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US-Konzern Wolfspeed kündigt Bau von Halbleiterfabrik im Saarland an

Im Saarland soll auf dem Gelände eines stillgelegten Kohlekraftwerks eine Chipfabrik entstehen.
01.02.2023 15:41
Lesezeit: 2 min
US-Konzern Wolfspeed kündigt Bau von Halbleiterfabrik im Saarland an
Eine Bosch-Mitarbeiterin betrachtet am 30.09.2015 im Zentralbereich Forschung und Vorausentwicklung der Robert Bosch GmbH in Renningen (Baden-Württemberg) im Rahmen eines Pressetermins einen Silizium-Wafer in einem Gelbraum. (Foto: dpa) Foto: Marijan Murat

Der US-Konzern Wolfspeed will im Saarland eine moderne Chipfabrik bauen. Geplant ist die weltweit größte Produktionsanlage für Siliziumkarbid-Elektronik, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Wolfspeed wolle mit dem Bau der Fabrik im ersten Halbjahr 2023 beginnen, vorbehaltlich der Genehmigung durch die EU-Kommission. Bei vollständigem Betrieb werde die Fabrik mehr als 600 Menschen beschäftigen.

Die Fabrik soll auf dem Gelände des stillgelegten Kohlekraftwerks Ensdorf entstehen. An der Vorstellung des Projekts wollten auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) teilnehmen.

Wolfspeed teilte mit, die erste Produktionsstätte des Unternehmens in Europa sei ein wichtiger Bestandteil eines umfassenden Plans zum Kapazitätsausbau im Umfang von 6,5 Milliarden US-Dollar (knapp 6 Milliarden Euro). Davon würden alleine mehr als zwei Milliarden Dollar auf das neue Werk entfallen, hieß es in einer Präsentation für Investoren vom Oktober 2022.

Es solle eine „bahnbrechend innovative“ Entwicklungs- und Produktionsstätte geschaffen werden, um die wachsende Nachfrage nach Siliziumkarbid für eine Vielzahl von Anwendungen in der Automobil-, Energie- sowie anderen Branchen zu bedienen, so Wolfspeed. Siliziumkarbid ermögliche kleinere, leichtere und kostengünstigere Systeme zur effizienteren Energieumwandlung für zahllose neue Einsatzmöglichkeiten.

Wolfspeed-Chef Gregg Lowe erklärte laut Mitteilung, die neue Anlage werde von entscheidender Bedeutung sein, um die Expansion in einer Branche zu unterstützen, die einerseits mit Engpässen kämpfe und andererseits sehr schnell wachse - vor allem auf dem Markt für Elektrofahrzeuge. Der Zulieferer ZF werde den Neubau durch eine Investition im Rahmen einer neuen strategischen Partnerschaft unterstützen.

Weiter hieß es, die Wolfspeed-Fabrik sei als Teil eines europäischen Gemeinschaftsprojekts für Mikroelektronik geplant und hänge von der Genehmigung staatlicher Fördermittel durch die Europäische Kommission ab.

Die EU fördert Unternehmensprojekte zur Mikroelektronik. Ziel ist es, Produktion von Halbleitern wieder nach Deutschland und Europa zu holen und nicht zu abhängig etwa von asiatischen Herstellern zu werden.

Im vergangenen Jahr hatte der US-Konzern Intel bekannt gegeben, dass in Magdeburg ab 2027 Chips der neuesten Generation produziert werden sollen. In einer ersten Ausbaustufe sollen dort zwei Halbleiterwerke gebaut werden, mehrere Tausend Arbeitsplätze könnten entstehen.

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