Wirtschaft

Streiks in Frankreich legen Verkehr auf Oberrhein lahm

Die Streiks in Frankreich beschädigen den internationalen Handelsverkehr auf dem Rhein.
08.03.2023 15:00
Aktualisiert: 08.03.2023 15:07
Lesezeit: 2 min
Streiks in Frankreich legen Verkehr auf Oberrhein lahm
Der Rhein bei Basel im Sommer 2021. (Foto: dpa) Foto: Patrick Straub

Die landesweiten Streiks gegen die Rentenreform in Frankreich wirken sich auf die internationale Rheinschifffahrt aus. Der gesamte internationale Verkehr auf der deutsch-französischen Rheinstrecke nach Basel sei zum Erliegen gekommen, weil die bestreikten Schleusen in französischer Hand seien, teilte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Oberrhein am Mittwoch auf Anfrage von Reuters mit. Der komplette Verkehr in die Schweiz über die Rheinschiene sei dadurch unterbrochen. Deutsche Häfen wie Breisach oder Weil am Rhein seien ebenfalls betroffen. Infolge der Streiks kämen Schiffe in dem Bereich nicht mehr weiter, wodurch Empfänger in den Häfen ihre Waren nicht bekämen.

Massive Verkehrsbehinderungen

Der Streik gegen die geplante Rentenreform in Frankreich schränkt den Verkehr nach Deutschland insgesamt weiter ein. Laut französischer Bahngesellschaft SNCF sollte am Mittwoch nur einer von sechs Zügen zwischen den beiden Ländern fahren. Auch am Donnerstag werde der Verkehr demnach noch gestört sein.

An zahlreichen französischen Flughäfen müsse noch bis Samstagmorgen mit Verspätungen und Ausfällen gerechnet werden, teilte die Generaldirektion der Zivilen Luftfahrt mit. Betroffen seien die Flughäfen Paris Charles de Gaulle, Paris-Orly, Beauvais, Bordeaux, Lille, Lyon, Nantes, Marseille, Montpellier, Nizza und Toulouse.

Bereits am Dienstag protestierten in Frankreich nach Angaben des Innenministeriums mehr als 1 Million Menschen gegen die Rentenreform. Die Gewerkschaft CGT sprach von 3,5 Millionen Beteiligten. Auch für Mittwoch riefen Gewerkschaften zum Streik auf. Bei der Bahn und der Müllabfuhr drohten sie mit verlängerbaren Streiks.

Frankreichs Mitte-Regierung will das Renteneintrittsalter schrittweise von 62 auf 64 Jahre anheben. Außerdem soll die Zahl der nötigen Einzahlungsjahre für eine volle Rente schneller steigen. Die Gewerkschaften halten das Projekt für ungerecht und brutal.

Derzeit liegt das Renteneintrittsalter bei 62 Jahren. Tatsächlich beginnt der Ruhestand im Schnitt aber später: Wer nicht lang genug eingezahlt hat, um Anspruch auf eine volle Rente zu haben, arbeitet länger. Mit 67 Jahren gibt es dann unabhängig von der Einzahldauer Rente ohne Abschlag - dies will die Regierung beibehalten. Die monatliche Mindestrente will sie auf etwa 1.200 Euro hochsetzen.

Die Gewerkschaften forderten, im Rentenstreit zügig von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron empfangen zu werden. Regierungssprecher Olivier Véran versicherte, die Tür stehe offen. Der Gesetzestext sei aber derzeit im Senat, dem Oberhaus des französischen Parlaments. Macron respektiere die Institutionen, sagte Véran.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Billionär Musk sieht SpaceX-Debüt abheben und holt den Titel
12.06.2026

Ein historischer Handelstag an der Wall Street voller Rekorde und geopolitischer Wendepunkte.

DWN
Politik
Politik Ukraine bald EU-Mitglied? EU beginnt Beitrittsverhandlungen trotz Kriegsstatus
12.06.2026

Ein Veto aus Ungarn blockierte lange formelle EU-Gespräche mit der Ukraine. Jetzt kann es endlich losgehen, berichtet die Deutsche...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschlands Mitte ist pleite: Insolvenzen bei Verbrauchern und Firmen steigen stetig
12.06.2026

Die Welle der Insolvenzen in Deutschland endet nicht: Im ersten Quartal des Jahres verzeichneten die Amtsgerichte einen spürbaren Anstieg...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Pandora-Aktie: Die neue Chefin gibt ein ungewöhnliches Eingeständnis ab
12.06.2026

Pandora kämpft mit schwächerem Wachstum, steigenden Kosten und enttäuschenden Märkten. Die neue Chefin Berta de Pablos-Barbier sieht...

DWN
Politik
Politik EU-Stabilitätspakt: Irland erhält Flexibilität bei Energieausgaben
12.06.2026

Mehr Spielraum im Budget: Die EU erweitert die Ausnahme für Verteidigungsausgaben auf den Energiesektor. Damit reagiert Brüssel auf die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Infrastruktur-Finanzierung: Bauindustrie fordert neue Debatte über Pkw-Maut
12.06.2026

Die deutsche Bauindustrie schlägt zur dauerhaften Sanierung des Verkehrsnetzes die Einführung einer Pkw-Maut vor. Durch den Wechsel von...

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX-Aktie: Jahrhundert-IPO zwischen Musk-Fans und Milliarden-Risiken
12.06.2026

Der gigantische SpaceX-Börsengang elektrisiert die Märkte. Während Institutionelle und Kleinanleger Schlange stehen, um ein Stück vom...

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX-IPO: Was bedeutet das für ETF-Anleger?
12.06.2026

Mit SpaceX drängt eines der bekanntesten Technologieunternehmen der Welt an die Börse. Die Bewertung sorgt bereits für Diskussionen...