Unternehmen

Deutsche Bahn: Immer mehr Ersatzverkehr wegen Baustellen

Aufgrund zahlreicher Baustellen im Schienennetz der Deutschen Bahn sind immer mehr Reisende auf Schienenersatzverkehr per Bus angewiesen. Täglich werden rund 2.300 Busfahrten koordiniert, um die Reiseketten aufrechtzuerhalten. Bis 2031 sollen 41 wichtige Strecken modernisiert werden. Die Riedbahn ist der erste Schritt, bevor zwischen Hamburg und Berlin eine Generalsanierung stattfindet.
15.10.2024 07:52
Lesezeit: 1 min
Deutsche Bahn: Immer mehr Ersatzverkehr wegen Baustellen
Die Bahn baut intensiv, um die Pünktlichkeit zu verbessern, was oft Ausweichverkehrsmittel für Fahrgäste erfordert. (Foto: dpa) Foto: Soeren Stache

Aufgrund der vielen Baustellen im Schienennetz der Deutschen Bahn müssen immer mehr Menschen auf Schienenersatzverkehr per Bus umsteigen. Seit 2019 hat sich das Volumen der Ersatzverkehre jedes Jahr verdoppelt und erreicht heute rund 2.300 Busfahrten täglich, teilte das bundeseigene Unternehmen mit. Alle diese Fahrten werden in einer Leitstelle im Berliner Westen geplant und koordiniert. "Es ist unser Hauptziel, dass die Reiseketten der Menschen im Wesentlichen erhalten bleiben", erklärte Frank Nostitz, der Geschäftsführer der DB-Tochter DB SEV.

Notverkehre und zusätzliche Belastungen

In Berlin-Wilmersdorf werden auch Notverkehre, etwa bei Sturmschäden, organisiert. "Immer, wenn Unwetter auftritt, haben wir alle Hände voll zu tun", erklärte Omeed Al-Saadi, ein Disponent in der Leitstelle. Auch Streiks der Bahngewerkschaften führen zu hohem Arbeitsaufkommen. Im vergangenen Jahr hat die Leitstelle der Bahn zufolge etwa 12.500 kurzfristige Busnotverkehre organisiert.

Riedbahn: 16.000 Fahrgäste täglich im Ersatzverkehr

Die Deutsche Bahn führt nach eigenen Angaben derzeit mehr Bauarbeiten durch als je zuvor, um die Pünktlichkeit ihrer Züge zu verbessern. Das Schienennetz ist in weiten Teilen überaltert und marode. Bis 2031 sollen 41 wichtige Strecken komplett saniert und modernisiert werden. Den Anfang macht die Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim, an der seit Mitte Juli gebaut wird. Mitte Dezember soll diese Strecke wieder vollständig in Betrieb gehen.

Bis dahin fallen auf dieser Strecke sowohl Regionalzüge als auch S-Bahnen aus. Der Ersatzverkehr für die rund 16.000 täglichen Fahrgäste wird mit 150 Bussen sichergestellt, die ebenfalls in der Berliner Leitstelle gesteuert werden. Insgesamt arbeiten 30 Disponenten in der Leitstelle und überwachen den Verkehr rund um die Uhr.

Generalsanierung Hamburg-Berlin: Neuer Anbieter für Ersatzverkehr

Nach der Sanierung der Riedbahn steht zwischen August 2025 und April 2026 die Generalsanierung der Strecke zwischen Hamburg und Berlin an. Den Auftrag für den Ersatzverkehr im Regionalverkehr auf dieser Strecke erhielt nicht die DB SEV, sondern ein Wettbewerber der Bahn-Tochter.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Warum Deon Markets in der Krypto-Landschaft herausragt

In der dynamischen Welt der Kryptowährungen hebt sich Deon Markets deutlich ab. Diese Plattform bietet mehr als nur den Handel mit...

 

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Energiewende: EnBW-Chef fordert Korrektur bei Windkraft-Ausbauzielen
08.07.2026

Die EnBW hat den Ausbau der Offshore-Windkraft als wichtigen Eckpfeiler der Energiewende in Europa vorangetrieben. Jetzt fordert der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Vom öffentlichen in den privaten Sektor: Habeck wird Berater bei Investmentgesellschaft
08.07.2026

Ex-Vizekanzler Habeck wechselt in die Privatwirtschaft: Ab August nimmt der frühere Wirtschaftsminister einen lukrativen Beraterjob bei...

DWN
Finanzen
Finanzen Besitzen Sie amerikanische Technologieaktien? Dann sollten Sie über einen Verkauf nachdenken
08.07.2026

US-Tech-Aktien haben die Märkte lange nach oben gezogen, doch die Warnungen vor überzogenen Bewertungen werden lauter. Während Jeremy...

DWN
Politik
Politik "Chatkontrolle" durch die Hintertür? Plötzliches Eilverfahren im EU-Parlament
08.07.2026

Die Bürger der EU lehnen die Chatkontrolle ab, auch das EU-Parlament. Plötzlich bringt EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola kurz vor...

DWN
Finanzen
Finanzen Übernahmepoker: Unicredit nähert sich Mehrheit bei Commerzbank
08.07.2026

Die Unicredit hat mit Ablauf ihres Übernahmeangebots ihren Anteil an der Commerzbank weiter aufgestockt. Eine Mehrheit an den Dax-Konzern...

DWN
Finanzen
Finanzen ETF und Aktien handeln mithilfe künstlicher Intelligenz? Wo Chancen und Risiken liegen
08.07.2026

Tatsächlich nutzen heute viele Privatpersonen KI-Chatbots auch als Hilfe beim Investieren. Deshalb haben wir untersucht, worin der wahre...

DWN
Technologie
Technologie KI-Agenten: Produktivitätssprung oder neue interne Bedrohung?
08.07.2026

Durch künstliche Intelligenz unterstützte Agenten versprechen weniger Routinearbeit und schnellere Prozesse, doch sobald sie Zugriff auf...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis: Warum Anleger der Erholung nicht trauen sollten
08.07.2026

Gold hat sich Anfang Juli kurz zurückgemeldet, doch der Absturz sitzt tief: Höhere US-Zinsen, ein starker Dollar und nervöse ETF-Anleger...