Politik

Trump und Putin: Kreml weist Telefonat nach der US-Wahl zurück - Fake-News?

Der gewählte US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin haben nach Angaben des Kremls in der vergangenen Woche nicht miteinander telefoniert. Kremlsprecher Dmitri Peskow wies am Montag einen entsprechenden Bericht der „Washington Post“ zurück. Hat die Washington Post Fake-News verbreitet? Oder lügt der Kreml?
11.11.2024 11:15
Aktualisiert: 11.11.2024 11:15
Lesezeit: 2 min
Trump und Putin: Kreml weist Telefonat nach der US-Wahl zurück - Fake-News?
Archivfoto: Wladimir Putin (links), Präsident von Russland, und Donald Trump, Präsident der USA, kommen zu einem Gruppenfoto beim G20-Gipfel 2019 zusammen (Foto: dpa). Foto: Lukas Coch

Die „Washington Post“ hatte berichtet, dass Trump und Putin nach der US-Wahl am vergangenen Donnerstag telefoniert haben sollen. „Es gab kein Gespräch“, sagte Kremlsprecher Peskow laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax. „Es handelt sich um reine Fiktion, es sind einfach falsche Informationen“, unterstrich Peskow. Putin hatte am Donnerstag bei einem öffentlichen Auftritt in Sotschi an der Schwarzmeerküste Trump zum Wahlsieg gratuliert und signalisiert, dass er an einer Wiederaufnahme des Dialogs interessiert sei.

Trump telefoniert angeblich mit Putin - und weist ihn zurecht

Die „Washington Post“ berichtete am Sonntag unter Berufung auf informierte Quellen, dass Trump Putin bei diesem angeblichen Telefonat geraten haben soll, den Krieg gegen die Ukraine nicht weiter zu eskalieren. Trump habe das Telefonat mit Putin am Donnerstag in seinem Anwesen in Mar-a-Lago in Florida geführt. Dabei habe er den Kremlchef an die nennenswerte US-Militärpräsenz in Europa erinnert. Laut des Berichts äußerten angeblich beide Politiker ihr Interesse an weiteren Gesprächen, um eine baldige „Beilegung des Ukrainekriegs“ zu erörtern. In dem Telefonat sei auch die Frage des künftigen territorialen Zuschnitts der Ukraine kurz angesprochen worden. Trumps Sprecher wollten sich zunächst nicht zu dem Bericht äußern. Von Trump selbst gab es zu diesen Angaben zunächst keine Bestätigung. Die Quellen sprachen auch davon, dass Trump die US-Militärpräsenz in Europa zur Sprache gebracht habe.

Der Republikaner Trump hatte während des Wahlkampfs versprochen, den Krieg in der Ukraine schnell zu beenden. Wie er dies konkret umsetzen will, hat er bisher nicht erläutert. US-Präsident Joe Biden sowie die Ukraine befürchten, dass unter Trump die US-Militärhilfe an die Ukraine zurückgefahren werden könnte, was der russischen Invasion die Möglichkeit nehmen würde, abgewehrt zu werden. Russland hatte sich bereits offen für Gespräche mit Trump über eine Lösung des Konflikts in der Ukraine gezeigt.

Trump-Putin-Gespräch: Fake-News, Lüge oder Geheimhaltung?

Nach den Aussagen von Kremlsprecher Peskow gibt es nun Zweifel daran, ob dieses Gespräch jemals stattgefunden hat. Ist der Bericht in der Post also eine Fake-News und lediglich die erfundene Geschichte eines Journalisten? Oder lügt der Kreml, weil Trump angeblich sehr deutlich mit Putin gesprochen haben soll? Es gibt noch eine Möglichkeit, die tatsächlich sehr wahrscheinlich ist: Das Trump-Putin-Gespräch hat stattgefunden, der Bericht ist also nicht erfunden. Dem Kreml ist es nun aber sehr unrecht, was in den Medien aus dieser Meldung gemacht wird. Putin kommt bei einigen westlichen Medien dabei sehr schlecht weg. Es scheint, als habe Trump Putin wie einen kleinen Schuljungen zurechtgewiesen. Im Nachrichtenmagazin Spiegel lautet die Überschrift beispielsweise Trump warnt Putin offenbar vor Eskalation in Ukraine - hier wird lediglich auf den Washington Post-Bericht Bezug genommen, von Fake-News ist hier also keine Spur.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Ripple startet RWA-Strategie, AMT DeFi-Verträge für erneuerbare Energien gehen live – XRP beginnt einen neuen Aufwärtszyklus

Mit der beschleunigten Einführung der RWA-Strategie (Real World Assets) durch Ripple entwickelt sich die Blockchain-Branche von reinem...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Geldanlage 2026: Welche Assets Anleger und Sparer im Blick behalten sollten
17.01.2026

2026 bringt Anlegern neue Unsicherheiten – und neue Chancen. Zwischen schwankenden Börsen, geopolitischen Risiken und persönlichen...

DWN
Immobilien
Immobilien Risiken für Hausbesitzer: Top-Ökonom Asmussen warnt vor Preisschock bei Versicherungsprämien
17.01.2026

Extreme Wetterereignisse verändern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa und belasten zentrale Sicherungssysteme. Warnt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KfW Research: Ausgaben bei Forschung und Entwicklung stagnieren – Deutschlands Vorsprung schmilzt
17.01.2026

Deutschland zählt noch immer zu den größten Forschungsnationen – doch der Vorsprung schmilzt. Während andere Länder ihre...

DWN
Finanzen
Finanzen PayPal-Datenschutz: In drei Schritten zu mehr Privatsphäre beim Bezahlen
17.01.2026

PayPal weiß oft mehr über Ihre Zahlungen, als Ihnen lieb ist – und diese Informationen können für Werbung genutzt werden. Wer seine...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Drogeriemarkt DM expandiert: Omnichannel-Strategie treibt Auslandsgeschäft an
17.01.2026

Der DM-Konzern treibt den Ausbau seines Auslandsgeschäfts trotz hoher Anlaufkosten gezielt voran. Geht die Skalierungsstrategie des...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Eberswalder Wurst: Fleischriese Tönnies macht Traditionsbetrieb dicht – warnendes Lehrstück für andere Unternehmen
16.01.2026

Mit der Schließung der Eberswalder Wurstwerke verschwindet ein weiterer DDR-Traditionsbetrieb. Das Werk im brandenburgischen Britz wird im...

DWN
Politik
Politik Trump setzt sich durch: Wie die Abstimmung im US-Senat den Kongress spaltet
16.01.2026

Donald Trump demonstriert erneut, wie eng seine Machtbasis im US-Kongress weiterhin ist, selbst bei umstrittenen außenpolitischen Fragen....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kakaopreis rutscht ab: Ursachen und Folgen für Märkte und Industrie
16.01.2026

Der Kakaomarkt reagiert auf spürbare Veränderungen bei Nachfrage und Verarbeitung. Signalisiert der jüngste Rückgang des Kakaopreises...