Politik

Neue Klagen gegen Deutsche Bank wegen Epstein-Geschäften

Die Deutsche Bank sieht sich mit neuen Klagen in den USA konfrontiert. Der Vorwurf lautet, die Bank habe vom „Sexhandel“ Jeffrey Epsteins finanziell profitiert. Epstein kam während seiner Inhaftierung 2019 unter mysteriösen Umständen zu Tode.
25.11.2022 10:28
Aktualisiert: 25.11.2022 10:28
Lesezeit: 2 min

Die Deutsche Bank sieht sich wegen ihrer Geschäfte mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein mit neuen Klagen in den USA konfrontiert. Eine Gruppe namentlich nicht genannter Frauen warf dem Geldhaus sowie JPMorgan Chase am Donnerstag vor, von dem verstorbenen Hedgefonds-Managers finanziell profitiert zu haben, dem die sexuelle Ausbeutung von Jugendlichen vorgeworfen wurde.

Banken sollen vom „Sexhandel“ Epsteins profitiert haben

Dabei wurden zwei getrennte Klagen vor einem Bundesbezirksgericht in New York eingereicht mit dem Ziel, sie als Sammelklagen anerkennen zu lassen. In einer Erklärung der Deutschen Bank hieß es: „Wir halten diese Behauptung für unbegründet und werden unsere Argumente vor Gericht vortragen.“ JPMorgan lehnte eine Stellungnahme ab. Die Namen der Klägerinnen werden in den Gerichtsunterlagen nicht aufgeführt.

Sie werfen den Banken vor, die erforderliche finanzielle Unterstützung für Epsteins Machenschaften zum Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung – im US-Strafrecht als „sex trafficking“, etwa „Sexhandel“, bezeichnet – bereitgestellt zu haben. Durch diese „Unterstützung und Komplizenschaft“ habe Epstein den Anschein von Legitimität und eine Sonderbehandlung erhalten. Die Banken hätten durch ihre Vorgehensweise die Fortführung von Epsteins Unterfangen sichergestellt und damit auch den fortgesetzten sexuellen Missbrauch von jungen Frauen und Mädchen.

Epstein unter ungeklärten Umständen zu Tode gekommen

Epstein hatte sich 2008 schuldig bekannt, eine Minderjährige zur Prostitution gezwungen zu haben. Er erhielt dafür eine 18-monatige Haftstrafe. Nach einer erneuten Festnahme wegen Vorwürfe des Sexhandels wurde er im August 2019 in der Untersuchungshaft im Alter von 66 Jahren tot aufgefunden. Die Behörden gaben daraufhin bekannt, es habe sich um Suizid gehandelt. Um die genauen Todesumstände ranken sich jedoch eine Reihe offener Fragen. So waren etwa die Sicherheitskameras zum Zeitpunkt des Todes ausgestellt, obwohl Epstein als suizidgefährdet galt.

Epstein war von August 2013 bis Dezember 2018 Kunde der Deutschen Bank. „Es war ein schwerwiegender Fehler, dass wir ihn 2013 als Kunden aufgenommen haben – dazu hätte es nie kommen dürfen“, schrieb Konzernchef Christian Sewing 2020 an die Mitarbeiter. Im Juli 2020 reichten Investoren Sammelklagen gegen das Institut ein mit der Begründung, die Bank habe falsche und irreführende Aussagen gemacht. Im September 2022 kam es zur Zahlung eines Vergleichs von rund 26 Millionen Dollar im Zusammenhang mit dem Fall Epstein und russischen Oligarchen. Die Deutsche Bank wies dabei jegliches Fehlverhalten zurück.

Epstein-Vertraute Maxwell zu 20 Jahren Haft verurteilt

Ghislaine Maxwell, die enge Vertraute von Jeffrey Epstein, wurde von einem New Yorker Gericht zu 20 Jahren Haft verurteilt. Die langjährige Haftstrafe für Maxwell setzte einen vorläufigen Schlusspunkt hinter den Missbrauchsskandal um ihren Ex-Vertrauten und bestens vernetzten US-Multimillionär. Richterin Alison Nathan verurteilte die 60-Jährige in New York unter anderem wegen Menschenhandels mit Minderjährigen zu Missbrauchszwecken zu 20 Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 750 000 Dollar (713 000 Euro) - sie nannte die Verbrechen von Maxwell und Epstein „entsetzlich“ und „abscheulich“.

Der Fall hatte auch deshalb weltweit für Aufsehen gesorgt, weil der Unternehmer mit Prominenten wie den Ex-Präsidenten Bill Clinton und Donald Trump, dem Tech-Milliardär Bill Gates und dem britischen Prinzen Andrew bekannt war. Während Andrew kürzlich einen Zivilprozess im Zusammenhang mit Epsteins Missbrauchsring abwenden konnte, sind weder gegen ihn noch gegen andere Prominente strafrechtliche Ermittlungen bekannt. Eine Liste der Kunden, die in Epsteins Menschenhandelring involviert waren, wurde im Zuge des Prozesses nicht veröffentlicht.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold erlebt ein Comeback: Wie das MTS Money Transfer System Sicherheit und digitale Freiheit verbindet

Steigende Staatsverschuldung, Inflation und geopolitische Spannungen stärken die Bedeutung von Gold als Vermögenswert. Das MTS Money...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Warum der Körper im Urlaub schlappmacht
30.10.2026

Der letzte Arbeitstag ist geschafft, der Urlaub beginnt – und plötzlich kommen Kopfschmerzen, Erschöpfung oder Infekte. Warum der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Audi rutscht fast in die roten Zahlen - Audi-Chef weiter unter Druck
30.10.2026

Die Krise trifft Autobauer Audi immer härter. Im dritten Quartal fahren die Ingolstädter nur noch einen vergleichsweise winzigen Gewinn...

DWN
Politik
Politik Elterngeld vor Reform: Mindest- und Höchstsatz sollen erstmals steigen
30.10.2026

Das Bundesfamilienministerium hat die Elterngeldreform trotz Sparziele neu zugeschnitten: Mindest- und Höchstsatz sollen erstmals seit...

DWN
Politik
Politik Bahn, Kredite, Weihnachtsmarkt – was sich im November ändert
30.10.2026

Für Familien wird eine ICE-Fahrt mit der Bahn zum Pauschalpreis dauerhaft angeboten. Was sich im neuen Monat außerdem bei kleinen...

DWN
Finanzen
Finanzen Alphabet-Aktie stürzt ab: Warum der KI-Boom den Konzern Milliarden kostet
30.10.2026

Alphabet steigert im dritten Quartal 2026 den Umsatz um 25 Prozent, trotzdem bricht die Google-Aktie nachbörslich an der Nasdaq um mehr...

DWN
Panorama
Panorama Unter Corona-Niveau: Rund 17,7 Millionen Patienten lagen 2025 im Krankenhaus
30.10.2026

Die Zahl der vollstationär behandelten Menschen in Deutschland stieg leicht, blieb aber deutlich unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie....

DWN
Finanzen
Finanzen Silberpreis fällt zum Monatsende deutlich: Warum selbst ein Angebotsdefizit den Kurs nicht stützt
30.10.2026

Der Silberpreis steht zum Monatsende erneut unter Druck. Am Freitagmorgen rutschte der Kurs des Edelmetalls zeitweise nur rund 50,65...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs aktuell: Binance-Angriff erschüttert den Kryptomarkt
30.10.2026

Ein schwerer Angriff auf die Kryptobörse Binance belastet die Stimmung bei Bitcoin, Ethereum und Co. Offenbar haben nordkoreanische Hacker...