Finanzen

Goldpreis aktuell: Rekordhoch in Dollar - Tendenz steigend

Der Goldpreis startete etwas schwächer in die neue Handelswoche: Die Stärke des US-Dollars sowie anhaltende Zinssorgen setzten dem Edelmetall zu. Doch am Montagnachmittag kann der Goldpreis aktuell zulegen, die Folge ist ein neuer Goldrekord. Was sind die Gründe und lohnt sich jetzt der Einstieg?
03.02.2025 17:34
Aktualisiert: 03.02.2025 17:34
Lesezeit: 3 min
Goldpreis aktuell: Rekordhoch in Dollar - Tendenz steigend
Warum steigt der Goldpreis aktuell? (Foto: dpa) Foto: Dragon Claws

Goldpreis aktuell im Plus

Am Wochenende hatte US-Präsident Donald Trump überraschend neue Zölle angekündigt: Ein Importzoll von 25 Prozent auf Waren aus Kanada und Mexiko sowie ein Zoll von 10 Prozent auf chinesische Produkte soll ab Dienstag in Kraft treten. Diese Maßnahme löste unmittelbare Reaktionen aus: Während Kanada und Mexiko Gegenmaßnahmen ankündigten, erklärte China, dass es die neuen Zölle vor der Welthandelsorganisation (WTO) anfechten werde. Trotz der gestiegenen wirtschaftlichen Unsicherheiten konnte der Goldpreis hiervon zunächst nicht profitieren, da die gleichzeitige Dollarstärke die Nachfrage nach dem Edelmetall dämpfte.

Die Inflationszahlen in der Eurozone stehen ebenfalls im Fokus der Anleger. Prognosen gehen davon aus, dass die Konsumentenpreise im Januar um 2,5 Prozent gestiegen sind, während die Kerninflation leicht auf 2,6 Prozent gesunken sein könnte. Diese Entwicklungen könnten Auswirkungen auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) haben, was wiederum den Goldpreis beeinflussen könnte.

Doch am frühen Montagnachmittag drehte der Goldkurs in die Gewinnzone und markierte in der Folge ein neues Allzeithoch. Bei 2.830,56 US-Dollar (Stand: 03.02.2025, 17:30 Uhr) setzte der Goldpreis eine neue historische Bestmarke - und die Stimmung bei Goldinvestoren bleibt weiterhin positiv. Mit einem Kursplus von annähernd 0,7 Prozent zeigt sich der Goldkurs aktuell von seiner glänzenden Seite.

Warum steigt der Goldpreis aktuell?

Während Kryptowährungen derzeit einen schlimmen Crash erleben, kann Gold von der unsicheren Marktlage profitieren. Ein wesentlicher Preistreiber ist die Angst vor einem eskalierenden Handelskrieg, die durch die neuen US-Zölle angefacht wurde. Investoren befürchten eine Rezession sowie eine steigende Inflation, wodurch die Attraktivität von Gold als Inflationsschutz weiter steigt.

Zusätzlich bleibt das Edelmetall als Krisenwährung gefragt, da politische und wirtschaftliche Unsicherheiten weltweit zunehmen. In der Vergangenheit zeigte sich immer wieder, dass Anleger in unsicheren Zeiten vermehrt in Gold investieren, um sich gegen Währungsabwertungen und wirtschaftliche Turbulenzen abzusichern.

Allerdings warnen sowohl die Verbraucherzentrale als auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) davor, Gold als risikofreie Geldanlage zu betrachten. Experten raten dazu, nicht mehr als 10 Prozent des Gesamtvermögens in Gold zu investieren. Zudem zahlt das Edelmetall weder Zinsen noch Dividenden, was es für langfristige Anlagestrategien weniger attraktiv macht.

Gold als Depotabsicherung: Wann lohnt sich der Kauf?

Gold kann eine wertvolle Ergänzung für ein diversifiziertes Portfolio sein und als Absicherung gegen Kursverluste an den Aktienmärkten dienen. Historische Daten zeigen, dass Gold besonders in Krisenzeiten an Wert gewinnt. Ein Beispiel hierfür ist die Finanzkrise von 2007 bis 2010, während der der Goldpreis von 640 US-Dollar auf nahezu 1.100 US-Dollar pro Feinunze stieg – ein Wertzuwachs von mehr als 70 Prozent – verlor der DAX im gleichen Zeitraum rund 11 Prozent seines Wertes.

Anleger, die Gold kaufen möchten, sollten jedoch einige Faktoren berücksichtigen:

  • Ein Anteil von 5 bis 10 Prozent des Portfolios in Gold ist sinnvoll.

  • Physisches Gold sollte sicher gelagert werden, z. B. in einem Tresor.

  • Goldpreise unterliegen starken Schwankungen und diese sind schwer vorhersehbar.

Gold bleibt eine interessante Möglichkeit zur Risikostreuung und kann langfristig als stabilisierender Faktor in einem Portfolio dienen.

Physisches Gold oder Gold-Wertpapiere: Welche Anlageform ist sinnvoll?

Wer in Gold investieren möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. Die klassische Variante ist der Kauf von physischem Gold in Form von Barren oder Münzen. Diese Form bietet einige Vorteile:

  • Gold bleibt immer ein wertvoller Rohstoff.

  • Keine Abhängigkeit von Finanzinstituten oder Emittenten.

  • Steuerfreiheit in der EU bei einer Haltedauer von mindestens einem Jahr.

Ein Nachteil von physischem Gold sind die Lagerkosten sowie die Tatsache, dass es keine Zinsen oder Dividenden erwirtschaftet. Eine Alternative sind Gold-Wertpapiere wie ETFs oder ETCs, die den Goldpreis abbilden. Diese bieten den Vorteil, dass sie kostengünstiger und einfacher handelbar sind. Allerdings gibt es hier ein Emittentenrisiko, das im Falle einer Insolvenz zum Totalverlust führen kann.

Für langfristige Anleger kann eine Mischung aus beiden Anlageformen sinnvoll sein, um sowohl Sicherheit als auch Flexibilität zu gewährleisten.

Fazit: Wie sollten Anleger jetzt reagieren?

Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass der Goldpreis weiterhin stark von globalen Wirtschaftsfaktoren abhängt. Die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA, China, Kanada und Mexiko könnten in den kommenden Wochen für weitere Volatilität sorgen. Anleger sollten sich bewusst machen, dass Gold keine risikofreie Anlage ist. Wer dennoch Gold kaufen möchte, sollte dies in einem angemessenen Verhältnis zum Gesamtportfolio tun. Ein Anteil von 5 bis 10 Prozent gilt als sinnvoll, um sich gegen wirtschaftliche Unsicherheiten abzusichern.

Langfristig bleibt Gold ein interessantes Investment für diejenigen, die auf eine Wertstabilität in Krisenzeiten setzen. Ob als physisches Gold oder über Wertpapiere – Gold kann auch in Zukunft eine wichtige Rolle in der Anlagestrategie vieler Investoren spielen.

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Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

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Markus Gentner

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

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