Politik

Messerattacke: Aschaffenburg betrauert nach Gewalttat zwei Tote - was wir wissen

Am Mittwochmittag wurde die Stadt Aschaffenburg von einer schrecklichen Gewalttat erschüttert. Ein 28-jähriger Mann attackierte nach Erkenntnissen der Polizei mehrere Personen mutmaßlich mit einem Messer im beliebten Innenstadtpark Schöntal. Zwei Menschen, darunter ein zweijähriger Junge, kamen ums Leben. Was wir bisher wissen!
22.01.2025 18:54
Aktualisiert: 22.01.2025 18:54
Lesezeit: 3 min

Brutale Messerattacke: Aschaffenburg ist erschüttert über die Gewalttat

Der 28-jährige mutmaßliche Täter tötete nicht nur zwei Menschen, zwei weitere Opfer mussten schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Festnahme erfolgte noch vor Ort, die Polizei betont, dass keine Gefahr mehr für die Bevölkerung bestehe. Nun ermittelt die Polizei zur Motivlage und ruft Zeugen auf, sich zu melden.

Laut Polizei ereignete sich die Messerattacke gegen 11:45 Uhr. Zeugenberichten zufolge befand sich eine Kindergartengruppe im Park, als der Angreifer zuschlug. Ein 41-jähriger Passant soll versucht haben, dazwischenzugehen und wurde dabei tödlich verletzt. Der mutmaßliche Täter wurde von den Einsatzkräften umgehend festgenommen. Es handelt sich um einen 28-jährigen Mann afghanischer Staatsangehörigkeit, der in einer Asylunterkunft in der Region Aschaffenburg lebte. Bereits in der Vergangenheit soll er psychisch auffällig gewesen sein, außerdem soll er bereits zuvor wegen Straftaten aufgefallen sein - und der Verdächtige soll deshalb den Behörden bereits bekannt gewesen sein.

Zwangsläufig drängen sich nun einige Fragen auf, die den Fragen ähneln, die nach dem Attentat auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt gestellt wurden: Wie konnte es soweit kommen? Warum mussten Menschen sterben? Hätten die Behörden früher handeln müssen? Diese Fragen und vor allem die Antworten darauf sind nun Teil der Ermittlungen. Auch diese Gewalttat dürfte den Bundestagswahlkampf beeinflussen und Einfluss auf die aktuellen Wahlumfragen haben.

Unklarheit über das Motiv - Sperrungen im Park Schöntal Aschaffenburg

Die Hintergründe der Messerattacke in Aschaffenburg sind weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Weder die Polizei noch die Staatsanwaltschaft konnten bislang Angaben zur Motivlage machen. Ein terroristischer Hintergrund wurde jedoch nach ersten Einschätzungen ausgeschlossen. Kurz nach der Tat riegelte die Polizei den Park Schöntal weiträumig ab. Auch ein Polizeihubschrauber wurde eingesetzt. Zunächst gab es Berichte über zwei Verdächtige, doch dies bestätigte sich nicht. Die zweite festgenommene Person stellte sich als Zeuge heraus.

Darüber hinaus kam es zu massiven Einschränkungen im Bahnverkehr. Der mutmaßliche Täter soll versucht haben, über die Bahngleise zu fliehen, was zur vorübergehenden Einstellung des Zugverkehrs in Aschaffenburg führte. Der Hauptbahnhof wurde gesperrt, ICEs zwischen Frankfurt und Würzburg umgeleitet, was zu erheblichen Verspätungen führte.

Schöntal Aschaffenburg: Ein zunehmend unsicherer Ort?

Der Schöntal-Park in Aschaffenburg ist mit seinen neun Hektar eine der bekanntesten Grünflächen der Stadt. In der Vergangenheit wurde das Gebiet jedoch immer wieder als unsicher eingestuft. Bereits Ende 2024 berichtete die Aschaffenburger Polizei von vermehrten Straftaten wie Raub und Körperverletzung in diesem Bereich. Oberbürgermeister Jürgen Herzing (SPD) äußerte sich damals besorgt: „Die Beschwerden darüber, dass sich Menschen im Schöntal nicht mehr sicher fühlen, häufen sich.“ Nach der Messerattacke in Aschaffenburg brach er seinen Urlaub ab und kehrte umgehend zurück.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) reagierte betroffen auf die Aschaffenburg-Gewalttat: „Heute ist ein entsetzlicher Tag für ganz Bayern. Die schrecklichen Nachrichten aus Aschaffenburg machen uns zutiefst betroffen. Wir trauern um die Opfer einer feigen und niederträchtigen Tat.“ Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kündigte an, den Tatort im Laufe des Nachmittags zu besuchen.

Bundeskanzler Scholz verurteilt Messerattacke in Aschaffenburg: "Ich bin es leid"

„Ich bin es leid, wenn sich alle paar Wochen solche Gewalttaten bei uns zutragen. Von Tätern, die eigentlich zu uns gekommen sind, um hier Schutz zu finden“, sagte Scholz am Mittwoch in einer ersten Reaktion. „Die Behörden müssen mit Hochdruck aufklären, warum der Attentäter überhaupt noch in Deutschland war. Aus den gewonnenen Erkenntnissen müssen sofort Konsequenzen folgen – es reicht nicht, zu reden“, sagte der Bundeskanzler. Falsch verstandene Toleranz sei völlig unangebracht.

Nach Informationen des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) hatte es der mutmaßliche Täter explizit auf eine Kindergartengruppe abgesehen. Er habe die Kinder mit einem Küchenmesser attackiert und einen zweijährigen Jungen marokkanischer Abstammung tödlich verletzt. Zudem habe er ein zweijähriges Mädchen verletzt, das aus Syrien stammt. Wie es beim Main-Echo heißt, sollen Erzieherinnen einer Kinderkrippe mit fünf Kleinkindern in dem Park unterwegs gewesen sein. Als die Erzieherinnen den Park mit den Kindern verlassen wollten, soll der Mann sie angegriffen haben. Ziel seiner Messerattacke sollen offenbar gezielt die Kinder gewesen sein.

Polizei Aschaffenburg sucht Zeugen der Messerattacke

Die Ermittlungen zur Messerattacke in Aschaffenburg laufen auf Hochtouren. Die Polizei richtete ein Hinweisportal ein, auf dem Zeugen sachdienliche Bilder und Videos hochladen können. Augenzeugen werden gebeten, sich beim Polizeinotruf 110 oder einer Polizeidienststelle zu melden.

Die Messerattacke im Schöntal in Aschaffenburg hinterlässt eine schockierte Stadt und viele offene Fragen. Die Polizei ermittelt weiter, um die genauen Hintergründe zu klären. Klar ist jedoch: Das Sicherheitsgefühl in Aschaffenburg hat durch diese schreckliche Tat einen schweren Schlag erlitten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Staatliche Datenkontrolle treibt Verbraucher in die digitale Schattenwirtschaft

Deutschland befindet sich im Jahr 2026 in einer paradoxen wirtschaftspolitischen Situation. Während die Bundesregierung versucht, durch...

DWN
Politik
Politik Trumps widersprüchliche Signale im Iran-Krieg: Märkte schwanken zwischen Hoffnung und Risiko
11.03.2026

Die widersprüchlichen Signale aus Washington und Teheran sorgen an den Finanzmärkten für große Unsicherheit über den weiteren Verlauf...

DWN
Politik
Politik Tanken in Polen: Warum die Tankfüllung in Polen deutlich günstiger ist
11.03.2026

Die explodierenden Kraftstoffpreise treiben viele deutsche Autofahrer nach Polen, um deutlich günstiger Benzin oder Diesel zu tanken. Doch...

DWN
Technologie
Technologie Steigende Spritpreise lassen Interesse an E-Autos steigen
11.03.2026

Hohe Benzinpreise lenken den Blick vieler deutscher Autokäufer auf Elektro-Modelle. Onlineplattformen registrieren spürbar mehr Anfragen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Uniper-Dividende: Bund darf sich auf viele Millionen freuen
11.03.2026

Nach staatlicher Rettung und Dividendenstopp hat Uniper seine Rückkehr an den Kapitalmarkt fest im Blick. Erstmals seit vier Jahren soll...

DWN
Finanzen
Finanzen Zu wenig Verdienst und zu hohe Kosten: Ein Viertel der Haushalte ohne Ersparnisse
11.03.2026

In einer Zeit, in der das Gesamtvermögen der deutschen Privathaushalte Rekordhöhen erreicht, zeigt eine aktuelle Umfrage, dass fast ein...

DWN
Panorama
Panorama Zwischen Alltag und Angriffen: So erleben Israelis den Krieg
11.03.2026

Mal Espresso, dann wieder Sirenengeheul: In Tel Aviv kämpfen die Menschen darum, ein Stück Normalität zu bewahren. Eindrücke aus einer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiepreise im Fokus: Wie der Iran-Krieg die Weltwirtschaft belastet
11.03.2026

Die militärische Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran erhöht weltweit die Nervosität an den Energiemärkten. Könnte ein...

DWN
Politik
Politik Iran-Krieg eskaliert weiter
10.03.2026

Die Angriffe im Iran eskalieren weiter, während Trump ein baldiges Kriegsende signalisiert. Gleichzeitig spitzt sich die Lage für die...