Politik

Bundesregierung entsendet Fregatte ins Rote Meer

Deutschland entsendet ein Kampfschiff ins Rote Meer. Unterdessen startet das US-Militär neue Angriffe auf die Huthis.
13.01.2024 09:21
Aktualisiert: 13.01.2024 09:21
Lesezeit: 2 min
Bundesregierung entsendet Fregatte ins Rote Meer
Die Fregatte „Hessen“ fährt in den Hafen am Marinestützpunkt ein. Mit rund 230 Soldaten und Soldatinnen an Bord ist die Fregatte kurz vor Weihnachten in den Heimathafen zurückgekehrt. (Foto: dpa) Foto: Hauke-Christian Dittrich

Deutschland will sich einem Zeitungsbericht zufolge mit einem Kampfschiff an einer neuen EU-Marinemission beteiligen. Bereits am 1. Februar soll die Fregatte "Hessen" (Fregattentyp: F 124) in Richtung Rotes Meer starten, schreibt die Welt am Sonntag laut Vorabbericht unter Berufung auf hohe informierte Kreise in Berlin und Brüssel.

Dies dient zur Sicherung des Seeverkehrs im Roten Meer gegen Angriffe der jemenitischen Huthi-Rebellen. Bis Ende des vergangenen Jahres war die "Hessen" sechs Monate lang im Rahmen eines sogenannten schnell verlegbaren Einsatzverbandes der Nato (VGTF) in der Nordsee und in der Arktis für Übungen und zur Abschreckung Russlands unterwegs. Das Kampfschiff führt eine Radaraufklärung, die 1000 Ziele gleichzeitig erfassen kann, Flugabwehrraketen, Kampfhubschrauber und rund 240 Einsatzkräfte mit sich.

Die "Hessen" wird künftig eine von mindestens drei Fregatten bzw. Lenkwaffenzerstörern sein, die das sogenannte Krisenmanagement-Konzept des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD) als Mindestzahl für den Einsatz fordert. Die neue EU-Mission, die laut EAD-Plänen am 19. Februar bei einem Treffen der EU-Außenminister verabschiedet und bis Ende Februar einsatzbereit sein soll, wird zunächst auf ein Jahr befristet. Für den Einsatz ist ein Mandat des Deutschen Bundestags notwendig.

Wo das Operationsgebiet liegen und wie die rechtliche Gestaltung der neuen EU-Operation aussehen wird, wird erst in den kommenden Wochen entschieden. Als wahrscheinlich gilt laut der Zeitung, dass der militärische Arm der europäischen Meeresüberwachungsmission zur Sicherung der Straße von Hormuz (EMASoH), die Operation Agenor, an der sich auf freiwilliger Basis sieben EU-Länder beteiligen, im Rahmen einer eigenständigen EU-Mission auf das Rote Meer und den Golf von Aden ausgeweitet wird.

Dies fordert der EAD. Diese Position wird auch von der Bundesregierung und von Frankreich unterstützt. Vorteil dieser Lösung ist laut informierten Diplomaten, dass die neue Mission bereits auf eine bestehende Infrastruktur (Schiffe, Logistik) zurückgreifen kann. Die EU-Schiffe sollen den Handelsverkehr überwachen. Ob sie auch im Ernstfall Waffen einsetzen dürfen, um Raketen und Drohnen der Huthis abzuschießen, ist noch nicht entschieden. Es gilt aber als sehr wahrscheinlich.

Der durch die anhaltenden Angriffe der Huthis entstehende volkswirtschaftliche Schaden beträgt laut Medienangaben 360 Millionen Euro pro Stunde. Das berichtet die "Welt am Sonntag" laut Vorabbericht unter Berufung auf Angaben des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD). Diese Zahl nannte demnach kürzlich eine der führenden EAD-Diplomatinnen bei einem Treffen der 27 zuständigen Botschafter im Politischen und Sicherheitspolitischen Komitee (PSK). Grund seien Umwege von bis zu 6000 Kilometern, steigende Energiekosten, Staus bei der Abfertigung und Störungen in den Lieferketten.

USA führen neue Angriffe durch

Die USA starten einem Nachrichtensender zufolge neue Angriffe auf Huthi-Ziele im Jemen. Das berichtet der Nachrichtendienst CNN und wird auch von zwei Beamten gegenüber Reuters bestätigt. Die Insider, die unter der Bedingung der Anonymität sprachen, wollten keine weiteren Einzelheiten nennen.

Die US-Streitkräfte haben bei ihrem letzten Angriff eine Radaranlage der Huthi im Jemen angegriffen. "Dieser Angriff wurde von der USS Carney (DDG 64) unter Verwendung von Tomahawk-Raketen durchgeführt. Es war eine Anschlussaktion auf ein spezifisches militärisches Ziel, das mit den Angriffen vom 12. Januar in Verbindung steht. Dies soll die Huthi-Bewegung daran hindern, Seeschiffe, einschließlich Handelsschiffe, anzugreifen", so das US Central Command in einer Erklärung auf X.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Rekordschlussstände für S&P 500 und Nasdaq, während der Waffenstillstand hält
05.05.2026

Erfahren Sie, welche Faktoren die Märkte aktuell antreiben und warum die Anleger trotz globaler Spannungen optimistisch bleiben.

DWN
Politik
Politik Misstrauensvotum in Rumänien: Prowestliche Regierung stürzt
05.05.2026

Rumäniens Regierung ist nach einem überraschenden Bündnis aus Rechtsextremen und Sozialdemokraten gestürzt. Hinter dem Misstrauensvotum...

DWN
Politik
Politik Trump erhöht Druck auf Grönland: US-Experte warnt vor Folgen für Europa
05.05.2026

Trump verschiebt die geopolitischen Machtlinien der USA und verbindet den Zugriff auf Grönland mit Energiefragen und Zugeständnissen an...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Teilkrankschreibung gegen hohe Fehlzeiten: Ist die Regelung sinnvoll?
05.05.2026

Krank, aber nicht ganz arbeitsunfähig – das soll künftig möglich sein: Im Zuge der neuen Gesundheitsreform hat die Bundesregierung die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europas Stromnetz im Kostencheck: Welche Technologien langfristig überzeugen
05.05.2026

Europas Stromversorgung steht vor einer neuen Kostenlogik, in der erneuerbare Energien, Speichertechnologien und verlässliche Grundlast...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie steigt trotz schwachem Quartal
05.05.2026

Die Zahlen fallen schwächer aus als erwartet, doch die Aktie reagiert überraschend robust. Statt Abverkauf setzt Rheinmetall auf eine...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unicredit greift Commerzbank an: Übernahme rückt näher
05.05.2026

Unicredit macht Ernst und treibt die Übernahme der Commerzbank mit Tempo voran. Doch Widerstand aus Berlin und Frankfurt könnte den Deal...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Biontech-Aktie: 1.860 Stellen in Gefahr
05.05.2026

Biontech zieht die Notbremse und fährt Kapazitäten drastisch herunter. Der Sparkurs trifft Standorte weltweit – und bringt Tausende...