Technologie

Hochhäuser aus Holz: Die nachhaltige Zukunft des urbanen Bauens

Mit der zunehmenden Forderung nach Nachhaltigkeit und Innovation wächst das Interesse an neuer, ökologischer und gesunder Bauweise. Jüngste, zukunftsweisende Architekturprojekte, die Holz als Hauptbaumaterial verwenden, beweisen das Potential.
09.04.2023 08:00
Lesezeit: 2 min
Hochhäuser aus Holz: Die nachhaltige Zukunft des urbanen Bauens
Blick auf einen Teil der Baustelle bei der symbolischen Grundsteinlegung für das Holz-Wohnhaus „Roots“ im Hafencity Quartier Elbbrücken. Das 65 Meter hohe Wohnhaus mit rund 180 Wohnungen soll bis auf den Sockel und die unteren Geschosse komplett aus Holz gefertigt werden. (Foto: dpa) Foto: Christian Charisius

Im Prinzip lässt sich mit Holz alles bauen, was sich aus Stahl oder Beton auch bauen lässt. Holz ist leicht, belastbar und besitzt ausgezeichnete Wärmedämmeigenschaften. Die Gesamtkosten lassen sich durch die genaue Planung und exakte Vorfertigung der Einzelelemente enorm senken.

Hochhäuser aus Holz – Die Bauweise der Zukunft?

Das „Baumaterial der Zukunft“ eignet sich auch nahezu uneingeschränkt für den Einsatz im mehrgeschossigen Hochbau, selbst im Bereich von Hochhäusern. Intensive Forschung und Entwicklung haben in den letzten Jahren neue Holzwerkstoffe und Verarbeitungsmethoden hervorgebracht, die vollkommen neue Bauweisen und inspirierende Konstruktionen für die Nachverdichtung und Schaffung von nachhaltigen Städten und Gemeinden erlauben.

Doch immer noch gibt es – zum Teil auch plausible – Vorbehalte gegen den großzügigen Einsatz von Holz, wie z.B. Preise und Verfügbarkeit des Baustoffes, Brandschutz, Schallschutz etc. Dieser Herausforderung hat sich beispielsweise das Berliner Architekturbüro BauWerke gestellt. In Kooperation mit dem weltweit führenden Hersteller für Integrierte Holzbaulösungen WIEHAG aus Österreich, der die Konstruktion für das zurzeit höchste Bürogebäude der Welt aus Holz The Ascent in Milwaukee, USA beliefert, wurde der Prototyp eines 7-geschoßigen Gebäudes entwickelt.

Was kann dieser Prototyp Hochhaus, was andere nicht können? Er kann als gleichermaßen hochwertiges wie kosteneffizientes Produkt für unterschiedliche Nutzungen in individueller Gestaltung und Flächenzuschnitt errichtet werde - also besonders interessant für Investoren und Bauträger. Der Prototyp, der einmal als Wohnhaus und einmal als Bürohaus ausgeformt wurde, zeigt, dass bei professionellem Zusammenspiel von Entwurf, Planung und Produktion die vielen Vorteile des Holzbaus ungetrübt zur Geltung kommen können - ohne dass es Abstriche bei Wirtschaftlichkeit, Funktionalität oder Komfort geben muss.

Vor - und Nachteile des Holzbaus

Die Vorteile von Holz als Baumaterial sind vielfältig und reichen von seiner Umweltfreundlichkeit bis zu seiner Ästhetik und Langlebigkeit. Dazu kommen künftig verstärkt die Auswirkungen der europäischen Taxonomie zur Bewertung ökologischer Nachhaltigkeit, die den Einsatz des Baustoffes Holz gerade auch für mehrgeschossige Gebäude als Beitrag zum Erreichen der Klimaziele weiter begünstigen werden.

Die europäische Taxonomie wird dazu beitragen, die Verwendung von Holz in der Bauindustrie weiter zu fördern. Investitionen in Holz als Baumaterial werden als umweltfreundlich eingestuft und können daher von Regierungen und Unternehmen als Teil ihrer Nachhaltigkeitsstrategie genutzt werden. Dies wird dazu beitragen, das Ziel der Europäischen Union zu erreichen, bis 2050 klimaneutral zu werden.

Bekannte Holzbauprojekte aus aller Welt

Weitere, internationale Beispiele wie diese zeigen, dass der Einsatz von Holz als Baumaterial in der Architektur nicht nur nachhaltiger, sondern auch ästhetisch ansprechender und funktionaler sein kann als herkömmliche Baumaterialien.

Tamedia-Gebäude in Zürich, Schweiz: Das Gebäude wurde 2013 fertiggestellt und ist das höchste Holzgebäude der Schweiz. Es hat 36 Stockwerke und besteht aus einer Holzstruktur mit einer Betonkern. Es verbraucht 60 Prozent weniger Energie als herkömmliche Bürogebäude und produziert 2.2 Mio. Kilowattstunden (kWh) an erneuerbarer Energie pro Jahr.

Brock Commons Tallwood House in Vancouver, Kanada: Das 18-stöckige Studentenwohnheim ist das höchste Holzgebäude Nordamerikas. Es besteht aus vorgefertigten Holzpaneelen und verbraucht 90 Prozent weniger Energie im Vergleich zu einem herkömmlichen Wohngebäude. Es konnte in nur 66 Tagen gebaut werden, was schneller als der Bau vergleichbarer Stahl- oder Betonkonstruktionen ist.

Wooden Skyscraper in Tokyo, Japan: Das Gebäude befindet sich derzeit in der Planungsphase und wird voraussichtlich das höchste Holzgebäude der Welt werden. Mit 70 Stockwerken und eine Höhe von 350 Metern soll das Hochhaus bis 2041 fertiggestellt sein.

Last but not least: Das Haus in Hamburg. Es wurde 2015 als Experimentierhaus gebaut und ist ein deutsches Vorbild für grünes Bauen mit Holz. Es verfügt über eine energieeffiziente Wärmerückgewinnung und Solarpaneele zur Stromerzeugung. Das Haus ist 100 Prozent aus nachhaltig bewirtschaftetem Holz gebaut und hat einen geringen CO2-Fußabdruck.

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Sara Douedari

Sara Douedari, Jahrgang 1987, ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Sie hat Medienwissenschaften und Marketing studiert, arbeitet seit über eine Dekade als leidenschaftlicher Storyteller sowohl redaktionell als auch auf Brand-Seite. Inspirierende Persönlichkeiten, Visionäre und nachhaltige Projekte sind total ihr Ding.
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