Politik

Lebenslauf-Vorwürfe: Uni Köln entlastet Karl Lauterbach

Wochenlang kursierten Medienberichte, nach denen Lauterbach in seinem Lebenslauf die Unwahrheit gesagt haben soll - und sich damit hochdotierte Posten sicherte. Nun entlastet eine Untersuchung der Universität Köln den amtierenden Gesundheitsminister. Ist die Affäre damit vom Tisch?
21.07.2023 12:05
Aktualisiert: 21.07.2023 12:05
Lesezeit: 1 min

Eine formelle Untersuchung der Universität Köln hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) von Vorwürfen entlastet, bei einer früheren Bewerbung in seinem Lebenslauf geschummelt zu haben.

„Die Kommission kommt zu dem Schluss, dass kein wissenschaftliches Fehlverhalten vorliegt“, teilte eine Sprecherin der Universität am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit. Zwar seien Ungenauigkeiten erkennbar, hierbei seien jedoch «weder grobe Fahrlässigkeit noch Vorsatz festzustellen». Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet.

Die Kölner Kommission hatte Lauterbachs Bewerbung an der Universität Tübingen im Jahr 1995 geprüft. „Anlass für das formelle Untersuchungsverfahren war eine entsprechende Anzeige“, erklärte die Kölner Sprecherin.

Medienberichte: Lauterbach frisierte seinen Lebenslauf

Einem Medienbericht zufolge soll Lauterbach damals in seinem Lebenslauf ein vom Bundesgesundheitsministerium gefördertes Forschungsprojekt angegeben und damit geworben haben, Drittmittel nach Tübingen zu holen. Zu diesem Projekt seien aber gar keine Unterlagen vorhanden.

Außerdem habe Lauterbach ein Buchprojekt aufgelistet, das nie fertiggestellt worden sei. Der Bundesgesundheitsminister hatte im vergangenen März zu den Vorwürfen gesagt, er könne die Einzelheiten „nicht mehr rekonstruieren“.

Am Freitag twitterte er: „Ich bekam die Professur, nahm sie aber nicht an. Die Prüfung der Bewerbung ergab einstimmig: kein wissenschaftliches Fehlverhalten. Danke für die aufwändige Prüfung.“ Lauterbach war damals einem Ruf an die Universität Köln gefolgt.

Das Rektorat der Uni Köln habe beschlossen der Empfehlung der „Kommission zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ (GWP) zu folgen und die Einstellung des Verfahrens beschlossen, teilte die Sprecherin mit.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft GTA 6 legt Amerikas Wirtschaft lahm: Wer vom Milliarden-Geschäft profitiert
02.11.2026

Millionen Fans warten auf GTA 6. Doch der Verkaufsstart könnte für die amerikanische Wirtschaft teuer werden: 1,5 Millionen Beschäftigte...

DWN
Finanzen
Finanzen Micron-Aktie: Eine Warnung aus Korea für meine KI-Investition
02.11.2026

Die Gewinne sind auf Rekordniveau, und für die Chips der kommenden Jahre gibt es größtenteils bereits Käufer. Trotzdem macht mir als...

DWN
Politik
Politik Kampf um die Arktis: Die EU will ein Stück vom Kuchen
02.11.2026

Russland mit Eisbrechern, die USA mit Militär, China mit Handelsschiffen. Und die EU mit einer Strategie, allerdings ohne klare...

DWN
Technologie
Technologie Einem Slowenen gehört die Domain spacex.si: Kann Elon Musk sie ihm einfach wegnehmen?
02.11.2026

Tomaž Gojkošek aus Hajdina besitzt die Domain spacex.si seit 2021, während Musks Unternehmen eine deutlich ältere Marke hält. Wer hat...

DWN
Unternehmen
Unternehmen UniCredit-Chef Orcel wirbt im Übernahmekampf um Commerzbank-Mittelstand
02.11.2026

Im Übernahmeringen um die Commerzbank geht UniCredit in die Offensive: Konzernchef Andrea Orcel verspricht deutschen Firmenkunden mehr...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Welthandel zieht an: Chinas Containerboom könnte täuschen
02.11.2026

Der weltweite Containerumschlag steigt im September kräftig. Vor allem chinesische Häfen treiben den Zuwachs. Doch ein Feiertagseffekt...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie: Kampf um Stabilität – vor Quartalszahlen zählen Lieferungen und Cashflow
02.11.2026

Rheinmetall steht vor wichtigen Quartalszahlen. Nach dem kleinen Rückschlag zum Wochenschluss sollen sie und weitere erfüllte Aufträge...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs aktuell: ETF-Abflüsse bremsen die Erholung
02.11.2026

Der Bitcoin-Kurs zeigt sich zum Start in die neue Börsenwoche kaum bewegt. Nach einem schwachen Ausklang der vergangenen Handelswoche...