Politik

EU-Kommission sieht Ukraine auf dem Weg zu Beitrittsverhandlungen

Nach Ansicht der EU-Kommission können die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine zeitnah beginnen. Auch zwei weitere Staaten im Osten hat Brüssel auf dem Plan.
08.11.2023 13:14
Aktualisiert: 08.11.2023 13:14
Lesezeit: 1 min

Die EU-Kommission sieht die Voraussetzungen für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine als weitgehend erfüllt an. Die Gespräche sollten beginnen, sobald die Regierung in Kiew die letzten Bedingungen erfüllt habe, heißt es im Fortschrittsbericht, den die Brüsseler Behörde am Mittwoch vorlegte. Dazu gehörten weitere Schritte im Kampf gegen die Korruption, die Verabschiedung eines Gesetzes zur Kontrolle von Lobbyismus und die Stärkung der Rechte von Minderheiten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj begrüßte den Bericht als "richtigen Schritt in der Geschichte".

Ein ähnliches Zeugnis wie für die Ukraine stellte die EU-Kommission für die Republik Moldau aus. Die Regierung in Chisinau müsse zusätzlich Verbesserungen bei der Finanzregulierung schaffen. Moldaus Präsidentin Maia Sandu begrüßte die Bewertung als einen "wichtigen Meilenstein". Die Regierung werde weiterhin unermüdlich dafür arbeiten, die Bedingungen zu erfüllen, schrieb Sandu auf der Plattform X. Selenskyj schrieb bei Telegram, die Ukrainer verdienten Beitrittsgespräche, weil sie "europäische Werte verteidigen und weil wir Wort halten und sogar während eines Krieges die staatlichen Institutionen weiterentwickeln".

Wann die EU die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau aufnimmt, entscheiden die 27 Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfeltreffen im Dezember. Die Bundesregierung will die Empfehlung der EU-Kommission für die Aufnahme von Beitrittsgesprächen vor einer Entscheidung erst "gründlich prüfen", wie eine Regierungssprecherin in Berlin sagte. Die Bundesregierung habe aber mehrfach betont, dass sie die Ukraine perspektivisch als EU-Mitglied sehe.

Die EU-Kommission stellte zudem Georgien in Aussicht, den Status eines Beitrittskandidaten zu erhalten. Aber auch die Regierung in Tiflis müsse dafür noch Bedingungen erfüllen, wie etwa freie und faire Wahlen im kommenden Jahr. Zudem müsse sich Georgien dem geltenden EU-Sanktionsregime anschließen. Die EU-Kommission äußerte sich auch zum Beitrittsprozess Bosnien-Herzegowinas. Mit dem Westbalkan-Staat könnten Verhandlungen aufgenommen werden, sobald auch hier von der Regierung in Sarajevo weitere Bedingungen erfüllt würden. (Reuters)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Politik
Politik Trump will Wähler mit Geld locken: „Einfach nur peinlich“
08.10.2026

Donald Trump verspricht jedem erwachsenen Amerikaner rund 4.450 Euro, wenn die Republikaner die Kongresswahlen gewinnen. Doch ausgerechnet...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Iran-Krieg bremst Deutschland weniger als erwartet
08.10.2026

Deutschlands Wirtschaft kommt trotz Iran-Krieg und hoher Energiepreise überraschend glimpflich davon. Doch der Aufschwung steht auf...

DWN
Finanzen
Finanzen Schufa schlägt Alarm: Millionen Verbraucher kämpfen mit Zahlungsproblemen
08.10.2026

Die hohen Preise setzen immer mehr Verbraucher finanziell unter Druck: 2025 stieg der Anteil der Menschen mit Zahlungsstörungen auf 8,1...

DWN
Immobilien
Immobilien BEG-Reform: Wärmepumpen-Förderung sinkt ab 2027 weiter
08.10.2026

Die Wärmepumpen-Förderung sinkt ab 2027 weiter: Wer zu spät beantragt oder falsch plant, dem könnten Tausende Euro Zuschuss durch die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Verpackungsverordnung: Neue Bürokratie macht Exporte unrentabel
08.10.2026

Ein paar Kartons, wenige Gramm Plastik und plötzlich Hunderte Meldepflichten: Die neue EU-Verpackungsverordnung stellt kleine Unternehmen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nissan Qashqai im Test: Elektrogefühl ohne Ladekabel
08.10.2026

Der Nissan Qashqai e-Power ist ein Hybrid, funktioniert aber anders als die meisten Konkurrenten. Die Räder treibt immer ein Elektromotor...

DWN
Finanzen
Finanzen Nvidia-Aktie: Diese Geldmaschine schlägt alle anderen Chipkonzerne
08.10.2026

Nvidia verdient mit dem KI-Boom so viel wie kaum ein anderes Unternehmen der Welt. Auf das eingesetzte Kapital erzielt der Chipkonzern...

DWN
Panorama
Panorama Heereschef warnt: Russland baut Streitkräfte massiv aus
08.10.2026

Russland baut seine Streitkräfte weiter aus und steigert zugleich die Produktion von Drohnen und Raketen. Heeresinspekteur Christian...