Unternehmen

Autozulieferer Webasto baut 650 Stellen in Deutschland ab

Der angeschlagene Autozulieferer Webasto will im Zuge seiner Sanierung rund 650 Stellen in Deutschland abbauen. Der Stellenabbau soll schon Ende dieses Jahres vollzogen sein. Die Zukunft des 124 Jahre alten Traditionsunternehmens steht auf dem Spiel.
06.04.2025 09:32
Lesezeit: 1 min
Autozulieferer Webasto baut 650 Stellen in Deutschland ab
Autozulieferer Webasto: Der Stellenabbau soll schwerpunktmäßig die Unternehmensverwaltung und Entwicklung treffen, aber auch die Kapazitäten der Produktion sollen an die gesunkene Nachfrage angepasst werden. (Foto: dpa) Foto: Bernd Wüstneck

Der angeschlagene Autozulieferer Webasto will im Zuge seiner Sanierung rund 650 Stellen in Deutschland abbauen. Darauf haben sich Management und Arbeitnehmervertreter geeinigt, wie das in Stockdorf vor den Toren Münchens ansässige Unternehmen mitteilte.

Autozulieferer Webasto baut 650 Stellen ab

Der Stellenabbau soll möglichst sozialverträglich ablaufen, Vorstand und Betriebsrat haben einen Sozialplan vereinbart. „Dies war eine schwere, aber angesichts der Marktentwicklung auch bei Webasto unumgängliche Entscheidung“, sagte der erst seit wenigen Wochen amtierende Vorstandschef Jörg Buchheim laut Mitteilung.

Standort Deutschland schrumpft erheblich

Webasto beschäftigte Ende 2024 weltweit gut 16.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon aber nur 3.700 in Deutschland. Wichtigste Produkte sind Schiebe- und Panoramadächer für Autos. Die Vereinbarung bedeutet, dass in den heimischen Standorten knapp jede sechste Stelle wegfallen soll.

„Die geplanten Personalmaßnahmen werden wir mit größtem Respekt für die soziale Sicherheit unserer Mitarbeitenden und im Einklang mit unserer Unternehmenskultur umsetzen“, sicherte Buchheim der Belegschaft zu. Eine Transfergesellschaft soll den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter maximal zwölf Monate bei der Suche nach einer neuen Tätigkeit unterstützen. Der Stellenabbau soll schon Ende dieses Jahres vollzogen sein.

Verwaltung und Entwicklung werden getroffen

Der Stellenabbau soll schwerpunktmäßig die Unternehmensverwaltung und Entwicklung treffen, aber auch die Kapazitäten der Produktion sollen an die gesunkene Nachfrage „angepasst“ werden. Betroffen sind demnach die Standorte Gilching, Hengersberg, Neubrandenburg, Utting sowie die Stockdorfer Zentrale.

Webasto war im vergangenen Jahr in finanzielle Schieflage geraten und hatte im Dezember eine Stabilisierungsvereinbarung mit den wichtigsten Gläubigern abgeschlossen. Im vergangenen Monat hatte bereits der langjährige Vorstandschef Holger Engelmann Webasto das 124 Jahre alte Familienunternehmen vorzeitig verlassen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

 

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: KI-Aktien im Fokus, während die Wall Street im Minus bleibt
23.10.2026

Spannung an den Finanzmärkten: Warum Technologiewerte und Rohstoffe die Anleger derzeit in Atem halten.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Erfolgreich mit Bio-Erdnüssen: Zwei Bauern sparen mit KI 90 Prozent der Arbeitskosten
23.10.2026

Trockenheit wird für Europas Landwirtschaft zum immer größeren Problem. Zwei Brüder aus Österreich reagieren darauf mit einer...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Firma gründen in 24 Stunden: Was jetzt wirklich möglich ist – und was nicht
23.10.2026

Ein eigenes Unternehmen an nur einem Tag gründen: Das neue Bundesportal G24 soll dem behördlichen Zickzackkurs ein Ende setzen. Seit Ende...

DWN
Finanzen
Finanzen Größter Verkauf russischen Goldes seit der Finanzkrise 1998: Weitere Tonnen verschwinden aus den Tresoren
23.10.2026

Die neuesten Daten der russischen Zentralbank zeigen, dass die Verkäufe aus den Goldreserven seit Jahresbeginn bereits 62 Tonnen erreicht...

DWN
Finanzen
Finanzen Warum Frankreich weniger Schulden hat als die USA, dafür aber härter bestraft wird
23.10.2026

Die neuesten Eurostat-Daten für das zweite Quartal zeigen, dass die französische Staatsverschuldung im Verhältnis zur...

DWN
Politik
Politik Bundeswehr: Wehrdienst-Fragebogen ignoriert? Dann droht ein Bußgeld
23.10.2026

Seit Januar werden in Deutschland junge Menschen ab 18 von der Bundeswehr zu ihrer Bereitschaft eines möglichen Wehrdiensts angeschrieben....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft DWN-Podcast Folge 48: Die Woche im Rückblick – KW 43
23.10.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Politik
Politik Länderfinanzausgleich: Söder will AfD- und Linke-Ländern Geld streichen
23.10.2026

Mit einer sogenannten "Extremismusklausel" will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mögliche von der AfD oder der Linken geführten...