Unternehmen

Debatte um VW-Sparpläne: VW verschiebt entscheidende Planungsrunde

Die Planungsrunde im November gilt als zentraler Termin für die strategische Fünf-Jahres-Planung bei Volkswagen (VW). Doch die anhaltenden Diskussionen um Sparmaßnahmen sorgen aktuell für eine Verzögerung und verschieben damit einen der bedeutendsten Entscheidungsmomente des Konzerns.
11.11.2024 16:45
Aktualisiert: 11.11.2024 16:45
Lesezeit: 1 min
Debatte um VW-Sparpläne: VW verschiebt entscheidende Planungsrunde
Volkswagen-Stammsitz in Wolfsburg: Die strategische Fünf-Jahres-Planung bei Volkswagen wurde verschoben (Foto: dpa). Foto: Rolf Vennenbernd

Aufgrund der laufenden Diskussionen in Wolfsburg wird VW die ursprünglich für diesen Freitag geplante Planungsrunde verschieben. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, soll das Treffen von Vorstand und Aufsichtsrat zwar weiterhin stattfinden, jedoch werden wichtige Entscheidungen zur Werksbelegung und zu Investitionen für die nächsten fünf Jahre noch nicht endgültig getroffen. Als Grund für die Verschiebung wurden die noch offenen Verhandlungen mit der IG Metall und dem Betriebsrat über die neuesten Sparpläne angegeben, wie aus Konzernkreisen verlautete.

VW-Planungsrunde: Kein Neuer Termin

Einen neuen Termin für die Planungsrunde gibt es bislang nicht. Zunächst sollen die Verhandlungen mit der IG Metall und dem Betriebsrat abgewartet werden, um eine Einigung zu den geplanten Maßnahmen zu erzielen. Erst nach Abschluss der Gespräche kann die Planungssitzung nachgeholt werden. In der kommenden Woche steht das dritte Verhandlungstreffen zwischen VW und der Gewerkschaft an.

Der Volkswagen-Konzern hatte im September die seit über 30 Jahren bestehende Beschäftigungssicherung aufgehoben. Dadurch sind betriebsbedingte Kündigungen und auch mögliche Werkschließungen nicht mehr ausgeschlossen. Darüber hinaus fordert VW in der laufenden Tarifrunde eine Reduzierung der Löhne um zehn Prozent und plant die Streichung verschiedener Zulagen und Boni. Laut Betriebsrat stehen infolge dieser Maßnahmen mindestens drei Werke und zehntausende Arbeitsplätze auf dem Prüfstand.

Die jährliche Planungsrunde im November legt bei Volkswagen traditionell fest, wie die Belegung der Werke und die Investitionen in den kommenden fünf Jahren verteilt werden. Bereits vor zwei Jahren hatte der damalige Konzernchef Oliver Blume diese entscheidende Sitzung auf das neue Jahr verlegt, um zunächst eine umfassende Bestandsaufnahme zu ermöglichen. Schon im Jahr 2021 führte ein Machtkampf zwischen Blumes Vorgänger Herbert Diess und dem Betriebsrat zu Verzögerungen bei der Planungsrunde.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

 

DWN
Unternehmen
Unternehmen Xiaomi-Elektroautos: Warum dieser Milliardär Volkswagen und Tesla gefährlich werden könnte
31.10.2026

Er verkaufte Smartphones, wurde Milliardär und stieg schließlich ins Autogeschäft ein. Mit seinem ersten Elektroauto gelang Xiaomi-Chef...

DWN
Panorama
Panorama Kommunale Schulden wachsen deutlich: Deutschlands Städte unter Druck, die KfW warnt
31.10.2026

Die integrierte Verschuldung der deutschen Kommunen ist 2025 deutlich gestiegen. Ende des Jahres entfielen rechnerisch 4.907 Euro Schulden...

DWN
Unternehmen
Unternehmen 70 Jahre Fernsehwerbung: Das beste Marketing, das Deutschland nie vergessen hat
31.10.2026

Ein Fleck auf der Tischdecke, ein Waschmittel und ein Satz, der hängen blieb: 1956 begann die Fernsehwerbung in Deutschland. Seitdem haben...

DWN
Immobilien
Immobilien Heizungstausch finanzieren: So nutzen Eigentümer Förderung, Kredit und Steuerbonus
31.10.2026

Eine neue Heizung kann langfristig Geld sparen, verlangt zunächst aber eine beträchtliche Investition. Eigentümer müssen deshalb...

DWN
Finanzen
Finanzen Vermögensbarometer 2026: ETF-Boom hält an, Anteil der Privatanleger stagniert
31.10.2026

ETFs werden in Deutschland immer beliebter, doch der Anteil der Menschen mit Wertpapieren stagniert. Das neue Vermögensbarometer des...

DWN
Finanzen
Finanzen KfW-Gründerkredite: 225 Millionen Euro zugesagt – doch Banken werden strenger
31.10.2026

Die staatliche Förderbank KfW hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr Gründerkredite zugesagt. Gleichzeitig verschärfen deutsche...

DWN
Immobilien
Immobilien Gebäudetyp E: Weniger Extras sollen den Wohnungsbau günstiger machen
31.10.2026

Weniger Steckdosen, dünnere Decken und niedrigere Baukosten: Der Gebäudetyp E soll den Wohnungsbau in Deutschland erleichtern. Ein neuer...

DWN
Panorama
Panorama Volvo ebenso verdächtig wie BYD: Polnisches Militär verhängt Verbot für Friedhofsparkplätze
31.10.2026

Das Militär führt Einschränkungen für Autofahrer ein, die rund um Allerheiligen den Parkplatz am Osobowicki-Friedhof in Breslau nutzen...