Politik

Fake News: Meta beendet Faktencheck in den USA - in Europa geht die Überprüfung weiter

Mit dem Faktenprüfungs-Programm ging Meta gegen sogenannte Falschinformationen auf seinen Plattformen vor. US-Nutzer können jetzt selbst bewerten. In Europa und Deutschland aber bleiben die umstrittenen Faktenchecks durch das Recherchenetzwerk „Correctiv“ und der „Deutschen Presseagentur“ vorerst bestehen.
12.04.2025 18:11
Lesezeit: 2 min
Fake News: Meta beendet Faktencheck in den USA  - in Europa geht die Überprüfung weiter
Fake News: keine Faktenchecks mehr durch Meta in den USA. In Europa und Deutschland prüfen die Faktenchecker „Correctiv“ und „Deutsche Presseagentur (DPA)“ weiter. (Foto: dpa) Foto: Jens Büttner

Im Januar hatte Meta-Boss Mark Zuckerberg angekündigt, die Faktenchecks und die Zusammenarbeit mit professionellen Faktencheckern auf Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Instagram einzustellen. Offizielle Begründung: Es würden zu viele Fehler gemacht, es gäbe zu viel Zensur. Die Präsidentschaftswahlen würden wie ein kultureller Wendepunkt wirken. Freie Rede solle Priorität haben, so Zuckerberg damals.

Meta beendet Faktenprüfung in den USA

Jetzt beendet Meta sein Fakten-Checking-Programm zumindest in den USA endgültig. Das Programm ende offiziell am Montagnachmittag US-amerikanischer Zeit (07.04.2025), gab Joel Kaplan, Gobal Affairs Officer bei Meta bekannt. Stattdessen setze Meta auf die nutzerbasierten Community Notes.

Meta hatte in den vergangenen Jahren auf eigene Teams gesetzt, welche Inhalte auf seinen Plattformen wie Facebook und Instagram auf Falschinformationen überprüften und diese gegebenenfalls als solche markierten.

Ende der Faktenprüfung – teilweise

Anfang des Jahres hatte Mark Zuckerberg, Chef des Mutterkonzerns beliebter sozialer Netzwerke wie Facebook oder Instagram angekündigt, die Zusammenarbeit mit unabhängigen Faktenprüfern zu beenden. Stattdessen werde Meta für seine Plattformen eine Form der Community Notes nach dem Vorbild von X setzen. User sollen Inhalte dabei selbst bewerten, indem sie Anmerkungen zu einem Post mit weiteren Informationen zum jeweiligen Thema verfassen.

„Die Faktenchecker waren politisch zu voreingenommen und haben zumindest in den USA mehr Vertrauen zerstört als geschaffen“, begründete Meta-Chef Mark Zuckerberg die umstrittene Entscheidung, die zeitlich mit dem Einzug der neuen Regierung Donald Trump ins Weiße Haus zusammenfällt.

Zuckerberg: „Faktenchecker waren politisch zu voreingenommen“

Meta hatte die Faktenüberprüfung zuvor über mehrere Jahre hinweg eingeführt – als Reaktion auf die Kritik an der Verbreitung von Fehlinformationen über seine Plattformen. Außerhalb der USA stößt Meta dabei aber oft auf gesetzliche Hürden, vor allem in der EU, wo der Digital Services Act den Umgang mit illegalen Inhalten und Fehlinformationen auf sozialen Plattformen regelt.

Seit Montag heißt es: „Keine Faktenprüfung und keine Faktenprüfer“, wie es Kaplan ausdrückt. Seitens Meta hat das Verbreiten von Falschinformationen dann auch keine weiteren Konsequenzen mehr für Nutzer. Nach und nach sollen stattdessen die Community Notes auf Facebook, Threads und Instagram erscheinen.

Faktencheckverträge in Deutschland zunächst bis Ende 2025

In Europa und Deutschland werden die Faktenchecks vorerst bestehen bleiben. Meta hat Angaben des rbb entsprechende Verträge mit dem Recherchenetzwerk „Correctiv“ und der Deutschen Presseagentur (dpa). Diese würden bis mindestens Ende des Jahres laufen. Doch selbst, wenn Meta die Zusammenarbeit dann einstellen würde, biete der Europäische Digital Service Act (DSA) weiter Möglichkeiten, Faktenchecks zu gewährleisten.

Einsatz von zertifizierten Faktenprüfern möglich

In Europa könnten laut DSA nationale Behörden Faktenchecker zertifizieren. In Deutschland ist die Bundesnetzagentur dafür zuständig. Die Hinweise dieser zertifizierten Faktenprüfer müssen von Social-Media-Plattformen vorrangig beachtet und zeitnah umgesetzt werden. Anderenfalls drohen Strafen bis zu sechs Prozent des Vorjahresumsatzes einer Firma.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Mirell Bellmann

Mirell Bellmann schreibt als Redakteurin bei den DWN über Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Zuvor arbeitete sie für Servus TV und den Deutschen Bundestag.

DWN
Unternehmen
Unternehmen EU-Regel zwingt Ritter Sport zum Überkleben
01.09.2026

Wegen neuer EU-Vorgaben muss Ritter Sport alte Verpackungen mit Stickern überkleben. Was sich für Verbraucherinnen und Verbraucher jetzt...

DWN
Politik
Politik Europa unter Druck: Experte warnt vor gefährlicher Doppelkonfrontation
01.09.2026

Europa gerät von mehreren Seiten gleichzeitig unter Druck. China verschärft den Handelskonflikt, Russland könnte den Krieg weiter...

DWN
Immobilien
Immobilien Mieter in Angst: Die Furcht vor dem Wohnungsverlust
01.09.2026

Die Wohnkosten steigen, und immer mehr Mieter fürchten, ihre Wohnung bald nicht mehr bezahlen zu können. Der Mieterbund fordert...

DWN
Technologie
Technologie China: Solar schlägt Kohle, doch Ausbau verliert an Tempo
01.09.2026

China ist Weltmeister beim Ausbau der Solarenergie. Doch das Land gilt zugleich als großer Klimasünder und will nicht von der Kohle...

DWN
Politik
Politik Berichte: Regierung sieht Russland hinter Drohnen-Vorfall
01.09.2026

Der Verdacht wiegt schwer: Die Bundesregierung macht offenbar einen russischen Geheimdienst für den versuchten Drohnenanschlag am...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Möbelbranche kämpft weiter gegen die Flaute
01.09.2026

Die Deutschen halten sich beim Möbelkauf zurück – und bringen eine ganze Branche in Bedrängnis. Steigende Kosten, sinkende Umsätze...

DWN
Finanzen
Finanzen Steuererklärung falsch ausgefüllt? Jetzt zählt schnelles Handeln
01.09.2026

Eine vergessene Ausgabe, eine falsche Zahl oder eine nicht angegebene Einkunft: Fehler in der Steuererklärung passieren schnell. Wer sie...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Konsumflaute trotz besserer Stimmung: Händler senken Preise
01.09.2026

Der Sommer neigt sich dem Ende zu, das Leben verlagert sich wieder stärker nach drinnen. Für Händler beginnt damit eine wichtige Phase...