Unternehmen

Fachkräftemangel durch demografischen Wandel: Lösungen für Unternehmen

Egal, welche Branche: Der demografische Wandel betrifft uns alle. Die bestehende Belegschaft wird immer älter, während es häufig an nachkommenden jungen Fachkräften mangelt. Ob die Geburtenzahl und damit die Anzahl potenzieller junger Fachkräfte in Zukunft steigen wird, steht in den Sternen. Klar ist aber, dass schnellstmöglich zielgerichtet auf den demografischen Wandel reagiert werden muss.
10.11.2024 08:39
Aktualisiert: 10.11.2024 09:26
Lesezeit: 3 min
Fachkräftemangel durch demografischen Wandel: Lösungen für Unternehmen
Dem Arbeitsmarkt fehlen etwa 30 Prozent der Erwerbspersonen – eine erhebliche Lücke, die nicht vollständig durch Nachwuchskräfte aus späteren Generationen geschlossen werden kann. (Foto: iStock.com, LanaStock) Foto: LanaStock

Der demografische Wandel stellt Unternehmen vor vielerlei Herausforderungen. Die älteren Arbeitnehmer weisen neue Bedürfnisse auf, die gegebenenfalls Anpassungen der Arbeitsstrukturen erfordern. Zusätzlich sehen sich viele Unternehmen mit dem durch den demografischen Wandel bedingten Fachkräftemangel konfrontiert. Laut einer Studie des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2021 überschreiten 12,9 Millionen Erwerbspersonen bis 2036 das gesetzliche Rentenalter. Damit fehlen dem Arbeitsmarkt knapp 30 Prozent der Erwerbspersonen – eine große Lücke, die durch Personal aus nachfolgenden Generationen nicht vollständig gefüllt werden kann.

Zusätzlich bringt der demografische Wandel auch eine steigende Nachfrage an Fachpersonal in bestimmten Berufszweigen mit sich. So wird beispielsweise in Pflegeberufen aufgrund der in Zukunft großen Anzahl an pflegebedürftigen Menschen ausreichend Fachpersonal benötigt.

Boomer verlassen das Unternehmen ohne Nachfolger

Was also tun, wenn die ältere Belegschaft nach und nach in Rente geht, aber nicht genügend junge Fachkräfte nachkommen, um diese Lücken zu füllen? Hier gilt es, rechtzeitig zu handeln und sich um entsprechende Nachfolge zu kümmern. Wichtig: Mit dem Ausscheiden der Boomer gehen nicht nur Arbeitskräfte verloren, sondern auch wertvolles Fachwissen. Wissen, was junge Arbeitnehmer und Berufseinsteiger mitunter noch nicht mitbringen. Eine Möglichkeit ist daher, ehemalige Angestellte, die mittlerweile in Rente sind, weiterhin für das eigene Unternehmen arbeiten zu lassen. So kann wichtiges Fachwissen länger erhalten bleiben.

Dennoch ist es von enormer Relevanz, rechtzeitig für eine geeignete Nachfolge zu sorgen. Wie das gelingt? Durch Beachtung der Bedürfnisse der jungen Generation. Die Mitarbeiter-Benefits sollten den Werten der jungen Arbeitnehmer entsprechen. Noch wichtiger: Den Nachwuchs von Anfang an fördern und an das Unternehmen binden. Möglich ist dies zum Beispiel mit Trainee-Programmen oder Junior-Stellen, speziell für junge Menschen, die frisch aus der Ausbildung oder dem Studium kommen. Da diese in der Regel noch nicht so viel Arbeitserfahrung gesammelt haben, ist es für sie häufig gar nicht so einfach, einen ersten Job zu finden. Unternehmen können hier ansetzen und junge Mitarbeiter zielgerichtet schulen und auf eine verantwortungsvolle Tätigkeit vorbereiten. Auch ist es empfehlenswert, die Ausbildungsstellen und dualen Studiengänge im eigenen Unternehmen attraktiver zu gestalten und mehr zu bewerben. Heißt: Überlegen, was sich die Zielgruppe wünscht, welche Anforderungen sie an den Job hat und ob dies im eigenen Unternehmen umgesetzt werden kann.

Boomer und Generation Z unter einem Dach: Wie das funktionieren kann

Eine diverse Altersstruktur im Unternehmen kann vielerlei Chancen bieten, birgt aber auch Konfliktpotential. Viele jungen Mitarbeiter haben andere Werte und Ansichten als die ältere Belegschaft und sehen die Arbeitswelt häufig anders als diese. Das kann mitunter zu Reibereien führen. Wichtig ist daher ein gegenseitiges Verständnis und Toleranz für unterschiedliche Ansichten. Die große Altersspanne im Unternehmen kann zudem auch als Chance gesehen werden: Jung und Alt können gegenseitig voneinander lernen. Arbeitnehmer mit vielen Jahren Berufserfahrung weisen meist ein enormes Experten- und Erfahrungswissen auf, von dem Berufsanfänger profitieren können. Junge Arbeitnehmer haben dagegen meist ein großes Know-how im Technikbereich. Sie sind schon von Kindesbeinen an mit Computer und Co aufgewachsen und kennen sich häufig sehr gut mit diesen aus. In einer offenen und toleranten Unternehmenskultur können die unterschiedlichen Altersgruppen daher gegenseitig voneinander profitieren. Wo es noch zusätzlichen Fortbildungsbedarf gibt, können spezifische Weiterbildungen angeboten werden.

Auf Bedürfnisse der älteren Belegschaft eingehen

Mit steigendem Alter können auch die Bedürfnisse der Arbeitnehmer steigen. Altersgerechte Strukturen und ein gutes betriebliches Gesundheitsmanagement gewinnen enorm an Relevanz. Darunter fallen beispielsweise flexible Arbeitszeiten oder die Möglichkeit zum Arbeiten in Teilzeit, damit genügend Zeit bleibt, sich um pflegebedürftige Angehörigen zu kümmern. Mithilfe eines gut ausgestatteten betrieblichen Gesundheitsmanagements außerdem kann die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter gefördert und erhalten werden. Dazu zählen zum Beispiel ein ergonomisch ausgerichteter Arbeitsplatz, Vorsorgeuntersuchungen und Gesundheitskurse.

Die steigende Anzahl an alternder Belegschaft und der häufig fehlende Nachwuchs stellen Unternehmen vor vielerlei Herausforderungen. Dennoch ist es von enormer Relevanz, diese Herausforderungen als Chance wahrzunehmen und sich als Unternehmen entsprechend weiterzuentwickeln. Unternehmen sollten die Rekrutierung neuer Fachkräfte früh genug angehen und junges Personal entsprechend schulen. Mit einer offenen und toleranten Unternehmenskultur ist es möglich, Jung und Alt gezielt zu fördern und Konflikte zu vermeiden.

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