachen, derzeit auch die gefährlichste Partei, die wir aktuell im Bundestag haben.“

Wie Bartsch widersprach auf Twitter auch der Parlamentarische Geschäftsführer der Linken-Bundestagsfraktion, Jan Korte. Er habe für die Grünen wenig Sympathie. „Aber in einem Parlament, in dem Faschisten sitzen, die Grünen als größte Gefahr darzustellen, ist dermaßen drüber und verharmlost die Gefahr von Rechts, @SWagenknecht. Voll daneben.“

Die Bundestagsabgeordnete Kathrin Vogler schrieb auf Twitter: „Mir reicht es. Wir reißen uns hier den A… auf, um fundiert, zugespitzt & nachvollziehbar Alternativen zur Ampel-Politik zu formulieren, sozialen Protest zu fördern & die permanente Hetze der AfD zu kontern. Dann trendet wieder die faulste Abgeordnete mit völlig verrutschtem Kompass.“

Nach dem Eklat über die „Wirtschaftskrieg“-Rede hatte die Spitze der Bundestagsfraktion mühsam die Reihen geschlossen und Forderungen nach einem Rauswurf von Wagenknecht und ihren Unterstützern abgewendet. Trotzdem wird immer wieder spekuliert, ob Wagenknecht möglicherweise eine neue Bewegung oder Partei gründen könnte. Bisher legt sich die Bundestagsabgeordnete nicht fest.

Bild TV zitierte Wagenknecht mit den Worten: „Ich wünsche mir, dass in Deutschland eine Partei entsteht, die die Politik der Regierung verändern kann.“ Sie fügte hinzu: „Aber es ist halt nicht so einfach, eine Partei zu gründen.“ (dpa)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Cum-Ex-Skandal: Kronzeuge Steck im DWN-Interview – der Betrug, den Politik und Banken gemeinsam möglich machten
17.03.2026

Zehn Milliarden Euro Schaden, tausende Beschuldigte – und bis heute keine politische Verantwortung. Der Cum-Ex-Kronzeuge und Autor Dr....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Straße von Hormus im Krisenmodus: Globale Lieferketten geraten unter Druck
17.03.2026

Die faktische Blockade der Straße von Hormus bringt zentrale Handelsströme ins Stocken und treibt Energie- sowie Transportkosten weltweit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Entwurf zur EnWG-Reform bringt Reiche unter Druck – was das Netzpaket-Aus konkret bedeutet
17.03.2026

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche plant, den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien mit neuen Bedingungen zu versehen. Sie...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ende der Zitterpartie: EU und USA einigen sich auf neuen Zoll-Pakt
17.03.2026

Hinter den Kulissen von Brüssel und Washington wurde lange gepokert, doch jetzt steht der Kurs fest: Die EU-Parlamentspräsidentin Roberta...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Lichtblick am Ende des Tunnels: Autoindustrie nimmt 2026 wieder Fahrt auf
17.03.2026

Die Schockwellen der ersten Gewinnwarnungen verrauchen langsam. Dank eines starken Schlussspurts der Audi-Gruppe zeigt das Barometer für...

DWN
Politik
Politik Sondervermögen Schulden: Milliarden werden zur Stopfung von Haushaltslöchern missbraucht
17.03.2026

Etikettenschwindel bei den Staatsfinanzen? Das Münchner Ifo-Institut wirft der Bundesregierung vor, neue Milliardenschulden massiv...

DWN
Politik
Politik Nach Iran und Venezuela: Trump erhöht massiv den Druck auf Kuba
17.03.2026

US-Präsident Donald Trump nimmt nach Teheran und Caracas nun offenbar das nächste Ziel in den Fokus: Kuba. Mit einer offen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Brennende Tanker, blockierte Routen: Wie gelangt das Golf-Öl jetzt noch zum Kunden?
17.03.2026

Die Schlagader der Weltwirtschaft ist fast zum Erliegen gekommen: Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs wagen nur noch wenige Schiffe die...