Wirtschaft

Wo Zuwanderung eine Chance ist und der Arbeitsmarkt Migranten braucht

Der deutsche Arbeitsmarkt steht vor großen Herausforderungen: Die geburtenstarken Babyboomer verabschieden sich nach und nach in den Ruhestand, während der Fachkräftemangel immer deutlicher spürbar wird. Doch laut einer aktuellen Prognose des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) könnte Migration die Wende bringen. Bis 2040 sollen rund 4,8 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter nach Deutschland kommen und das drohende Defizit auf dem Arbeitsmarkt zumindest abmildern. Doch um dieses Potenzial auszuschöpfen, muss die Politik handeln.
29.12.2024 13:03
Aktualisiert: 29.12.2024 13:39
Lesezeit: 1 min

Laut einer Bevölkerungsprognose des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) könnten bis 2040 etwa 4,8 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 66 Jahren nach Deutschland einwandern. Ohne diese Zuwanderung würde die Erwerbsbevölkerung im gleichen Zeitraum um fast 14 Prozent schrumpfen – mit ihnen verringert sich der Rückgang auf nur etwa sechs Prozent.

Der Arbeitsmarkt profitiert von Zuwanderung

Deutschland hat über Jahrzehnte hinweg von den Babyboomer-Generationen profitiert. Diese geburtenstarken Jahrgänge, geboren zwischen 1954 und 1969, prägten den Arbeitsmarkt entscheidend. Doch jetzt stehen sie vor dem Renteneintritt, was eine massive Lücke in der Erwerbsbevölkerung hinterlässt. Die 4,8 Millionen Zuwanderer könnten helfen, diese Lücke zu schließen und den wachsenden Fachkräftemangel abzufedern.

Politische Weichenstellungen erforderlich

Damit Migration auch in Zukunft eine tragende Rolle spielt, muss Deutschland als Einwanderungsland noch attraktiver werden. „Es reicht nicht aus, Zuwanderung nur zu fördern – die Fachkräfte müssen auch langfristig im Land bleiben“, betont Migrationsexperte Wido Geis-Thöne. Ohne qualifizierte Zuwanderung drohen steigende Steuern und Abgaben oder Kürzungen bei staatlichen Leistungen, was die Stabilität der öffentlichen Haushalte gefährden könnte.

Methodik hinter der Prognose

Die Annahmen des IW basieren auf einem stochastischen Modell, das die Migrationsentwicklungen der Vergangenheit analysiert. Dieses Modell liefert den plausibelsten Wert für die erwartete Zuwanderung und ihre Auswirkungen auf die Erwerbsbevölkerung.

Fazit: Migration als Schlüssel zur Zukunft

Die IW-Prognose zeigt deutlich: Migration ist nicht nur ein Ausweg, sondern eine Notwendigkeit, um Deutschlands Arbeitsmarkt und Wirtschaft zu stabilisieren. Doch ohne gezielte politische Maßnahmen könnte dieses Potenzial ungenutzt bleiben.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Online-Broker-Vergleich: Die besten Aktiendepots für Anleger – Tipps zur Anbieterauswahl

Ein Online-Broker-Vergleich beginnt beim Wertpapierdepot: Ein Depot ist die Eintrittskarte zur Börse, nur mit einem Depot können Anleger...

DWN
Immobilien
Immobilien Dämpfer für die Baubranche: Aufträge brechen im Juli wieder ein
25.09.2026

Trotz staatlicher Milliardeninvestitionen in die Infrastruktur von Straßen und Schienen muss die deutsche Baubranche nach einer kurzen...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Podcast Folge 44: Die Woche im Rückblick – KW 39
25.09.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Finanzen
Finanzen Wenn das Sichere nicht mehr sicher wirkt: Investoren suchen Alternativen für Gold und Bitcoin
25.09.2026

An der Wall Street lebt derzeit das Interesse an Vermögenswerten wieder auf, deren Angebot nicht einfach durch eine politische...

DWN
Politik
Politik Streit um Nitrat im Grundwasser: Wasserversorger lehnen regionale Düngeregeln ab
25.09.2026

Die Nitratbelastung des Grundwassers durch die Landwirtschaft sorgt seit Jahrzehnten für Diskussionsstoff. Während die Landwirte auf...

DWN
Politik
Politik Etatdebatte im Bundesrat: Länder formieren Widerstand gegen geplante Steuererhöhungen
25.09.2026

Die Pläne der Bundesregierung zur Konsolidierung des Haushalts stoßen in den Bundesländern auf geschlossene Ablehnung. Vor allem die...

DWN
Politik
Politik Drei Szenarien für den EU-Gasmarkt: Wie teuer wird die amerikanische Gas-Umarmung?
25.09.2026

Studie von Wood Mackenzie: Ohne Investitionen in Gasfelder könnte die Gasförderung in der EU bis 2050 nahezu verschwinden, während die...

DWN
Politik
Politik Kampf gegen hohe Ölpreise: Frankreich sichert wichtiges Terminal in Saudi-Arabien
25.09.2026

Frankreichs Streitkräfte greifen einer Schlüsselanlage der saudischen Ölförderung unter die Arme. Durch die Absicherung mit Soldaten...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wachsender Druck durch Wohnkosten: Immer mehr Menschen auf Wohngeld angewiesen
25.09.2026

Für immer mehr Bürger wird das Wohnen zu einer unbezahlbaren Last. Weil die eigenen finanziellen Mittel angesichts der steigenden Miet-...