Politik
Anzeige

Pfizer und Corona: Ein gigantischer Steuergeld-Raubzug

Die mRNA-Impfstoffe von Pfizer und Co. wurden als Wundermittel und einziger Weg aus der Pandemie angepriesen. Doch schnell stellte sich heraus, dass sie weder in punkto Wirksamkeit noch in Bezug auf Immunität halten, was sie versprechen. Die Regierungen haben dennoch Milliarden Dosen davon geordert und Knebelverträge unterschrieben, die sie auf Jahre hinweg zur weiteren Abnahme verpflichten. Eine zentrale Rolle in den schmutzigen Deals spielte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Autor
20.08.2023 07:47
Aktualisiert: 20.08.2023 07:47
Lesezeit: 3 min
Pfizer und Corona: Ein gigantischer Steuergeld-Raubzug
In den USA hat sich der Preis pro Dosis bereits verfünffacht. (Foto: dpa) Foto: Boris Roessler

Irgendwann platzte Frédéric Baldan einfach der Kragen. Baldan ist Lobbyist in Brüssel und sein Fachgebiet sind eigentlich die Handelsbeziehungen zu China, doch was Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sich da in der Impfstoffbeschaffung während der Pandemie geleistet hatte, brachte Mann zur Weißglut.

„Jeder, der die Gesetze kennt, sieht doch, dass Ursula von der Leyen vor aller Augen die Transparenzregeln der EU verletzt“, sagte Baldan gegenüber Cicero. Baldan reichte Zivilklage bei der Staatsanwaltschaft in Lüttich gegen von der Leyen ein. Der Vorwurf: Amtsanmaßung, Vernichtung von Dokumenten, Kompetenzüberschreitung und Korruption.

EU-Kommissionspräsidentin im Visier der Staatsanwaltschaft

Vorangegangen war ein Artikel der New York Times, in dem die EU-Korrespondentin haargenau darlegt, wie es die EU-Kommissionspräsidentin 2021 über Wochen Kontakt via SMS mit Pfizer-CEO Albert Bourla hatte, um sich die damals heißbegehrten Dosen des BioNTech-Pfizer Impfstoffs Comirnaty zu sichern.

Von der Leyen fuhr damit Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides in die Parade, die zunehmend öffentlich in der Kritik stand, weil Europa bei den Impfstofflieferungen im Vergleich zu den USA und Großbritannien so schlecht dastand, obwohl der Impfstoff in Europa – und mithilfe europäischer Steuergelder – entwickelt wurde.

„Pfizer könnte der Union mehr Dosen anbieten – viel mehr. Und die Europäische Union wäre begeistert, sie zu haben“, so die Times unter Bezugnahme auf den ominösen SMS-Austausch. Doch von der Leyen fehlte jegliches Mandat für den Alleingang, wie EU-Lobbyist Baldan anmerkt. „Dies war der einzige Vertrag, bei dem das gemeinsame Verhandlungsteam entgegen dem Beschluss der Kommission über die Beschaffung von Covid-19-Impfstoffen nicht in diese Verhandlungsphase einbezogen wurde.“

Auch die EU-Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die deutsche Politikerin in der Sache, wie die Berliner Zeitung berichtet. Laura Kövesi, die sich einen Namen als „Europas oberste Korruptionsjägerin“ gemacht hat, will herausfinden, wer bei den milliardenschweren Pharma-Deals mitgeschnitten hat. In einer Meldung dazu ließ die Staatsanwaltschaft verlautbaren:

„Die Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO) bestätigt, dass sie eine laufende Untersuchung zum Erwerb von Covid-19-Impfstoffen in der Europäischen Union führt. Diese außergewöhnliche Bestätigung erfolgt wegen des extrem hohen öffentlichen Interesses. Zu diesem Zeitpunkt werden keine weiteren Details veröffentlicht.“

Die Grünen-Abgeordnete Jutta Paulus hatte am 22. Oktober 2021 die Klage beim EU-Gerichtshof eingereicht. Das Verfahren ist noch immer anhängig. „Wir Abgeordnete fordern nichts Geringeres, als die Interessen der Menschen zu vertreten – und dazu gehört selbstverständlich der lückenlose Zugang zu den Verträgen mit den Impfstoffherstellern“, so Paulus.

Die Grünen-Abgeordnete glaubt zwar nicht an Korruption in dem Fall und wirft von der Leyen – anders als Baldan – auch keine Amtsanmaßung vor, kritisiert aber die Intransparenz der Kommission in der Impfstoffbeschaffung, wie sie gegenüber DWN sagte. Die Abgeordneten hätten nur einen der fünf Verträge in einem geschlossenen Leseraum einsehen dürfen. Handys oder Mitschriften seien nicht erlaubt gewesen.

In Bezug auf die ominösen SMS zwischen Albert Bourla und Ursula von der Leyen sagte Paulus: „Die SMS der Kommissionspräsidentin könnten möglicherweise die Preisgestaltung beeinflusst haben. Wir wissen nicht, ob sie etwas versprochen hatte, von dem Pfizer dann nicht mehr runterwollte.“ Sie finde daher, dass der Rechnungshof, die EU-Abgeordneten und die EU-Ombudsfrau die SMS einsehen sollten.

Doch wie sehen diese obskuren SMS denn nun aus - und was beinhaltet der geheime Deal wirklich?


DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Wall Street klettert trotz Rückschlag bei Friedensplan leicht ins Plus
11.05.2026

Geopolitische Spannungen treffen auf Börsen-Optimismus – erfahren Sie, was die Märkte jetzt bewegt.

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie: Starker Auftragsbestand, schwacher Aktienkurs – die Hintergründe
11.05.2026

Bei der Rheinmetall-Aktie prallen derzeit starke Fundamentaldaten und wachsende Zweifel am kurzfristigen Kursverlauf aufeinander. Eine neue...

DWN
Politik
Politik Sanierungsstau trifft Akademiker-Nachwuchs: TU Berlin schließt marodes Hauptgebäude
11.05.2026

Behörden und Feuerwehr entdecken bauliche Mängel: Die Technische Uni Berlin zieht harte Konsequenzen und schließt ihr Hauptgebäude...

DWN
Finanzen
Finanzen Lagarde bremst Stablecoins: Warum die EZB den digitalen Euro schützen will
11.05.2026

EZB-Präsidentin Christine Lagarde stellt sich skeptisch gegen Stablecoins in Euro. Sie sieht Risiken für Finanzstabilität, Banken und...

DWN
Finanzen
Finanzen Einbruch Gewerbesteuer: Finanzielle Krise in Baden-Württemberg verschärft sich
11.05.2026

Schon jetzt schreiben viele Städte und Gemeinden rote Zahlen und müssen Leistungen kürzen. Die aktuelle Steuerschätzung zeigt: Die...

DWN
Politik
Politik Der ewige Krieg in der Ukraine: Putin bringt Altkanzler Schröder als Vermittler ins Gespräch
11.05.2026

Kremlchef Putin möchte Altkanzler Gerhard Schröder als Vermittler im Ukraine-Krieg. Bundesregierung und EU lehnen Putins Vorschlag ab -...

DWN
Panorama
Panorama Mitten in einer Kriegszone. Wenn die Kontrolle verschwindet, beginnt Führung.
11.05.2026

Ein Unternehmer wacht in Lwiw in der Ukraine auf und erfährt, dass Krieg ist. Seine Geschichte zeigt, was Führung bedeutet, wenn Pläne...

DWN
Politik
Politik Großbritannien: Labour verliert, Reform UK gewinnt - Rücktrittsforderungen nach Wahldebakel
11.05.2026

Der angezählte britische Premierminister Keir Starmer bemüht sich nach den historisch schlechten Wahlergebnissen bei den Kommunalwahlen...