Unternehmen

Rheinmetall-Prognose: Verdeckte Hinweise auf ein Rekordjahr

Rheinmetall gibt sich in seiner offiziellen Prognose für 2025 zurückhaltend – doch zwischen den Zeilen zeigt sich ein anderes Bild. Die Verteidigungsindustrie boomt, und das Unternehmen könnte weitaus größere Wachstumsraten erreichen als angekündigt. Während Analysten noch zweifeln, reagieren die Märkte bereits: Die Aktie zieht weiter an.
12.03.2025 13:54
Aktualisiert: 12.03.2025 13:54
Lesezeit: 2 min

Der jüngste Jahresabschluss 2024 von Rheinmetall enthält eine "versteckte" umgekehrte Gewinnwarnung, die zeigt, dass das Jahr 2025 voraussichtlich deutlich besser ausfallen wird als die offizielle Prognose des Unternehmens.

Darüber hinaus deutet der neue Ausblick des Rüstungskonzerns darauf hin, dass die Aktie langfristig von einem milliardenschweren Wachstum profitieren wird.

Milliarden für Europas Verteidigung

Europa, angeführt von Deutschland, steht vor einer historischen Aufrüstung und wird massiv in die Verteidigung investieren. Trotzdem prognostiziert der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall in seinem jüngsten Jahresabschluss für 2024 – veröffentlicht am Mittwochmorgen –, dass die Einnahmen "nur" um 25 bis 30 Prozent steigen werden. Das erscheint bescheiden und liegt unter den Erwartungen der Analysten für 2025.

Doch keine Sorge, für Rheinmetall ist das Rennen noch lange nicht gelaufen.

Ein versteckter Hinweis auf bessere Zeiten

Blättert man auf Seite 89 des Jahresabschlusses, findet sich dort eine entscheidende Aussage versteckt: Die Prognose für 2025 berücksichtigt die jüngsten geopolitischen Turbulenzen nicht.

"Wir gehen davon aus, dass sich die Prognose für 2025 mit zunehmender Konkretisierung der jeweiligen Anforderungen entsprechend günstiger entwickeln wird", schreibt Rheinmetall.

Ein wichtiges Detail, um es vorsichtig auszudrücken. Mit anderen Worten: Rheinmetall hat bereits eine "versteckte" Gewinnwarnung ausgesprochen, was den Kursanstieg der Aktie um mehr als sieben Prozent am Mittwoch erklärt.

Mutige Prognosen der Konkurrenz

Der italienische Rüstungskonzern Leonardo wagte bei seiner Investorenpräsentation am Dienstagnachmittag eine noch kühnere Prognose. CEO Roberto Cingolani spekulierte, dass verstärkte Verteidigungsinvestitionen die Einnahmen des Unternehmens um bis zu 5,5 Milliarden Euro steigern könnten.

Ambitionierte Langzeitprognosen

Rheinmetall zeigt sich in seinen neuen langfristigen Prognosen, die über bisherige Spekulationen hinausgehen, jedoch ebenfalls zuversichtlich. Die neue Ankündigung des Unternehmens besagt, dass seine drei Hauptgeschäftsbereiche – Fahrzeugsysteme, Waffe und Munition sowie elektronische Lösungen – bis 2030 einen Umsatz von mehr als 26 Milliarden Euro erzielen könnten. Das würde bedeuten, dass die Einnahmen dieser Sparten zusammengenommen um 213 Prozent gegenüber 2024 wachsen.

Langfristige Prognosen sind stets schwierig, doch die Verteidigungsindustrie profitiert besonders davon. Diese Unternehmen haben sehr lange Vorlaufzeiten mit großen und komplexen Systemen, deren Beschaffung und Herstellung Zeit erfordert.

Wenn überhaupt, könnte Rheinmetall in seinen langfristigen Prognosen sogar zu vorsichtig gewesen sein.

Der Aufwärtstrend setzt sich fort

Seit Rheinmetall im April letzten Jahres von vielen als Top-Wahl im Verteidigungssektor entdeckt wurde, ist die Aktie um fast 140 Prozent gestiegen. Die neuen Ankündigungen des deutschen Rüstungsunternehmens zeigen, dass das erwartete Wachstum die Aktie weiter beflügeln dürfte.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Wölfe der Wall Street: Industrieaktien sind heiß, diese Aktie ist der Favorit unter den Goldminen
11.10.2026

Der US-Bullenmarkt feiert nächste Woche sein vierjähriges Bestehen und hat seit dem Tiefpunkt beachtliche 117 Prozent zugelegt. Doch...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Boom außer Kontrolle: Diese sechs Gefahren bedrohen die Finanzmärkte
11.10.2026

Der KI-Boom treibt Börsenkurse, Investitionen und Bewertungen seit Jahren nach oben. Doch hinter der Euphorie wächst ein...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Das neue Projekt der DWN
11.10.2026

Ich möchte Ihnen die faszinierende Geschichte von Investor Toomas vorstellen, die mich dazu inspiriert hat, selbst in die Welt der Börse...

DWN
Finanzen
Finanzen Investment-FOMO: Warum Anleger nicht jedem Trend folgen sollten
11.10.2026

Ich las kürzlich auf Insta: „Stocks that will make you rich before 2027!! (I am only going to say that once!!).“ Drei Aktien von 12...

DWN
Immobilien
Immobilien Sachwert, Ertragswert, Vergleichswert: Wie Profis eine Immobilie bewerten
11.10.2026

Wer eine Immobilie kaufen möchte, sollte sich mit dem Vokabular rund um den Wert der Immobilie auskennen. Was Sachwert, Ertragswert und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft E-Auto kaufen oder leasen? Der Fünf-Minuten-Check
11.10.2026

Ein E-Auto kaufen klingt einfacher, als es ist. Reichweite, Laden, Leasing, Garantien und eine Fülle neuer Technik können Einsteiger...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schutzmaßnahmen wegen KI: Deutsche Firmen auf KI-Angriffe unzureichend vorbereitet
11.10.2026

Etwa jeder zweite Betrieb nutzt Künstliche Intelligenz. Spezielle Prozesse, um das eigene Unternehmen gegen KI-gestützte Cyberangriffe zu...

DWN
Technologie
Technologie Bekannter Allrounder: 80 Jahre Unimog - wichtiger denn je?
11.10.2026

Der Unimog ist ein Allrounder: Einst auf dem Acker zur Kartoffelernte, heute bei Kommunen, Feuerwehr oder dem Militär im Einsatz. Warum er...