Wirtschaft

Auto-Verkaufszahlen in Deutschland deutlich erholt

Trotz kräftiger Bremsspuren zum Jahresende sind in Deutschland 2023 deutlich mehr Autos produziert und verkauft worden.
04.01.2024 15:06
Lesezeit: 2 min

Trotz kräftiger Bremsspuren zum Jahresende sind in Deutschland 2023 deutlich mehr Autos produziert und verkauft worden. Die Pkw-Neuzulassungen stiegen um 7,3 Prozent auf 2,84 Millionen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Donnerstag in Flensburg mitteilte. Dabei waren die deutschen Oberklasse-Hersteller die großen Gewinner. Von den Bändern liefen in Deutschland nach Angaben des Branchenverbandes VDA 4,1 Millionen Personenwagen, 18 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, in dem Chip-Mangel und Teile-Knappheit der Branche zu schaffen machten. 3,1 Millionen davon gingen 2023 ins Ausland. Sowohl die Produktion als auch der Absatz liegen aber deutlich unter den Zahlen des letzten Jahres vor der Corona-Krise. Damals hatten deutsche Autobauer und Importeure noch 3,6 Millionen Neuwagen verkauft und fast 4,7 Millionen gebaut.

Ein Minus von 23 Prozent im Dezember dämpfte den positiven Absatztrend. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) warnte davor, dass das abrupte Ende des Umweltbonus der Bundesregierung für Elektroautos Mitte Dezember die Neuzulassungen im laufenden Jahr bremsen werde. Im Dezember haben sich die Verkaufszahlen reiner Elektroautos fast halbiert. Das war aber laut VDA auch darauf zurückzuführen, dass die Reduktion der finanziellen Anreize für batteriegetriebene Autos und das Ende der Förderung für Plug-in-Hybride Ende 2022 zu einem Run auf diese Fahrzeuge geführt hatte.

Im Gesamtjahr stiegen die Zulassungen batteriegetriebener Autos um elf Prozent auf 700.200. Sie machten damit 18,4 Prozent aller Neuwagen-Verkäufe aus und überholten Diesel-Modelle, die nur noch auf einen Marktanteil von 17,1 Prozent kamen. Plug-in-Hybride gerieten dagegen völlig aus der Mode, ihre Zulassungen halbierten sich. 34,4 Prozent der zugelassenen Neuwagen hatten einen Benzinmotor, 1,8 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. Konventionelle Antriebe haben damit noch leicht die Oberhand gegenüber Hybrid- und reinen Elektrofahrzeugen.

Die Oberklasse-Marken BMW, Mercedes-Benz, Audi und Porsche verzeichneten 2023 jeweils zweistellige Zuwächse, den stärksten verbuchte die Volkswagen-Tochter Audi mit fast 16 Prozent. Volkswagen selbst legte um knapp acht Prozent zu und blieb mit einem Marktanteil von 18,8 Prozent die meistverkaufte Marke. Zusammen mit Porsche und den Import-Marken Seat und Skoda kommt der Wolfsburger Konzern in Deutschland auf 38,7 Prozent Marktanteil. Der Absatz von Opel trat auf der Stelle, Ford büßte elf Prozent ein. Nach dem steilen Anstieg der Verkaufszahlen im Vorjahr musste auch Tesla Abstriche machen. Der Elektroautobauer verkaufte in Deutschland neun Prozent weniger und kommt nur noch auf einen Marktanteil von 2,2 (2022: 2,6) Prozent.

30 Prozent der Neuzulassungen fielen in die Kategorie der sportlichen Geländewagen (SUV), die damit das beliebteste Segment waren. Auch deshalb stieg der CO2-Ausstoß im vergangenen Jahr trotz des Vormarschs der Elektromodelle um fünf Prozent auf durchschnittlich 114,9 Gramm pro Kilometer.

Ihre Hoffnung richten die deutschen Autobauer 2024 auf den Export. Der Auftragseingang aus Deutschland sei im vergangenen Jahr um 18 Prozent eingebrochen, die Bestellungen aus dem Ausland aber nur um drei Prozent. Schon im vergangenen Jahr stieg der Export aus deutscher Produktion mit 17 Prozent weit schneller als die Nachfrage aus dem Inland. Die Neuzulassungen in Deutschland lagen auch 2023 um mehr als ein Fünftel unter dem Niveau von 2019.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold erlebt ein Comeback: Wie das MTS Money Transfer System Sicherheit und digitale Freiheit verbindet

Steigende Staatsverschuldung, Inflation und geopolitische Spannungen stärken die Bedeutung von Gold als Vermögenswert. Das MTS Money...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Audi rutscht fast in die roten Zahlen - Audi-Chef weiter unter Druck
30.10.2026

Die Krise trifft Autobauer Audi immer härter. Im dritten Quartal fahren die Ingolstädter nur noch einen vergleichsweise winzigen Gewinn...

DWN
Finanzen
Finanzen Alphabet-Aktie stürzt ab: Warum der KI-Boom den Konzern Milliarden kostet
30.10.2026

Alphabet steigert im dritten Quartal 2026 den Umsatz um 25 Prozent, trotzdem bricht die Google-Aktie nachbörslich an der Nasdaq um mehr...

DWN
Politik
Politik Bahn, Kredite, Weihnachtsmarkt – was sich im November ändert
30.10.2026

Für Familien wird eine ICE-Fahrt mit der Bahn zum Pauschalpreis dauerhaft angeboten. Was sich im neuen Monat außerdem bei kleinen...

DWN
Panorama
Panorama Unter Corona-Niveau: Rund 17,7 Millionen Patienten lagen 2025 im Krankenhaus
30.10.2026

Die Zahl der vollstationär behandelten Menschen in Deutschland stieg leicht, blieb aber deutlich unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie....

DWN
Finanzen
Finanzen Silberpreis fällt zum Monatsende deutlich: Warum selbst ein Angebotsdefizit den Kurs nicht stützt
30.10.2026

Der Silberpreis steht zum Monatsende erneut unter Druck. Am Freitagmorgen rutschte der Kurs des Edelmetalls zeitweise nur rund 50,65...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs aktuell: Binance-Angriff erschüttert den Kryptomarkt
30.10.2026

Ein schwerer Angriff auf die Kryptobörse Binance belastet die Stimmung bei Bitcoin, Ethereum und Co. Offenbar haben nordkoreanische Hacker...

DWN
Politik
Politik Zivilschutz: Größtes Bevölkerungsschutzzentrum Deutschlands öffnet
30.10.2026

Feldbetten, Decken und Schlafsäcke, mobile Küchen und Sanitärcontainer, aber auch Stromgeneratoren, Anlagen zur Sauerstoffversorgung und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft SpaceX-Domain in Slowenien: Kann Elon Musk einem Privatmann seine Internetadresse einfach wegnehmen?
30.10.2026

Ein Slowene besitzt seit mehr als fünf Jahren die Internetadresse spacex.si. Doch Elon Musks Raumfahrtunternehmen verfügt über deutlich...