Politik

Streik gegen die Energiewende ist besser als Lohnforderungen

Hohe Lohnforderungen heizen nur die Inflation an. Forderungen nach Schluss der Energiewende führen zur Halbierung des Strompreises und wesentlichen Preissenkungen beim Heizen und Tanken.
08.03.2023 14:00
Aktualisiert: 08.03.2023 14:27
Lesezeit: 3 min

Prof. Dr. Ing. Hans-Günter Appel, Pressesprecher des NAEB e.V. Stromverbraucherschutz, schreibt in einem Kommentar zur Energiewende und den derzeit stattfindenden Streiks der Gewerkschaften für höhere Löhne:

Wir werden zurzeit von Warnstreiks genervt. Die Gewerkschaften fordern Lohnerhöhungen von 10 bis 15 Prozent, um die Inflation auszugleichen, die maßgeblich durch die hohen Energiepreise verursacht ist. Mit dieser Forderung wird die Inflation noch stärker angeheizt. Denn sie kann nur mit neuem Geld erfüllt werden, das ohne Gegenwert gedruckt wird. Dies sollte eigentlich den Gewerkschaftsführern bekannt sein. Sie sitzen in den Aufsichtsräten der großen Konzerne und haben Zugang zu allen Wirtschaftsdaten.

Höhere Löhne ohne Gegenwert führen nicht zu einer höheren Kaufkraft. Im Gegenteil. Sie heizen die Inflation an und erhöhen die Belastung mit Steuern durch die steigende Progression. Ziel der Gewerkschaften sollte es sein, Preissenkungen zu bewirken, statt inflationsfördernde Lohnerhöhungen zu fordern.

Die Energiewende ist Kostentreiber

Der kräftige Preisanstieg in den letzten 2 Jahren von mehr als 10 Prozent wird von den meisten Politikern und Journalisten mit dem Krieg in der Ukraine begründet. Das ist nur zu einem geringen Teil der Fall. Die Hauptursache ist (neben der Geldschöpfung aus dem Nichts durch die EZB) die deutsche Energiewende-Politik, die zu den höchsten Strompreisen in der Welt geführt hat. Sie wird trotz der Energiekrise von der Regierung weiter getrieben und ausgedehnt. Zunehmend werden nun auch Wohnungen und Neubauten durch unsinnige Dämm- und Heizvorschriften verteuert, die in der Gesamtsicht kaum Energie einsparen. Zwar sinkt die direkte Heizenergie. Doch unter Einbeziehung der Energie für das Dämmen und die Installation regenerativer Heizsysteme ist die Minderung minimal.

E-Autos sind nicht klimaneutral

Das gilt auch für das Elektro-Auto. Der hohe Energieaufwand zum Bau der Batterien wird erst nach mehr als 100.000 km ausgeglichen, wenn nur grüner Strom geladen wird. Davon ist aber nur ein Drittel im Netz. E-Autos mit größeren Batterien sind bis zu ihrer Verschrottung nicht „klimaneutral“. Das heißt, sie brauchen für das gesamte Autoleben fossile Brennstoffe. Doch die Politik hat die E-Autos als klimaneutral, also CO2-emissionsfrei, eingestuft. Die Eigner erhalten CO2-Zertifikate im Wert von etwa 200 Euro/Jahr, die sie weiter verkaufen können. Der Verkauf wird von Dienstleistern gegen eine Provision organisiert. E-Autos haben eine neue Gruppe von Profiteuren der Energiewende hervorgebracht.

Die Energiewende kostet über 1.000 Euro/Einwohner im Jahr

Die Aufwendungen zur Stützung der Energiewende belaufen sich auf mehr als 80 Milliarden Euro im Jahr, also mehr als 1.000 Euro/Einwohner, wenn man neben der EEG-Umlage für grünen Strom die CO2-Bepreisung, die Zulagen, Beihilfen und Förderungen für E-Autos, Wärmepumpen und Wärmeisolierungen hinzurechnet. Ein weiterer wesentlicher Kostenbestandteil ist der Energieverlust von grünem Strom durch das Umformen und den Transport über weite Strecken. Die Umformung – Wind- oder Solarstrom (Fakepower) – Wasserstoff – Lagerung in Kavernen – Wiederverstromung in Gaskraftwerken – schluckt 75 Prozent des eingesetzten Stroms. Der Stromtransport von Nord- nach Süddeutschland hat Leitungsverluste von 10 %.

Mit dem Aufgeben der Energiewende fallen die Energiekosten und Verluste wieder auf das internationale Niveau. Die Kaufkraft steigt. Die Industrie hat wieder Zugang zu wettbewerbsfähigen Energiekosten. Die Abwanderung der Industrie zumindest aus diesen Gründen wird gestoppt. Neue Ansiedlungen werden wieder wirtschaftlich. Das gilt auch für den Wohnungsbau, der durch die grünen Energiewende-Bauvorschriften nicht mehr wirtschaftlich ist.

Stromabschalten bewirkt mehr als Streiks für höhere Löhne

Die Forderungen der Gewerkschaften müssen sich gegen die unsinnige Energiepolitik richten, um die Lebenshaltungskosten zu drücken. Warnstreiks für höhere Löhne bringen den Streikenden und der gesamten Bevölkerung nur Nachteile. Warnstreiks zur Beendigung der Energiewende bewirken dagegen ein Wunder. Sie sind mit geringem Aufwand durchzuführen. Es brauchen nur die Stromversorger in einzelnen Gebieten zu streiken. Dann fällt der Strom aus. Es reicht bereits eine halbe Stunde Stromausfall in Berlin und in den Landeshauptstädten, um die Forderung durchzusetzen. Ein solcher Streik ist human im Vergleich zu einem langfristigen Stromausfall im ganzen Land, der uns droht, wenn die Energiewende weiter getrieben wird.

„Experten“ und Medien hämmern ständig auf uns ein, wir müssten die Energiewende weiter treiben zur Rettung des Weltklimas. Die CO2-Emissionen aus Kohle, Erdgas und Erdöl wären klimaschädlich durch den sogenannten Treibhauseffekt. Sie müssten vermieden werden. Dabei wird Wasserdampf, dessen Treibhausanteil mehr als doppelt so groß ist, nicht beachtet. Die Energiewende beruht auf betrügerischen Behauptungen.

Gewerkschaften sind gefordert

Trotz aller Warnungen der Fachwelt verfolgen Regierung und die meisten Parteien ihre ideologischen Ziele unbeirrt weiter. Ihre Umsetzung soll beschleunigt werden durch weniger Umweltschutz. Nur die Gewerkschaften verfügen noch über den notwendigen Einfluss auf die Politik, um die immer teurer werdende unsinnige Energiewende zu stoppen. Es ist allerdings fraglich, ob die Gewerkschaftsführungen diese Forderung mit Streiks durchsetzen werden. Sie haben in den letzten Jahren gezeigt, dass ihnen ein angeblicher Klimaschutz wichtiger ist als die Sicherung der Arbeitsplätze und Einkommen ihrer Mitglieder.

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